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Burgdorf Elterngeld soll es auch für Pflegefamilien in der Region Hannover geben
Umland Burgdorf

Auch Pflegeeltern sollen in der Region Hannover Elterngeld bekommen

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13:30 26.01.2020
Pflegeeltern haben bisher kein Anspruch auf Elterngeld. Quelle: Jens Kalaene/dpa
Hannover/Burgdorf

Seit Jahren verschärft sich in der Region Hannover die Suche nach Pflegefamilien, die sich um Jungen und Mädchen aus schwierigen Familienverhältnissen kümmern. Denn während auf der einen Seite die Zahl der Kinder wächst, die in einer anderen Familie als der leiblichen ein Zuhause finden, sinkt die Zahl der Eltern, die ein solches Kind aufnehmen wollen. Erschwert wird die Situation durch einen „Webfehler im Elterngeldgesetz“, wie Jens Niemann, Leiter des Jugendamtes Burgdorf, sagt.

So hätten leibliche Eltern nach der Geburt ihres Kindes einen Anspruch auf Elterngeld, wenn sie ihre Berufstätigkeit unterbrechen – Pflegeeltern indes fehle diese finanzielle Entlastung. Das sieht die Burgdorfer Verwaltung als ein Hemmnis an, entsprechend geeignete Familien für junge Kinder zu finden – und spricht sich, wie andere Kommunen und die Region Hannover dafür aus, die Auszahlung des Elterngelds zu synchronisieren. Lehrte hat im vergangenen Jahr vorgelegt und unterstützt Pflegefamilien mit einem elterngeldähnlichen Zuschuss. Die Nachbarstadt Burgdorf soll jetzt nachlegen, darin stimmen deren Rat und Verwaltung überein.

Pflegefamilien sollen 800 Euro Elterngeld bekommen

Ihrem Beschluss zufolge müssen Berechtigte die Pflege der Kinder in Vollzeit übernehmen und ihre Berufstätigkeit für sechs bis zwölf Monate ruhen lassen. Dann könnten sie 800 Euro pro Monat erhalten. Nach Aussage des Burgdorfer Jugendamtsleiters Niemann sollen dafür 28.800 Euro im aktuellen Haushalt vorgesehen werden, 80 Prozent der Kosten übernimmt die Region Hannover. Sobald das Elterngeldgesetz an dieser Stelle geändert sei, werde der Beschluss aufgehoben.

Eine Unterbringung von Kindern in einem Heim sei weder pädagogisch noch finanziell eine Alternative, betont Niemann: „Eine stationäre Heimunterbringung kostet die Stadt das Drei- bis Vierfache“, sagt er.

Allein in Burgdorf gibt es 48 Pflegefamilien, die derzeit 53 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene dauerhaft sowie fünf von ihnen in Bereitschaftspflege aufgenommen haben. „Derzeit suchen wir vor allem Familien für die Dauerpflege“, sagt Waltraud Schaller vom Pflegekinderdienst. Sie und ihre Kolleginnen kennen die Schwierigkeiten, wenn Jungen und Mädchen ein stabiles Zuhause benötigen – das betrifft Neugeborene ebenso wie 17-Jährige. Kommen die Kinder in neue Familien, brauchen sie vor allem in der ersten Zeit viel Zuwendung, um anzukommen.

Familien brauchen gerade im ersten Jahr die Unterstützung

Gerade im ersten Jahr der Aufnahme müssten die Familien große Anstrengungen unternehmen, um dem Pflegekind ein stabiles und tragfähiges Beziehungsangebot zu schaffen. „Dies erfordert vom hauptbetreuenden Pflegeelternteil nicht nur Kraft, sondern eine quasi ständige zeitliche Verfügbarkeit und Präsenz“, sagt SPD-Ratsfrau und Pädagogin Birgit Meinig. Zwar könnten Pflegeeltern dafür Elternzeit nutzen, allerdings fehle ihnen der Anspruch auf Elterngeld. Deshalb zögen Paare durchaus ihre Bewerbung zurück, sagt Meinig und spricht von einer Ungleichbehandlung, die es zu beheben gelte.

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