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Burgdorf Betrüger kassiert fast eine halbe Million Euro
Umland Burgdorf

Burgdorf: Betrüger kassiert fast eine halbe Million Euro

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18:59 18.08.2019
Wegen Betrugs muss sich ein Burgdorfer Geschäftsmann vor dem Landgericht Hildesheim verantworten. Quelle: Joachim Dege (Archiv)
Burgdorf

Die Betrügereien liefen relativ simpel ab: Laut Vorwurf der Staatsanwaltschaft benutzte der damals 46-jährige Mann im August und September 2017 vier EC-Karten von auf seinen Namen laufenden Girokonten, um damit über das Telecash-Terminal seines Geschäftes Zahlungen für Scheinkäufe auf sein Firmenkonto zu veranlassen. Auf den Girokonten lag freilich kein Geld, sodass die betroffenen Banken jeweils mit Rücklastschriften versuchten, die Beträge wieder zurückzuholen. Doch damit scheiterten sie, weil der Burgdorfer immer schnell das Firmenkonto per Überweisung auf andere Konten oder per Barabhebung leer räumte.

Geschäftsmann war schnell und fleißig

Der Betrüger war nicht nur schnell, sondern auch bienenfleißig: Innerhalb von nur vier Wochen, so hat es die Staatsanwaltschaft ermittelt, steckte er die EC-Karten nicht weniger als 319-mal in das Lesegerät, manchmal 20-mal an einem Tag. Bei den Abbuchungen zwischen 900 und 1500 Euro kamen auf diese Weise insgesamt 437.621 Euro zusammen.

Damit setzte er sich dann offenbar nach Berlin ab, wo er erst nach längeren Ermittlungen im April dieses Jahres von der Polizei aufgespürt werden konnte. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. Bei seiner Festnahme wies er sich gegenüber den Beamten mit einem gefälschten belgischen Personalausweis aus. Einen weiteren sowie einen ebenfalls gefälschten belgischen Führerschein habe er auch noch bei sich gehabt, lautet ein weiterer Vorwurf der Anklage.

Strafrahmen zwischen sechs Monaten und zehn Jahren

Insgesamt muss sich der ehemalige Burgdorfer wegen gewerbsmäßigen Computerbetrugs, Urkundenfälschung und Verschaffen von falschen amtlichen Ausweisen vor dem Landgericht Hildesheim verantworten. Theoretisch bewegt sich der Strafrahmen für jede einzelne der mehr als 300 Straftaten zwischen sechs Monaten und zehn Jahren Haft. Aber daraus werde sicher eine Gesamtstrafe gebildet, erklärte ein Gerichtssprecher. Der erste Verhandlungstag am Dienstag, 20. August, beginnt um 9 Uhr im Saal 149. Vier weitere Termine sind bereits anberaumt.

Von Thomas Böger

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