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Burgdorf 15 Kümmerer helfen Ratsuchenden im Alltag
Umland Burgdorf

Burgdorf: 15 Kümmerer helfen Ratsuchenden im Alltag – auch mit Gespräch

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07:30 15.07.2019
Die Kümmerer aus dem Verein Bürger für Bürger unterstützen Burgdorfer im Haushalt, kommen aber auch einfach mal zum Reden vorbei. Quelle: Antje Bismark
Burgdorf

Wie viele Briefe erhält ein privater Haushalt in einem Jahrzehnt? Wie viele davon landen ungeöffnet auf einem Stapel? Und wie lassen sich die Stapel so sortieren, dass am Ende ein System für das nächstes Jahrzehnt entsteht? Daran arbeitet Anne Kirst seit einigen Wochen: Die Burgdorferin engagiert sich als Kümmerin im Verein Bürger für Bürger (BfB) und betreut dabei auch zwei ältere Frauen, bei denen sich eben jene Post stapelt.

„Ich bin jetzt im Ruhestand und habe Zeit, mich zu engagieren“, sagt sie. Sich ohne Druck und ohne Verpflichtung für andere einsetzen: So fasst die gelernte Krankenschwester die Vorgabe zusammen, die sie sich selbst für die Rentenzeit gesetzt hatte. Und dann kam jener Tag, an dem sie mit ihrem Smartphone zum Reparaturcafé des Freiwilligenzentrums ging – und von Uwe Dittrich, Koordinator der Kümmerer, und Hans Bauer von BfB gleich auf das neue Projekt angesprochen wurde. Es passte zu Kirsts Vorstellung, und seitdem betreut die (Un)Ruheständlerin drei ältere Frauen.

Kümmerer beugen Vereinsamung im Alter vor

In einem Fall gehe es um ein reines Gesprächsangebot, sagt die Kümmererin und fügt hinzu: „Die Dame hat sonst niemanden zum Reden.“ Vereinsamung im Alter – das ist für viele Menschen ein abstraktes Thema, das bei den Kümmerern inzwischen aber sehr erlebbar ist. Hartmut Müller betreut zwei ältere Frauen, in deren Garten er mal die Hecke schneidet oder den Balkon reinigt. „Das ist vordergründig eine kleine Hilfe, in Wirklichkeit fehlt ihnen der soziale Kontakt“, sagt der Burgdorfer.

Auch Kerstin Armbrust kennt die Situation. Sie kümmert sich um einen älteren Burgdorfer, der die Treffen ausschließlich zum Reden nutze. „Ich bin ihm auch direkt als Ansprechpartnerin zugeordnet, die er anruft, wenn er ein Gespräch braucht“, sagt sie. Für 90 Minuten stehen die persönlichen Probleme des Mannes im Mittelpunkt. Armbrust hört zu, gibt Ratschläge und ist einfach da. „Dabei lerne auch ich dazu, es ist ein Geben und Nehmen“, sagt sie.

Hilfe ist kostenlos und ehrenamtlich

Karin Falk und Bernhard Koch-Bialon indes stehen für kurze Fahrten, beispielsweise zum Einkaufen oder zum Besuch einer Streuobstwiese zu Verfügung. „Es ist ein niedrigschwelliges Angebot“, sagt Koordinator Dittrich, bei dem sich die Ratsuchenden melden können. Er vermittelt dann den Kontakt zu einem der 15 Kümmerer, die sich ehrenamtlich und kostenlos der Hilfe annehmen. „Wir sind an keine Institution oder Behörde angebunden“, betont der Koordinator.

Gleichwohl gebe es bei Bedarf einen kurzen Draht zum Senioren- und Pflegestützpunkt, in dessen Räumen an der Hannoverschen Neustadt die Kümmerer an jedem zweiten und vierten Mittwoch im Monat um 9 Uhr zu einem Gedankenaustausch zusammenkommen. Das Wort Supervision vermeiden Dittrich und Bauer, aber: „Jeder Ehrenamtliche bekommt so die Gelegenheit, über seine Erfahrungen zu sprechen und bei Bedarf nach weiteren Hilfsmöglichkeiten zu suchen“, sagt der Koordinator. Denn mitunter gehe es um einfache, aber wirkungsvolle Dinge – wie beispielsweise eine technische Fahrhilfe für den Rollstuhl.

So erreichen Ratsuchende die Kümmerer

Noch haben die Kümmerer einige Kapazitäten, um Ratsuchende zu unterstützen. Sie freuen sich aber auch über weitere Helfer. Beide Gruppen erreichen die Ehrenamtlichen per E-Mail an dittrich@bfb-hilfe.de und unter Telefon (05136) 8018201. Sie sind zudem dienstags jeweils von 15 bis 18 und freitags von 10 bis 12 Uhr im Freiwilligenzentrum, Mittelstraße 37, erreichbar.

Von Antje Bismark

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