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Burgdorf Amtsgericht schickt notorischen Schwarzfahrer in Haft
Umland Burgdorf

Burgdorf: Amtsgericht schickt notorischen Schwarzfahrer in Haft

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16:00 21.11.2019
„Keine positive Sozialprognose": Amtsrichterin Stephanie Lumm und der Bewährungshelfer befürchten weitere Schwarzfahrten. Deshalb kassiert ein 29-Jähriger eine Haftstrafe. Quelle: Symbolbild
Burgdorf

Wie oft er einen 29-Jährigen aus Burgdorf schon beim Schwarzfahren erwischt hat – das vermag ein Schaffner der Deutschen Bahn schon gar nicht mehr zu sagen. „Sehr oft“, sagt er als Zeuge vor dem Amtsgericht Burgdorf. Immer wieder nutze der Mann die S-Bahn zwischen Ehlershausen und Celle, und bei keiner Kontrolle habe er ein Ticket vorweisen können. Stattdessen habe er sich immer auf defekte Automaten berufen. „Aber wir können das vom Handy aus überprüfen, und nur in einem Fall stimmte die Aussage“, sagt der Kontrolleur, mit der korrekten Berufsbezeichnung Kundenbetreuer im Nahverkehr.

Auch im Februar dieses Jahres stieg der 29-Jährige, der nach eigenen Angaben weder die Haupt- noch die Berufsschule mit einem Abschluss verließ, in Celle in die S-Bahn, um nach Ehlershausen zu fahren. Weder für sich noch für sein Fahrrad löste er die entsprechende Karte, wie der Bahn-Mitarbeiter sagt. Deshalb notierte er einmal mehr die Schwarzfahrt, der Burgdorfer kassierte die nächste Anzeige wegen „Erschleichens von Leistungen“, wie der Straftatbestand heißt.

Angeklagter: „Das ist wie eine Sucht für mich“

„Ich hatte wohl kein Geld für die Fahrkarte oder ich stand unter Zeitdruck“, erklärt der Mann aus Polen, der seit seinem zwölften Lebensjahr in Deutschland lebt, in der Gerichtsverhandlung. Er könne sich an den Vorfall nicht mehr erinnern. „Das ist wie eine Sucht für mich“, fügt er hinzu. Amtsrichterin Stephanie Lumm mag dieser Argumentation nicht folgen: „Eine Fahrkarte kostet 9.20 Euro, das ist ein Bruchteil dessen, was Sie nach Ihren Verurteilungen immer zu zahlen haben.“ Wie der Angeklagte einräumt, muss er noch 1500 Euro Geldstrafe begleichen – sie stammt aus einem früheren Verfahren, bei dem er zu 2100 Euro Strafe verurteilt wurde.

Ein Ende des Schwarzfahrens oder den Versuch, sein Leben in den Griff zu bekommen, sieht auch der Bewährungshelfer nicht, der dem Mann in der Verhandlung eine schlechte Sozialprognose attestiert. Er spricht von Versagen und Dummheit angesichts der Uneinsichtigkeit. „Eigentlich steht er bis 2021 unter Bewährung, doch seit Mai gibt es keinen Kontakt mehr“, sagt er und fordert, dass der Burgdorfer nun endlich einmal Konsequenzen spüren müsse.

Amtsrichterin sieht Wiederholungsgefahr

Eine Einschätzung, die auch die Staatsanwältin und Amtsrichterin Lumm teilen: „Ich bin davon überzeugt, dass Sie so weitermachen wie bisher“, sagt sie mit Blick auf fünf einschlägige Vorstrafen, bei denen bereits mehrere Schwarzfahrten zusammengefasst worden waren. „Ich bin überzeugt davon, dass das nur ein Bruchteil ist“, sagt sie und folgt der Forderung der Anklage: Der 29-Jährige muss eine viermonatige Haftstrafe antreten – eine Bewährung gibt es nicht mehr.

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