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Burgdorf Diakonie unterstützt Musterklage: Wie viel kostet die Schule?
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Burgdorf: Diakonie unterstützt Musterklage: Wie viel kostet die Schule?

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07:36 04.09.2019
Eine Einschulung kostet Geld – wie viel aber genau, darüber gibt es Streit. Quelle: Symbolbild
Burgdorf/Lehrte/Sehnde/Uetze

Hefte mit den farblich passenden Umschlägen. Buntstifte. Bleistifte. Malblock und Tusche. Wenn ein Kind in die Schule kommt, erhalten die Eltern lange Listen von den Lehrern über jene Utensilien, die der Nachwuchs benötigt. All das kostet Geld – viel Geld, wie Mütter und Väter aus mitunter leidvoller Erfahrung wissen. „Gerade für Menschen, die auf staatliche Unterstützung angewiesen sind, bedeutet eine Einschulung eine enorme finanzielle Belastung“, sagt Kirchenkreissozialarbeiter Friedhelm Neumann.

Dabei sieht der Fachmann von der Diakonie zwei entscheidende Schuljahr als besonders schwierig an – die erste Klasse und den Wechsel von der Grund- in die weiterführende Schule. „Das Geld aus dem Bildungs- und Teilhabepaket reicht normalerweise gerade so für ein Schuljahr, bei den Schulwechseln aber überhaupt nicht mehr“, berichtet Neumann aus Erfahrung. Mit seinen Kollegen von der Diakonie Hannover-Land und Partnern wie dem Sozialwissenschaftlichen Institut der EKD hat er in den vergangenen Jahren dank der Unterstützung von betroffenen Familien erfasst, wie groß der Schulbedarf tatsächlich ist.

Diakonie unterstützt Familien bei der Musterklage

Inzwischen finden diese Zahlen auch Eingang im Starke-Familien-Gesetz, das der Bundesrat im April beschlossen hat. Danach steigt das Schulstarterpaket um 50 auf 150 Euro. Zu Schuljahresbeginn gibt es 100 Euro, zum zweiten Halbjahr noch einmal 50 Euro. Zufrieden sind Neumann und seine Mitstreiter damit aber noch nicht. „Zum einen basieren die jetzigen Zahlen auf Daten aus dem Jahr 2015“, sagt er. Zum anderen könnten Familien, die während eines Schuljahres auf staatliche Unterstützung angewiesen seien, nicht kurzfristig das Geld ansparen – wie es der Gesetzgeber eigentlich vorsieht.

Deshalb haben sich die Sozialarbeiter das Motto der Diakonie „#Zuhören und ... dranbleiben!“ als Leitthema gesetzt: Sie unterstützen Familien aus der Region Hannover mit einer Musterklage gegen das neue Gesetz, um weitere Verbesserungen durchzusetzen. „Wer in diesem Zusammenhang von Kinderarbeit spricht, muss auch an die Jugendlichen denken“, sagt Neumann. Gerade dort gebe es eine große Scham, über die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben zu sprechen.

Für die jetzige Erhöhung zahle sich aus, dass die Diakonie und andere Verbände strukturell das Defizit aufgezeigt hätten. Ein gleiches Vorgehen erhoffen sie sich nun auch bei den Musterklagen, wie Neumann sagt.

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