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Burgdorf AfD-Ratsfraktion wird kleiner
Umland Burgdorf

Burgdorf: AfD-Ratsfraktion wird kleiner

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12:15 26.06.2019
AfD-Ratsfrau Christiane Wichmann zieht es nach Ungarn. Im Sommer legt sie ihr Ratsmandat nieder. Quelle: Privat
Burgdorf

Die Fraktion der Alternative für Deutschland (AfD) im Rat der Stadt verliert in Kürze ihre Vorsitzende. Christiane Wichmann will mit ihrer Familie Ende des Jahres nach Ungarn auswandern, wie sie dieser Zeitung bestätigte. Ihr Ratsmandat will sie im Sommer aufgeben, weil sie dann übergangsweise in die Wedemark ziehen werde.

Wichmann gehört dem Rat der Stadt seit der jüngsten Kommunalwahl vor drei Jahren an. Damals errang ihre Partei vier Mandate. Weil die AfD mit nur drei Kandidaten zur Wahl angetreten war, musste sie auf einen Sitz im Rat verzichten. Wenn Wichmann nun geht, dezimiert sich die Fraktion auf künftig nur noch zwei Köpfe; einen Nachrücker gibt es nicht. Die 46 Jahre alte gelernte Versicherungskauffrau ist für ihre Partei außerdem Mitglied in der Regionsversammlung. Sowohl dort wie im Burgdorfer Rat ist sie Fraktionsvorsitzende.

Information kommt auf Umwegen ins Rathaus

Die Kunde vom bevorstehenden Mandatsverzicht erreichte das Rathaus über Umwege. Im Verwaltungsrat der Stadtsparkasse gab Wichmanns Ehemann Gunther bekannt, dass er aus dem Gremium, in das ihn der Rat auf Vorschlag der AfD entsandt hatte, ausscheiden wolle. Zur Begründung teilte er mit, er werde mit seiner Frau und seiner Tochter nach Ungarn gehen und fortan dort leben. Die Politikerin behielt das Vorhaben einstweilen für sich und hat sich gegenüber der Stadt bislang noch nicht erklärt. „Offiziell wissen wir von nichts“, sagte der künftige Erste Stadtrat Michael Kugel am Abend der Schützenfesteröffnung.

Beim Zapfenstreich vor dem Rathaus I und auf dem Festplatz am Eröffnungsabend des Schützenfestes sei sie dann aber mehrfach von Ratsmitgliedern auf ihre Auswanderungsabsichten angesprochen worden, bestätigte Wichmann. Sie habe sich während der Bürgermeisterwahl nicht ins Rampenlicht stellen wollen und deshalb vorher geschwiegen. Die eigene Fraktion sei im Bilde, sowohl die in Burgdorf als auch die in der Regionsversammlung.

Grund: Gunther Wichmann hat Angst in Deutschland zu leben

Die geplante Auswanderung begründet Wichmann damit, dass ihr Mann Angst habe, weiterhin in Deutschland zu leben. Ihr selbst und ihrer acht Jahre alten Tochter, die sie beide an schwerem Rheuma litten, werde das Klima im Süden Ungarns besser bekommen. Zurzeit verkaufe ihr Mann das Haus in der Weststadt. Dann würden er und die Tochter in die Nähe der Stadt Pécz ziehen. Sie selbst werde zunächst nach Mellendorf zu einer Freundin umziehen, die in einer schwierigen Lebenssituation sei und ihrer Hilfe bedürfe. In einer ersten Darstellung sagte sie, sie wolle voraussichtlich Ende des Jahres ihrem Mann und der Tochter folgen. Auch Nachfrage am Folgetag sagte sie dieser Zeitung, dass sie aber trotzdem weiterhin in der Region gemeldet bleiben werde und ihr Amt als Vorsitzende der Regionsfraktion weiter ausüben wolle.

Wie geht es in der AfD-Regionsfraktion weiter?

Während Wichmann ihr Mandat und den Fraktionsvorsitz im Rat der Stadt Burgdorf niederlegen muss, sobald sie sich in Burgdorf ab- und in Wedemark-Mellendorf anmeldet, darf sie ihr Regionsmandat weiter ausüben: Die Wedemark ist Regionskommune, Wichmann bleibt Regionsbewohnerin. Die AfD-Fraktionsgeschäftsstelle zeigte sich am Mittwoch überrascht davon, dass Wichmann angekündigt hatte, nach Ungarn zu ziehen. „Das ist mir neu“, sagte Fraktionsmitarbeiter Robert Preuß. In der Geschäftsstelle gehe man davon aus, dass Wichmann zwar ihr Burgdorfer Ratsmandat niederlege, nicht aber das in der Regionsversammlung. Kurze Zeit später stellte auch Wichmann dies auf erneute Nachfrage so dar. Ihr mache die Arbeit in der Regionsfraktion großen Spaß, „und es ist eine wichtige Arbeit: Wir merken, dass wir etwas bewegen“. Deshalb werde sie, auch wenn Mann und Tochter nach Ungarn gezogen sein, auch 2020 weiter Regionsfraktionsvorsitzende der AfD bleiben.

Von Joachim Dege und Conrad von Meding

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