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Burgdorf Darum wünscht sich Schillerslage eine größere Sporthalle
Umland Burgdorf

Burgdorf: Darum wünscht Schillerslage sich eine größere Sporthalle

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18:21 06.01.2020
Die Empore (links) der Mehrzweckhalle könnte nach den Vorstellungen des SSV Schillerslage zu einem Trainingsraum umgebaut werden. Quelle: Anette Wulf-Dettmer
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Schillerslage

Die Empore darf nicht mehr genutzt werden. Die Fenster sind nicht mehr zu öffnen. Der Fluchtweg ist unfallträchtig und das Dach an einigen Stellen undicht. Der Schwingboden hat Dellen. Die Mängelliste der Schillerslager Mehrzweckhalle ist lang und ließe sich problemlos verlängern. Die Stadt Burgdorf hat ein Architektenbüro beauftragt, die 45 Jahre alte Halle auf ihren Sanierungsbedarf zu untersuchen.

Auf 500.000 Euro bis 700.000 Euro schätzen die Gutachter die Kosten für die Instandsetzung der Mehrzweckhalle. Nicht berücksichtigt ist dabei die möglicherweise notwendige Erneuerung der Elektroinstallationen. Die einzelnen Maßnahmen können laut Gutachter unabhängig voneinander Schritt für Schritt umgesetzt werden.

Nicht nur SSV-Sportler nutzen die Halle

Angesichts dieses Investitionsvolumens schlägt der Vorstand des rund 600 Mitglieder starken Schützen- und Sportvereins Schillerslage (SSV) vor, die Halle nicht nur zu sanieren, sondern sie zu erweitern. „Denn die Halle wird sehr gut genutzt und ist auch an Wochenenden ausgelastet“, sagt Johannes Reuter, Leiter der SSV-Sportabteilung. Der SSV nutzt die Halle für Bogenschießen, Kinderturnen, Tennis, Hobbyfußball, Rückengymnastik, Body-Shape, Yoga und Indian Balance, zählt er auf.

Zudem trainieren in der Halle Sorgenser Sportler und tragen am Wochenende Punktspiele aus. Ebenso spielen Ballsportler mit Behinderung in Schillerslage. Deshalb müssten auch die Sanitäranlagen und der Halleneingang behindertengerecht umgestaltet werden, sagt Reuter. „Das ist Standard in allen öffentlichen Gebäuden.“

Bevor die Empore gesperrt wurde, haben laut Reuter Modellautosportler in der Halle RC-Car-Rennen ausgetragen. „Sie sind raus, weil sie die Empore brauchten, um von dort ihre Autos zu lenken.“ Das Problem mit der Empore: Sie hat keinen eigenen Ausgang, und die Brüstung zur Halle ist zu niedrig.

Empore zum Trainingsraum ausbauen

Der Vorschlag des SSV: die Halle nach Westen um vier bis fünf Metern erweitern. Dann wäre die Empore wieder zu nutzen. Es könnten zwei ausreichend große Sporträume entstehen, und es gäbe Platz für eine separate Treppe, erläutert Reuter die Idee. „Dann könnten mehrere Sportgruppen gleichzeitig trainieren und der Verein hätte ganz neue Möglichkeiten.“ Der SSV würde laut Reuter gern Sport für Fünf- und Zwölfjährige anbieten.

An der Westseite könnte die Mehrzweckhalle um vier bis fünf Meter erweitert werden, schlägt der SSV-Vorstand vor. Quelle: Anette Wulf-Dettmer

Zudem müsste die westliche Außenmauer der Halle nicht energetisch saniert werden, denn sie würde zur Innenwand. „Energetisch ist die Halle insgesamt nicht auf dem neuesten Stand“, sagt Reuter. In Frostperioden können die Gymnastikgruppen die Halle nicht nutzen, weil die Temperatur maximal 16 Grad erreiche –trotz der neuen Heizungen, die 2015 eingebaut wurden, als die Halle zur Notunterkunft für Flüchtlinge umgewandelt wurde.

Stadträtin: Halle hat keine Priorität

Angesichts dieser Situation hält Reuter die Pläne der Stadt, die Burgdorfer Vereine an den Heizkosten zu beteiligen, für problematisch. „Wie sollen wir den Mitgliedern klar machen, dass sie für die marode Halle mehr bezahlen müssen?“

In der jüngsten Ortsratssitzung hat Stadträtin Silke Vierke auf Bitte der Ortspolitiker zugesagt, dass die Stadt bis zum Herbst 2020 prüfen lassen will, wie die Halle erweitert werden könnte. „Aber die Halle hat keine Priorität, es gibt zurzeit wichtigere Projekte in der Stadt“, stellte sie klar. Allerdings war den Schillerslagern versprochen worden, dass die Halle nach dem Auszug der Flüchtlinge – das war 2016 – saniert wird, erinnert sich Reuter. „Die Stadt ist uns was schuldig.“

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Von Anette Wulf-Dettmer

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