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Burgdorf Burgdorfer Häuser erzählen ihre Geschichte
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Burgdorf: Ausstellung: Häuser erzählen ihre Geschichte

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00:19 28.06.2019
Einst fand sich eine Bäckerei in dem Haus Marktstraße 49, heute buchen die Burgdorfer dort ihre Reisen. Quelle: privat
Burgdorf

„Burgdorfer Häuser und ihre Geschichten“ heißt die neue Ausstellung in der KulturWerk­Stadt, die von Sonnabend, 29. Juni, bis Sonntag, 18. August, zu sehen ist. Sie stellt geschichtsträchtige und moderne Gebäude mit originellen Hintergrundgeschichten vor.

Eine ehemalige Bäckerei ist heute ein Reisebüro

Einen bemerkenswerten Bauhintergrund weist das vorgestellte Haus in der Marktstraße 49 auf. Wahrscheinlich nach dem großen Stadtbrand von 1809 entstanden, stellt es als sogenanntes Ackerbürgerhaus ein erhaltenswertes architektonisches Zeitzeugnis dar. Die konkreten Besitzverhältnisse lassen sich erst ab 1891 feststellen. Aus dem Jahr 1904 ist ein Bauantrag für die Einrichtung eines – 1942 ausgewechselten – Großbackofens zum Betrieb einer Bäckerei erhalten, die wechselnde Besitzer bis zum Jahr 1956 betrieben. Danach vermietete der Hausbesitzer und Bäckermeister August Drüner die Geschäftsräume an Friedrich Bleckwehl mit der Bedingung, dass der Backofen erhalten werden müsste. Als cleverer Unternehmer weitete Bleckwehl seine Geschäftstätigkeit bald von der Reparatur von Schreib- und Rechenmaschinen auf den Betrieb eines kleinen Kaufhauses aus und unterhielt gleichzeitig die Reparaturwerkstatt. Sein Mitarbeiter Ulrich Schmidt übernahm das Geschäft im Jahr 1972. Nach seinem Tod im Mai 2010 setzte seine Witwe Marlies den Betrieb bis Ende 2017 fort. Darauf folgte eine Phase des Leerstands, bis im Jahr 2018 neues Leben mit dem Burgdorfer Reisecenter einzog. Bei den vorangehenden Sanierungsarbeiten kam der alte, hinter einer Holzwand verborgene Backofen aus dem Jahr 1942 wieder zum Vorschein und hält die Erinnerung an die ehemalige Bestimmung der Geschäftsräume wach.

Aktive Bürger wollen Häuser-Geschichten erzählen

Der VVV, der Förderverein Stadtmuseum und die Stadt Burgdorf präsentieren in diesem Jahr die neunte Folge dieser Ausstellungsreihe seit 1992. Ihr Anliegen ist es, die Geschichte ausgewählter Burgdorfer Häuser lebendig nachzuzeichnen und das Augenmerk auf das reichhaltige Erbe städtischer Baukultur zu richten. Zum Ausstellungsteam gehören Christel Hoffmann-Pilgrim, Heidrun Rickert, Gero von Oettingen, Franz Rothofer, Anke Gehrke und Erika Flocke. Der stellvertretende Bürgermeister Matthias Paul eröffnet die Ausstellung am 29. Juni um 14 Uhr in der KulturWerkStadt. Die KulturWerkStadt ist bei freiem Eintritt sonnabends und sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Als Ausstellungsführer erscheint eine Broschüre mit allen zehn Häusern, die bei Bleich Drucken und Stempeln, Braunschweiger Straße 2, und in der KulturWerkStadt für eine Schutzgebühr von 4 Euro erhältlich ist.

Von Antje Bismark

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