Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Burgdorf Ausstellung entführt in die Stadtgeschichte – mit dem „Brauerkrieg“
Umland Burgdorf

Burgdorf: Ausstellung in der KulturWerkStadt zeigt Stadtgeschichte

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:20 25.12.2021
Der Kupferstich Burgdorfs stammt aus dem Jahr 1650 nach einer Zeichnung von Konrad Buno. Er war im 1654 erschienenen 15. Band der „Topographia Germaniae“ zu finden, die zuerst der berühmte Kupferstecher Matthäus Merian und nach seinem Tod 1650 seine Erben Matthäus Merian der Jüngere und Caspar Merian herausgaben.
Der Kupferstich Burgdorfs stammt aus dem Jahr 1650 nach einer Zeichnung von Konrad Buno. Er war im 1654 erschienenen 15. Band der „Topographia Germaniae“ zu finden, die zuerst der berühmte Kupferstecher Matthäus Merian und nach seinem Tod 1650 seine Erben Matthäus Merian der Jüngere und Caspar Merian herausgaben. Quelle: VVV
Anzeige
Burgdorf

„Unsere Stadt – unsere Geschichte“ lautet der Titel einer neuen Ausstellungsreihe, deren erster Teil „Von der Heeßeler Burg bis zum 30-jährigen Krieg“ noch bis Sonntag, 16. Januar, in der KulturWerkStadt an der Poststraße 2 zu sehen ist. Die Ausstellung erklärt die wichtigsten Etappen der Entwicklung Burgdorfs vom Mittelalter von den Anfängen einer Besiedlung über die Stadtwerdung bis zum 30-jährigen Krieg. Als herausragender historischer Umbruch in dieser Zeit ist der Übergang der 1279 erstmals urkundlich erwähnten Stadt in den Besitz der Lüneburger Herzoge aus dem Geschlecht der Welfen im Jahr 1433 hervorzuheben.

Die Präsentation widmet sich wichtigen geschichtlichen Ereignisse, wie der völligen Zerstörung der Stadt durch Brandschatzung am 10. Juni 1519, den Einzug der Reformation mit Ludolf Müller, Pastor der St.-Pankratius-Kirche oder dem von Herzog Friedrich IV. von Lüneburg initiierten Neubau des 1632 zerstörten Burgdorfer Schlosses. Nach dem Ende des 30-jährigen Krieges setzte auch der Wiederaufbau der Stadt sein. Der Folgezeit nimmt sich der zweite Teil der Ausstellungsreihe an.

Von Modetrends bis zum „Brauerkrieg“

Neben dem geschichtlichen Überblick richtet die Ausstellung den Fokus auf die Burgdorfer und allgemeine Kultur-, Kirchen- und Sozialgeschichte des Mittelalters bis zum Übergang zur frühen Neuzeit. So erfahren die Besucher, mit welchen Kleidungsstücken die Menschen abhängig von ihrem sozialen Stand und den damaligen Modetrends in der Öffentlichkeit auftraten. Genauso standesabhängig waren die Ernährungsgepflogenheiten, die bei den privilegierten Klassen nicht selten in einem zwölfgängigen Festmenü mit übermäßigem Fleischgenuss gipfelten. Der Bericht über die Entwicklung der Handwerksberufe seit dem Mittelalter bezieht auch den „Burgdorfer Brauerkrieg“ aus dem Jahr 1564 ein, bei dem die städtischen Brauer ihr exklusives Recht des Bierbrauens gegen die Handwerker erfolgreich verteidigten, die ihnen dieses Vorrecht absprechen wollten.

HAZ Freizeit-Newsletter

Im HAZ Freizeit-Newsletter geht es alle zwei Wochen um Ausflüge in der Region Hannover und darüber hinaus – mit vielen Tipps für Ihre Freizeit vor der Haustür.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Funde aus der Vorgeschichte Burgdorfs

Dass bereits in der Jungsteinzeit (ab etwa 4000 Jahre vor Christi Geburt) Menschen im Raum Burgdorf lebten, zeigen entsprechende Funde, die in der Ausstellung zu sehen sind. Weitere Funde belegen, dass es südlich von Burgdorf bis ins 13. Jahrhundert Siedlungen gab, die die Menschen verlassen haben und als sogenannte Wüstungen zurückließen. Ebenso interessant sind aufgefundene Relikte, die aus 1934 durchgeführten Ausgrabungen des Landesmuseums Hannover im Umfeld der Heeßeler Burg stammen, deren Standort und damalige Besitzverhältnisse sich heute nur noch erahnen lassen. Weitere Exponate kommen vom Historischen Museum in Hannover, darunter eine Seitstollentruhe aus dem 17. Jahrhundert sowie originales Geschirr aus dem 13. bis 16. Jahrhundert.

Information: Die Ausstellung öffnet sonntags von 14 bis 17 Uhr – auch am zweiten Weihnachtsfeiertag und am Sonntag, 2. Dezember. Für die Besucher gelten die aktuellen Corona-Hygiene- und Abstandsregeln. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.vvvburgdorf.de. Zu der Schau gibt es einen Führer, der für eine Schutzgebühr von 3 Euro in der KulturWerkStadt und bei Bleich Drucken und Stempeln, Braunschweiger Straße 2, erhältlich ist.

Von Antje Bismark