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Burgdorf Rathaussanierung: Architekt schlägt Fahrstuhleinbau vor
Umland Burgdorf

Burgdorf: Architekt schlägt fürs Rathaus I einen Fahrstuhleinbau vor

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17:53 29.11.2019
Das historische Fachwerkrathaus an der Marktstraße im Herzen der Innenstadt ist das Wahrzeichen Burgdorfs. Quelle: Joachim Dege
Burgdorf

Was darf es kosten? Das ist die entscheidende Frage, mit der sich der Rat bei der geplanten Sanierung des historischen Rathauses aktuell konfrontiert sieht. Das von der Stadt beauftragte Architekturbüro Höhlich & Schmotz hat den Politikern am Donnerstagabend im Schloss zwei Möglichkeiten eröffnet. Die mit 3,1 Millionen Euro teurere Sanierungslösung sieht einen zusätzlichen Eingang an der Westseite und den Einbau eines Fahrstuhls vor. Damit wäre das zurzeit leer stehende Gebäude dann barrierefrei.

Bevor Architekt Dirk Höhlich den Politikern auseinandersetzte, was sie für ihr Geld zu erwarten haben, wurde er pathetisch. Das 1818 errichtete Rathaus I, wie das unter Denkmalschutz stehende historische Gebäude verwaltungsintern heißt, sei das Wahrzeichen Burgdorfs. Er selbst sei in Burgdorf aufgewachsen, das Rathaus für ihn eine Herzensangelegenheit: „Es ist für unser Büro eine Ehre, uns um das Burgdorfer Rathaus kümmern zu dürfen.“

Hohe Kosten belasten Stadtsäckel

Dass die Politiker nicht dahinschmolzen, lag am zurückhaltenden Charme der Kosten, die den leeren Stadtsäckel belasten. Höhlich, dessen Büro das Rathaus zuvor untersuchte, präsentierte zwei Sanierungsvarianten. Die günstigere kostete die Stadt 2,1 Millionen Euro, die teurere eine Million Euro mehr.

Architekt Dirk Höhlich stellt den Mitgliedern des Rates zwei Sanierungsvarianten für das historische Rathaus vor. Quelle: Joachim Dege

Bei der Minimallösung, wie der Architekt die günstigere Sanierung nannte, bekäme die Stadt in 23 Monaten Bauzeit 24 Arbeitsplätze für Verwaltungsmitarbeiter aus zwei Abteilungen in dann generalüberholten Räumen auf drei Ebenen. Alle Wände blieben, wo sie sind, einschließlich der Flure. Das Dachgeschoss bliebe unausgebaut nur als Archivraum nutzbar, die Stahlwendeltreppe außen als Fluchtweg erhalten. Mit der für öffentliche Gebäude wünschenswerten Barrierefreiheit wäre es nichts, nannte Höhlich den Preis.

Optimallösung erfordert europaweite Ausschreibung

Umfänglicher und teurer fiele die von Höhlich so bezeichnete Optimallösung aus. Wegen der höheren Kosten wäre eine europaweite Ausschreibung erforderlich, und die Bauzeit nähme 32 Monate in Anspruch. Vorteil: Alle Geschosse mitsamt Dachgeschoss wären später nutzbar, weil ein zweiter Fluchtweg hinzukäme.

An der Westseite zum Bekleidungsgeschäft Fehling hin sehen die Architekten einen barrierefreien Eingang vor. Dort würde dann ein Fahrstuhl in die oberen Stockwerke führen. Quelle: Joachim Dege

Fahrstuhl ermöglich Reaktivierung des Ratssaals

Für den soll ein im Westen des Gebäudes einzubauendes zweites Treppenhaus mit Fahrstuhl sorgen. Jedes Geschoss einschließlich niedriger liegendem alten Ratssaal im hinteren Gebäudeteil wäre dann barrierefrei zu erreichen, eine Reaktivierung des Ratssaals möglich. Dazu sei ein weiterer Nebeneingang an der Westseite zum Bekleidungshaus Fehling hin nötig. „Hier wird nicht nur die Oberfläche saniert. Man muss in die Substanz des Gebäudes eingreifen.“

Das denkmalgeschützte Gebäude ist das Wahrzeichen der Stadt Burgdorf.

Bei beiden Varianten sind die Sanierung des Daches – das bedarf einer neuen Eindeckung – und die Erneuerung der Haustechnik (Brandschutz und Heizung) eingerechnet. Allein die Dachsanierung kostet 766.000 Euro. Vor einer Entscheidung wollen nun die Ratsfraktionen die jeweiligen Vor- und Nachteile abwägen. Dann kommt die Rathaussanierung erneut auf die Tagesordnung der Ratsgremien.

Das Dach des historischen Rathauses an der Marktstraße ist marode und muss komplett werden. Quelle: Joachim Dege

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Von Joachim Dege

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