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Burgdorf Chef der Jägerschaft fordert Lösungen für Wolfsproblem
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15:20 07.04.2019
Auf der Bühne, auf der Jagdhornbläser die Besucher der Jahresversammlung begrüßen, stellt die Jägerschaft einen präparierten Wolf aus. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
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Burgdorf

Die stark wachsende Zahl an Wölfen in Niedersachsen, die Afrikanische Schweinepest (ASP) und die Ausbreitung der Nutrias bereiten den Jägern im früheren Landkreis Burgdorf Sorge. Das wurde in der Jahresversammlung der Jägerschaft Burgdorf am Sonnabend im Stadthaus deutlich.

Die stellvertretende Burgdorfer Bürgermeisterin Simone Heller erinnerte daran, dass mittlerweile kaum ein Monat vergehe, in dem es nicht in der Region Hannover zu einem Wolfsriss komme. So sind erst im März 15 Heidschnucken bei Engensen einem Wolf zum Opfer gefallen. Derzeit gibt es 150 Wölfe in Niedersachsen. „Dabei wird es nicht bleiben“, sagte Heller. Ihre ganz persönliche Meinung sei, dass man nicht darum herumkomme, über eine Bestandskontrolle zu diskutieren. Nach Ansicht der Grünen-Politikerin dürfe man auf keinen Fall die Weidetierhalter im Stich lassen. Zum Beispiel könne man eine große Weide bei Sorgensen, auf der ein Landwirt artgerecht Kühe halte, nicht wolfssicher einzäunen.

Thiele: Zu viele reden beim Thema Wolf ohne Ahnung mit

„Vielen Dank für diese Position“, sagte Ernst-Dieter Meinecke, Vizepräsident der Landesjägerschaft. „Es müssen verdammt noch mal endlich Lösungen her“, forderte der Vorsitzende der Jägerschaft Burgdorf, Hans-Otto Thiele aus Röddensen. Nach seiner Ansicht reden beim Thema Wolf zu viele mit, die von der Problematik keine Ahnung haben. Thiele ist, wie er in einem Gespräch mit dieser Zeitung sagte, gegen die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht. Er befürchtet, dass dann die Jäger für Schäden, die das Raubtier anrichtet, haftbar gemacht werden könnten. Für die Tierhalter müssten einfache staatliche Entschädigungsregelungen gelten.

Die Jägerschaft Burgdorf zieht eine Bilanz des vergangenen Jahres – und bereitet sich auf das nächste Jahr vor: mit Vorstandswahlen und Forderungen zum Thema Wolf.

Afrikanische Schweinegrippe verunsichert Landwirte

Kreisjägermeister Eckhard Baars sprach das Thema Afrikanische Schweinepest an. „In Belgien ist es total aus dem Ruder gelaufen“, klagte der Uetzer. Dort habe der Staat das Problem nicht ernst genommen, als dort die ersten ASP-Fälle bekannt wurden. Inzwischen seien es 365. Er bat die hiesigen Jäger, jedes tote Wildschwein, das sie finden, auf ASP untersuchen zu lassen. Nur wenn man die Seuche, die sowohl für Wild- als auch für Hausschweine gefährlich ist, frühzeitig erkenne, könne man sie erfolgreich bekämpfen, gab Baars zu bedenken.

Population der Nurias wächst stetig

Beim Vortragen des Streckenberichts hob Baars hervor, dass die Population der Nutrias, die auch Sumpfbiber genannt werden, stetig im Gebiet der Jägerschaft Burgdorf wächst. Im Jagdjahr 2018/2019 haben die hiesigen Jäger 559 Nutrias erlegt oder tot gefunden. Im Jahr zuvor waren es noch 80 weniger. „Es ist eine Art, die wir hier vor einigen Jahren noch nicht hatten“, sagte Baars. Einige Revierinhaber hätten noch nicht bemerkt, dass die Tiere, die Ufer unterhöhlen und so den Hochwasserschutz gefährden, auch in ihren Revieren vorkämen. Gegen die weitere Ausbreitung müssten die Jäger unbedingt etwas unternehmen.

Am Schluss der Versammlung kritisierte Vorsitzender Thiele die untere Jagdbehörde der Region Hannover hart, die unter anderem für die Erteilung und Einziehung von Jagdscheinen zuständig ist. Er warf dem neuen Leiter vor, dass dieser sich nicht mit der Jagd auskenne.

Versammlung bestätigt den Vorsitzenden

Hans-Otto Thiele aus Röddensen wird auch in den nächsten vier Jahren an der Spitze der Jägerschaft Burgdorf stehen, die mehr als 1000 Mitglieder zählt. Er wurde ohne Gegenstimme im Amt bestätigt. Thiele selbst enthielt sich der Stimme. „Es wird meine letzte Wahlperiode sein“, hatte Thiele vorher angekündigt. Seit zwölf Jahren führt er den Vorsitz.

Aus dem Führungsgremium ist die bisherige stellvertretende Vorsitzende Gaby Muhle (Burgdorf) ausgeschieden. Zu ihrem Nachfolger wurde Andreas Wilhelm Schwarz aus Ramlingen gewählt. Wiedergewählt wurden Schriftführerin Sibylle Bruns (Wedemark) und Schatzmeister Horst Windt (Wettmar).

Thiele ehrte Fred Gary Schneegans, Iris Koehler (beide Burgwedel), Ernst Brunschön (Hämelerwald) Ernst Wigger (Höver), Dirk Dumker (Burgdorf) und Christian Busse (Klein Lobke). Für gute Hege zeichnete Kreisjägermeister Eckhard Baars die Reviere Hänigsen III und Gailhof aus. fs

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