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Burgdorf Bleibt der Lärmschutz für die Bahntrasse Celle-Lehrte auf der Strecke?
Umland Burgdorf

Burgdorf: Bleibt der Lärmschutz für die Bahntrasse Celle-Lehrte auf der Strecke?

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11:24 29.10.2019
Schon jetzt rollen täglich mehr als 100 Güterzüge auf dem Weg von Lehrte nach Celle durch Burgdorf, Otze und Ehlershausen. Quelle: Bismark
Burgdorf/Lehrte

Werden die Anwohner der Güterverkehrsstrecke Celle-Lehrte vom Alpha-E-Projekt abgehängt? Diese Gefahr sieht die Bürgerinitiative Otze Schiene (Bios) auch nach dem zweiten Runden Tisch mit Vertretern der Deutschen Bahn. Die Folge wäre, dass der für die Ausbaustrecke zugesagte übergesetzliche Lärmschutz ausbliebe, ebenso würde wahrscheinlich an den höhengleichen Bahnübergänge in Ehlershausen, Otze und Aligse alles beim Alten bleiben. „Deshalb wollen wir dafür kämpfen, dass die Strecke Celle-Lehrte Planungsbestandteil des Alpha-E-Projekts bleibt“, sagt Bios-Sprecher Arnim Goldbach.

Gemeinsam mit den Bürgerinitiativen MegaLeise und Stark aus dem Stadtgebiet Lehrte soll darüber hinaus erreicht werden, dass der Streckenabschnitt Lehrte-Stadt und der MegaHub, der derzeit östlich von Ahlten gebaut wird, ebenfalls in das Alpha-E-Projekt aufgenommen werden. Auf das Alpha-E-Projekt, das inzwischen als „optimiertes Alpha-E-Projekt + Bremen“ gesetzlich verankert ist, hatte sich das Dialogforum Schiene Nord im Herbst 2015 geeinigt. Das Besondere: An ihre Zustimmung haben die vom Ausbau der Bahnstrecken betroffenen Kommunen Bedingungen geknüpft. Diese sollen die Nachteile der höheren Belastung durch die Zunahme des Güterzugverkehrs ausgleichen.

Die Bedingungen für das Alpha-E-Projekt

An den Konsens, das bestehende Schienennetz im Dreieck zwischen Bremen-Hamburg-Hannover weiterzuentwickeln, hat das Dialogforum Schiene-Nord in seiner Abschlusserklärung im Herbst 2015 neun unaufkündbare Bedingungen geknüpft:

Bestmöglicher Gesundheitsschutz mit Begrenzung des Lärmpegels in Schlafräumen auf 45 dB(A), Festlegung eines Spitzenpegels, der nicht überschritten werden darf, Schutz von Erholungsbereichen und Umrüstung auf leise Bahnbetriebstechnik.

Ein nachhaltig leistungsfähiges Verkehrssystem ist schnell aufzubauen.

Der Schienenpersonenverkehr ist quantitativ und qualitativ zu verbessern.

Die regionale Belastung durch die Entwicklung des Schienenverkehrs darf den regionalen Nutzen nicht überschreiten.

Die kommunale Planungshoheit muss unangetastet bleiben.

Es ist ein Fonds zur Sicherung und Entwicklung hoher Siedlungsqualität in den von der Zunahme des Güterzugverkehrs betroffenen Regionen einzurichten.

Die Kosten für den Umbau von Bahnübergängen – zum Beispiel in Aligse, Ehlershausen und Otze – müssen komplett übernommen werden. Nach dem derzeitigen Eisenbahnkreuzungsgesetz tragen Kommunen ein Drittel.

Orts- und Landschaftsbilder sind zu wahren. Zudem dürfen Ortschaften nicht zerschnitten, sondern die Siedlungsbeziehungen müssen gesichert werden.

Einrichtung eines Projektbeirats, der kontrolliert, dass die Inhalte des Abschlusspapiers – Vorzugsvariante und Bedingungen –umgesetzt wurden.

Bahnsprecher kündigt Zahlen für Anfang 2020 an

Entscheidend dafür, ob auf der Strecke Celle-Lehrte die bislang geplante Blockverdichtung nötig sein wird, ist die Zahl der Züge, die künftig dort fahren. Doch die Bahn gebe einfach keine offizielle Prognose zu den erwarteten Zugzahlen ab, kritisiert Goldbach. „Nach dem zweiten Runden Tisch wissen wir jetzt wenigstens warum.“ Es liege an den Planungen für die Strecke Lüneburg-Uelzen. Davon sei abhängig, wie viele Züge künftig auf Burgdorf zurollen werden. Das bestätigt Bahnsprecher Armin Skierlo auf Anfrage. „Anfang 2020 werden wir eine Aussage treffen können“, kündigt er an.

Kein Streckenausbau – kein Lärmschutz

Skierlo hält es durchaus für möglich, dass zwischen Celle und Lehrte künftig nur so viele Züge mehr fahren werden, dass die Bahn die Strecke gar nicht ausbauen muss. Das wäre der schlimmste Fall: Denn laut Burgdorfs Stadtplaner Jan-Hinrich Brinkmann gibt es keinen rechtlichen Anspruch auf einen verbesserten Lärmschutz, weil die Schutzwände entlang der Bahnstrecke in Burgdorf und Lehrte bereits jetzt so ausgelegt sind, dass der gesetzliche Grenzwert von 60 dB(A) auch bei 200 Zügen – so die bisherige Prognose zur Entwicklung der Zugzahlen – täglich nicht überschritten wird.

„Allerdings werden die Güterzüge künftig leiser werden“, sagt Skierlo. Bis Ende 2020 müssten die Waggons mit sogenannten Flüsterbremsen ausgestattet sein, was die Rollgeräusche um zehn Dezibel senke. „Das bedeutet eine Halbierung des Geräuschpegels“, erklärt der Bahnsprecher. Diese positive Einschätzung teilt Brinkmann nicht: „Tendenziell werden die Züge länger und schneller, dadurch wird die Lärmabschwächung verringert.“

„Ob eine Chance für die Umsetzung der Bedingungen zum Beispiel zum Lärmschutz, Nahverkehr und Bahnübergänge besteht, wird noch eine Weile offen bleiben“, sagt Brinkmann, der die Städte Burgdorf, Lehrte und Sehnde im Alpha-E-Projektbeirat vertritt. „Solange das offen ist, bleiben die Städte Lehrte und Burgdorf Mitglied des Runden Tisches.“

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