Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Burgdorf Bremsen statt stürzen: Polizei schult Pedelec-Fahrer
Umland Burgdorf

Bremsen statt stürzen: Polizei Burgdorf schult Pedelec-Fahrer

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:00 17.05.2019
Norbert Hardt aus Burgdorf absolviert den Parcours souverän, den Polizeibeamtin Stefanie Eckler vorgibt. Quelle: Antje Bismark
Burgdorf

 „Die Zahl der Pedelec-Nutzer steigt stetig“, sagt Stefanie Eckler, bei der Polizei Burgdorf für die Verkehrssicherheit zuständig. Damit gebe es auch mehr Unfälle mit Radlern, die auf einem Fahrrad mit Elektro-Unterstützung unterwegs seien. „Allein im Bereich der Polizeidirektion Hannover starben im vergangenen Jahr drei Pedelec-Fahrer“, sagt die Polizeibeamtin, die deshalb erstmals für diese Nutzer eine gut dreistündige Schulung organisierte. Und nach der Premiere steht fest: Eine Fortsetzung folgt nach dem Sommer.

Denn die zehn Plätze seien schnell ausgebucht gewesen, sagt Eckler. Sie gliederte die Schulung in einen theoretischen und einen praktischen Teil. So erhielten die Teilnehmer zunächst wichtige Informationen, mit welchem Gefährt sie überhaupt unterwegs sind. „Viele kennen das Rad gar nicht richtig“, weiß die Polizistin aus Erfahrung. Sie kontrollierte zudem, ob die Helme der Pedelec-Fahrer korrekt eingestellt waren und erklärte, weshalb das Tragen einer Warnweste sinnvoll ist. „Wir haben einige neue Informationen erhalten, andere kannten wir schon“, bilanziert Ute Hardt. Als besonders eindrucksvoll habe sie den Film über den toten Winkel empfunden: „Die Visualisierung regt zum Nachdenken an.“

Pedelec-Fahrer wollen neue Fahrzeuge nicht mehr missen

Diese Einschätzung teilt auch ihr Mann Norbert, der bereits seit gut 18 Monaten mit dem Pedelec unterwegs ist – nach anfänglicher Skepsis zählt sich der Burgdorfer zu den überzeugten Nutzern. „Ob ein Berg oder eine Brücke, wenn ich richtig schalte, ist das Fahren auch dort angenehm“, sagt er. In den vergangenen Monaten absolvierte er etwa acht Fahrten mit 40 bis 50 Kilometern, deshalb fühle er sich sicher auf dem Pedelec. Gleichwohl nahm Norbert Hardt wie auch seine Frau noch wichtige Informationen mit – für ihn gehören dazu unter anderem notwendige Reflektoren am Rad, aber auch die Wirkung, wenn der Fahrer nur eine statt der beiden vorderen Bremsen betätigt. „Das Pedelec lässt sich gut fahren, wenn man geübt ist“, sagt Ute Hardt. Aber: Für Ungeübte sei es schwierig, die Balance zu halten.

Ihre neuen Zweiräder wollen die Burgdorfer nicht mehr missen: „Für uns erweitert sich der Radius, den wir mit dem Pedelec erkunden können“, sagt Ute Hardt. Und ihrem Mann gefällt, dass er auf diese Weise die Landschaft auf eine Weise erleben kann, die ihm eine Fahrt im Auto nicht ermöglicht.

So steuern Sie Ihr Pedelec sicher

Wer auf ein Pedelec steigt, sollte nach Einschätzung von Verkehrssicherheitsberaterin Stefanie Eckler folgende Ratschläge beachten:

Vor dem Start: „Ich empfehle Neueinsteigern, dass sie das Pedelec zunächst in einem Schonbereich fahren und sich erst einmal mit dem Gefährt vertraut machen“, sagt sie. Denn: Das Rad sei schwerer als herkömmliche Fahrräder und habe auch einen anderen Schwerpunkt. Dafür müssten die Nutzer eine Gefühl bekommen. Zudem sollten die Pedelec-Fahrer das Display ihrer neuen Errungenschaft in Ruhe und nicht bei der ersten Fahrt anschauen: „Sonst sind sie zu stark abgelenkt“, weiß Eckler aus Erfahrung.

Der Start: Jeder Pedelec-Fahrer sollte darauf achten, dass die Technik funktioniert und neben Helm auch Schutzweste und möglicherweise auch Reflektoren tragen. „Das Anfahren bedarf mitunter etwas Übung, weil das Rad eben mehr wiegt“, sagt Eckler und plädiert für langsames Losfahren.

Während der Fahrt: Wer auf dem Pedelec sitzt und mit Elektro-Unterstützung in die Pedale tritt, ist schneller unterwegs als andere Radfahrer, die mit purer Muskelkraft strampeln. Das sollte jedem bewusst sein, weil es besonders vorausschauendes Fahren erfordert. „Die Pedelec-Fahrer sollten nicht zu viel auf den Boden schauen, sondern nach vorn blicken, dann meistern sie auch bei höherem Tempo eine Kurve oder schmale Passagen“, sagt die Polizeibeamtin

Das Bremsen: Beide Hände gehören an die beiden Vorderbremsen – auch wegen der höheren Geschwindigkeit. Zudem wirke sich das Gewicht aus, dass das Pedelec schiebe, vor allem, wenn noch Fahrradtaschen am Gepäckträger hängen. „Wie beim Auto sollten die Fahrer den Schleifpunkt der Bremse finden und langsam das Tempo reduzieren“, sagt sie. Wer abrupt bremse, stoppe auch abrupt und verliere schneller das Gleichgewicht.

Das Absteigen: Wer sein Pedelec beherrscht, sollte in einem verkehrsberuhigten Bereich das Absteigen auf beiden Seiten üben. „Normalerweise steigen wir links ab, stehen aber damit auch auf der Fahrbahn“, sagt Eckler. Diese Gefahr lasse sich beim Absteigen auf der rechten Seite vermeiden.

Weitere Meldungen von der Polizei und Feuerwehr im Stadtgebiet Burgdorf lesen Sie hier.

Von Antje Bismark

Wer dem Tierheim einen Hund abnimmt, spart bares Geld. Die Stadt erlässt solchen Hundehaltern in Zukunft für ein Jahr die Hundesteuer.

17.05.2019

Ein Betonpoller würde den Verkehr auf der Hülptingser Ortsdurchfahrt zwar verlangsamen, aber nicht die Sicherheit der Schüler erhöhen, die die Straße morgens queren müssen. Das zeigt ein Test.

19.05.2019

Das Stadtmuseum bietet für Besucher der Ausstellung „Glück auf, der Steiger kommt“ am Sonntag, 19. Mai, eine Führung an.

16.05.2019