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Burgdorf Deshalb gibt es historisches Saatgut in der Stadtbibliothek
Umland Burgdorf Deshalb gibt es historisches Saatgut in der Stadtbibliothek
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00:17 15.03.2019
Andrea Nehmer-Rommel zeigt die Tauschkiste mit unterschiedlichem Saatgut. Quelle: Antje Bismark
Burgdorf

Was hat die Tomate Tigerella gemein mit dem Grünkohl Rote Palme, der Stangenbohne Napoleon oder dem Römersalat Forellenschluss? Andrea Nehmer-Rommel, Leiterin der Stadtbibliothek an der Sorgenser Straße, kennt die Antwort: Von allen Pflanzen gibt es derzeit in einer Tauschbörse den Samen – und sie gelten durchaus als historisch wertvolles Gut, über das sich die Besucher der Bücherei bis zum Herbst informieren können.

Fotos, alte Verpackungen und Schautafeln informieren

„Ich freue mich sehr, dass wir einmal eine ganz andere Ausstellung organisieren konnten, zu der auch die Tauschbörse gehört“, sagt Nehmer-Rommel. Sie stellte im Sommer vergangenen Jahres den Kontakt zu Bernd Retemeyer von der Initiative zur Erhaltung historischer Gemüsesorten her, der nun Schautafeln mit großflächigen Fotos von Glockenpaprika über die Gartenmelde Rubinrot bis hin zur Peperoni Elefantenrüssel an der Empore der Bibliothek aufgehängt hat. Sie ziehen die Blick der Leser auf sich, die ins Ober- oder ins Untergeschoss gehen wollen. Wer die Einrichtung betritt, findet als erstes mehrere Schautafeln über die historischen Sorten und über die Initiative unter dem Dach des Großen Freien. Dazu gehört auch eine Glasvitrine, in die Retemeyer und Nehmer-Rommel neben Büchern auch Saatgut-Tüten aus längst vergangenen Zeiten gelegt haben.

In einer Vitrine und auf Schautafeln finden Besucher der Bibliothek spannende Informationen über altes Saatgut. Quelle: Antje Bismark

Nun hoffen beide, dass möglichst viele Burgdorfer die Tauschbörse nutzen und sich die von Retemeyer selbst gezogenen und verpackten Saatkörner holen, um sie nach der Keimphase auf der Fensterbank dann im heimischen Garten zu ziehen. „Unser Wunsch ist, dass die Gärtner auch eigene Samen mitbringen und in die Tauschkiste legen“, sagt Nehmer-Rommel und fügt hinzu, dass damit weitere Überraschungen rund um den Grünkohl Ostfriesische Palme oder die Palerbse Ruhm von Quedlinburg garantiert seien. Wer eine Tüte ohne Gegenstück entnimmt, wird um einen kleinen Obolus zugunsten der Initiative von Retemeyer gebeten.

Hinter der Herkunft von Pflanzen verbirgt sich Geschichte

In einer Vitrine und auf Schautafeln finden Besucher der Bibliothek spannende Informationen über altes Saatgut. Quelle: Antje Bismark

Er ist von Beruf aus Bauingenieur, widmet sich aber nach einer Ausstellung unter dem Dach des Regionalmuseums Sehnde zum Bundessortenamt vor zwei Jahren nun den historischen Pflanzen. „Damit kann ich zwei Interessen verbinden“, sagt er, „mein Faible für Historisches und fürs Gärtnern, weil sich hinter der Herkunft von Pflanzen oft spannende Geschichten verbergen.“ Retemeyer züchtet seine Gemüsepflanzen zum einen im heimischen Garten, aber auch in einem interkulturellen Gartenprojekt Laatzen und neu im Zukunftsgarten in Steinwedel. Längst hat er sich mit seinem Hobby vernetzt – in der Region Hannover, aber auch mit Gleichgesinnten in Österreich.

Bis zur Erntezeit im Herbst sollen Ausstellung und Tauschbörse die Gartenfreunde in die Bibliothek locken, deren Team nach Aussage von Nehmer-Rommel auch die entsprechenden Bücher rund um die Gemüseküche empfehlen kann. Und natürlich, sagt sie, gebe es auch Literatur für jene, die neu ins Gärtnern einsteigen oder die ihr Wissen vertiefen wollen.

Von Antje Bismark

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