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Burgdorf Deshalb schließt die Gaststätte Riff jetzt
Umland Burgdorf

Burgdorf: Die Gaststätte Riff schließt Ende November

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09:09 30.11.2019
Hartmut Schwarz steht hinter dem Tresen des Riff. Am 30. November wird es das letzte Mal sein. Quelle: Sandra Köhler
Burgdorf

Hartmut Schwarz steht hinter der Theke des Riff in der Hannoverschen Neustadt und zapft Bier. Das ganz normale Tagesgeschäft eines Gastronomen. Doch an diesem Wochenende gehen im Riff die Lichter aus. Womöglich für immer. Am 30. November macht Schwarz Schluss. Aus Altersgründen schließt der 62-jährige Wirt die Gaststätte.

Ein Nachfolger ist nicht in Sicht. Gesucht haben Schwarz und sein Vermieter Achim Haacke lange. Zwei Jahre lang, um genau zu sein. Gefunden hat sich aber kein passender. Dabei würde Haacke liebend gern weiter an einen Gastronomen vermieten, wie die Familie bestätigt. Er sucht weiter.

Nachfolgersuche ist bislang erfolglos

„Wir werden uns bis zum Schluss umgucken“, sagt auch der Gastronom, der das Lokal mit 50 Sitzplätzen und dem urigen Biergarten in der Burgdorfer Altstadt nun 14 Jahre lang geführt hat. Große Hoffnung hat er jedoch nicht. „Wir haben über die Dehoga gesucht, bei Ebay und auf anderen Internetseiten“, sagt er. Gemeldet hätten sich viele. Doch gepasst habe es nicht wirklich.

Damit das Riff der Gastroszene erhalten bleibt, müsste jetzt schon ein kleines Wunder geschehen. Wenn nicht, will Schwarz „irgendwann das Mobiliar aus dem Laden räumen“. Dann, so mutmaßt der Wirt, könnte der Besitzer des Hauses den Schankraum zu einer Wohnung umbauen.

Einige Stammtische haben sich regelmäßig getroffen in der Kneipe, in der das Rauchen erlaubt war. Die haben sich nun ein neues Stammlokal suchen müssen. „Es ist nicht einfach, etwas zu finden, wo man zum Trinken nichts verzehren muss“, sagt Schwarz.

Sportler gehen im Riff ein und aus

Über mangelnden Besuch kann er sich an den letzten Tagen seines Berufslebens nicht beklagen. „Die Plätze sind besetzt, wir haben gut zu tun“, sagt der Gastronom. Viele schöne Erinnerungen habe er an die vergangenen 14 Jahre. „Und ein paar nicht so schöne. Aber die tun nichts zur Sache.“ Der Höhepunkt? Das sei der Aufstieg der TSV-Handballer in die Bundesliga gewesen.

Insbesondere Sportler mehrerer Vereine trafen sich regelmäßig im Riff. Volleyballer, Federballer, Handballer, Turner und Fußballer gingen dort ein und aus. „Und die waren auch schon alle da, um sich zu verabschieden“, sagt Schwarz. Für Sonnabend hat er nichts Besonderes geplant. „Wir haben geöffnet und schauen, was geschieht“, sagt der Kneipier. Seinen Ruhestand werde er schon zu genießen wissen.

Das Riff ist eine Kneipe mit Geschichte

Das Riff ist eine der legendären Kneipen in der Stadt. Ursprünglich habe es einmal Journal geheißen, erinnert der Buchhändler Ulrich Wegener. Das Gebäude befindet sich seit jeher im Besitz der Familie Haacke. Die hätten die Gaststätte seinerzeit eingerichtet, „doch dann ist ihnen der Pächter abgesprungen“, berichtet Wegener.

In die Bresche sprang ehedem Paul-Henning Moschinski, der mittlerweile in Burgdorf eine Werbeagentur betreibt. Auf ihn folgte ein Gastronomenehepaar, das in Lehrte einst die Goethe-Stuben betrieb. „Unter ihnen erlebte das Journal eine Blüte“, erinnert sich Wegener. Nach etwa zehn Jahren hätten diese wegen Krankheit aufgeben müssen.

Übergangsweise sei das Lokal dann für etwa ein Jahr vom Apotheker Hartmut Schnaith geführt worden. „Aber der hat nie hinter dem Tresen gestanden. Das haben andere Leute für ihn gemacht“, sagt Wegener.

Schließlich wurde das Journal zum Riff. Und zwar mithilfe der sogenannten Ramlinger Sexchs, einer Hobbyfußballtruppe. Denn damals existierte eine Kneipe namens Riff, sie war im heutigen Döner-Laden neben dem CDU-Büro ansässig. Als diese schließen musste, wollten die Mitglieder der Ramlinger Sexchs Petra Geyer, der Wirtin ihres Stammlokals, helfen – und pachteten kurzerhand das Journal. Bis zuletzt blieb das Riff die Stammkneipe des Freundeskreises, dessen prominentestes Mitglied Wolf Peter Bree, der Gründer des bekannten Taschenherstellers, gewesen sei.

Sicherlich sechs Jahre lang habe Geyer das Riff geführt – bis sie starb. Hartmut Schwarz, ebenfalls Mitglied der Ramlinger Sexchs, erklärte sich bereit, es auf eigene Rechnung weiterzuführen. Der Freundeskreis, so Wegener, war damit aus der geschäftlichen Verantwortung entlassen.

Die Redaktion sucht Kneipengeschichten

Welche Erinnerungen verbinden Sie mit dem Riff? Erzählen Sie uns bitte Ihre Kneipengeschichte, damit wir diese veröffentlichen können. Auch an Fotos sind wir interessiert. Sie erreichen die Redaktion per E-Mail an burgdorf@haz.de. Wer lieber auf Papier schreibt, kann seine Geschichte senden an Redaktion HAZ/NP, Marktstraße 16, 31303 Burgdorf, oder direkt in der Redaktion abgeben.

Von Sandra Köhler

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