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Burgdorf Bundespräsident ehrt Fritz Röttger
Umland Burgdorf Bundespräsident ehrt Fritz Röttger
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14:19 26.02.2019
Engagiert sich gern und viel für andere. Dafür bekommt er jetzt das Bundesverdienstkreuz verliehen. Quelle: Joachim Dege
Burgdorf

Fritz Röttger hat gerade erst eine schwere Herzoperation überstanden und ist noch etwas wacklig auf den Beinen. Jede gute Nachricht tut ihm gut. Eine solche hat der 75-Jährige am 8. Februar bekommen. Der für Protokollfragen und Orden zuständige Matthias Woiwode aus der Niedersächsischen Staatskanzlei teilte ihm in einem Brief mit: „Herr Bundespräsident Steinmeier hat Ihnen auf Vorschlag von Ministerpräsident Weil am 22. Januar das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.“

Da war Röttger, der gelernte Schornsteinfeger und spätere Jugendpfleger, baff: „Ob Ihr es glaubt oder nicht, ich sitze vorm PC und schaue mir einen Brief an und kann es überhaut nicht fassen. Ich danke allen Freunden, die mir auf dem Weg dahin mitgeholfen und mir vertraut haben. Es ist die Anerkennung für mein Lebenswerk“, schrieb Röttger auf seinem Facebook-Account nach sechs Wochen Klinikaufenthalt. Mehr als 100 Likes kassierte das liebenswerte Burgdorfer Original, das Jahr für Jahr den Entenmann und den Weihnachtsmann in der Stadt gibt, für seinen Eintrag.

Noch hält Röttger das Verdienstkreuz nicht in seinen Händen. Die Region Hannover soll es ihm aushändigen. Bis jetzt konnte es die Behörde nicht einrichten. Und so weiß Röttger auch noch nicht, wann die Verleihung der Auszeichnung sein wird.

Bundesverdienstkreuz für viele Ehrenämter

Die Anregung, Röttger das Verdienstkreuz zu geben, stammt natürlich nicht vom Ministerpräsidenten, sondern aus Ehlershausen, wo der 75-Jährige seit Jahrzehnten lebt. Dieter Vogelsang nahm sich 2017 die Freiheit, den Bundespräsidenten über die Niedersächsische Staatskanzlei aufmerksam zu machen auf das unermüdliche Wirken Röttgers, als er einfach aufschrieb, was der Rentner alles schon geleistet hat in seinem Leben: Vorsitzender der Jugendgewerkschaft im DGB in Hannover von 1961 bis 1964, Mitte der 1970-er Jahre Initiator des Jugendhausbaus in Ehlershausen, seit 1980 Mitglied des Deutschen Jugendherbergswerkes beim Landesjugendverband Hannover und Ortsvereinsvorsitzender in Uetze, seit 1981 für den Verkehrs- und Verschönerungs-Verein und später den Stadtmarketingverein im Winter als Weihnachtsmann auf den Straßen Burgdorfs unterwegs, überdies Helfer beim Pferdemarkt und beim Entenrennen. 1991 organisierte Röttger für das DRK in Uetze eine Hilfsaktion zugunsten bedürftiger Soldatenfamilien im russischen Wolgograd (ehemals Stalingrad): 400 Tonnen Kleidung, Spielsachen, Lebensmittel, Decken sowie 42.000 D-Mark kamen zusammen, die er mit anderen in zwölf Lastwagen höchstselbst an den Zielort brachte und dort verteilte. 15 Jahre lang organisierte er ehrenamtlich den Infostand der Gemeinde Uetze beim Großraumentdeckertag.

Röttger sieht Familien als seinen Heimathafen an

Wer über all das mit Röttger ins Gespräch kommen will, muss Zeit mitbringen. Röttger erzählt gern und viel, wie sich das alles zugetragen hat. Ohne jedes Selbstlob, bescheiden eben, aber mit einem Leuchten in den Augen, das erkennen lässt, wie große seine Menschenliebe sein muss, die ihm seine Eltern im hannoverschen Arbeiterviertel Linden einst mitgaben auf seinen Weg ins Leben. Die Mutter und den Vater und später dann auch seine Frau, die er bis zu deren Tod vor zwei Jahren pflegte, seien ihm ein Heimathafen gewesen, sagt er. Nur weil er diesen besessen habe, habe er all das tun können, wofür er nun das Bundesverdienstkreuz erhalten soll. „Ich hatte nie Angst. Meine Maxime lautete immer: Sag nie ’Ich würde’, sondern immer ’Ich mach es’.“

Von Joachim Dege

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