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Burgdorf Diese Vorhaben prägen Alfred Baxmanns Amtszeit
Umland Burgdorf

Burgdorf: Diese Vorhaben prägen Alfred Baxmanns Amtszeit

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07:00 25.10.2019
Alfred Baxmann tritt im Jahr 2004 sein Amt als erster hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Burgdorf an. Quelle: HAZ-Archiv
Burgdorf

Welche Projekte hat Bürgermeister Alfred Baxmann seit seinem Amtsantritt am 1. Dezember 2004 vorangetrieben – und mit welchem Erfolg? Die HAZ-Redaktion Burgdorf listet zehn Vorhaben auf, die mit der Amtszeit des Sozialdemokraten verbunden sind.

Neue B 188 kommt dank Alfred Baxmanns Engagement

Seit dem 1. Oktober 2009 rollen die Autos über die neue Bundesstraße 188. Quelle: Archiv

2009 endet für die Burgdorfer eine jahrzehntelange Diskussion: Die Stadt gibt die Umgehungsstraße frei. Erste Planungen datieren aus den 1930-er Jahren und sieht eine Südumgehung vor. 1993 lehnt der Rat diese Verkehrsführung endgültig ab. Sechs Jahre später leitet der Bund ein Planfeststellungsverfahren für die Nordumgehung ein. Baxmann – noch ehrenamtlicher Bürgermeister – knüpft ein Netzwerk, um die Umgehung voranzutreiben. Der Rat verabschiedet 2004 eine Resolution, um dem Bund Einigkeit zu demonstrieren – mit Erfolg: 2006 beschließt der Bundestag die Nordumgehung. Die Bauzeit der 7,6 Kilometer langen Strecke beträgt 2,5 Jahre. Kostenpunkt: 32 Millionen Euro. Die Folge ist eine neue Straßenführung in der Innenstadt.

Fußgängerzone: Dauerthema zwischen Bürger und Bürgermeister

Fußgängerzone oder nicht? Darum entbrennt ein heftiger Streit zwischen Bürgern und Bürgermeister. Quelle: Archiv

Fast mit dem Amtsantritt von Bürgermeister Alfred Baxmann beginnt eine Debatte, die bis heute andauert: Braucht Burgdorfs Innenstadt eine Fußgängerzone oder nicht? Daran entzündet sich ein Streit, der letztlich im Jahr 2011 in das erste Bürgerbegehren der Stadt mündet. Weit mehr als 1000 Burgdorfer unterschreiben die Forderung der Immobilienbesitzerin Ingelore Boestge, eine Fußgängerzone auf Zeit einzurichten – doch Baxmann und der Rat lehnen das ab. Quer durch die Stadt zieht ein Riss, der sich im Dezember 2011 in einer emotionalen Sitzung des Ausschusses für Bauangelegenheiten offenbart. Im Frühjahr 2019 erneuern die Grünen dann die Forderung nach einer temporären Fußgängerzone im Sommer, können sich damit aber nicht durchsetzen.

Lehrschwimmbecken geschlossen, Hallenfreibad saniert

Die politische Diskussion um die Zukunft der Bäder fällt in die 15-jährige Amtszeit von Bürgermeister Alfred Baxmann. Quelle: Archiv

Geht es um das Schwimmbad, dann dreht sich die Debatte in Kommunen um das Geld, das Bäder kosten. Viel Geld. Deshalb besiegeln Rat und Bürgermeister 2011 das Aus für das Lehrschwimmbecken in der Gudrun-Pausewang-Grundschule: Ein Gutachter gibt Sanierungskosten von 123.000 Euro an, und weil der städtische Etat dies nicht hergibt, fällt die Entscheidung rasch. Als Erfolgsgeschichte indes entpuppt sich die Privatisierung des Waldbads Ramlingen, das ein Förderverein übernimmt und zum Bio-Waldbad umbaut. Unter der Regie der Wirtschaftsbetriebe Burgdorf (WBB) steht die Sanierung des Hallenfreibads Am Nassen Berg. Mehr als 2,5 Millionen Euro investiert die kommunale Tochter im Jahr 2015 in die Neugestaltung des Freibades.

Die Auetreppe – viel Stein für nichts

Die Auetreppe kostet 42.000 Euro und belebt die Innenstadt überhaupt nicht. Quelle: privat

Am 9. August 2013 dürfen sich Burgdorfer erstmals auf die Stufen am Aue-Ufer setzen. Die Betonquader sollen den Bereich beleben und das Gewässer erlebbar machen. Die Stadtverwaltung schlägt obendrein eine Aussichtsplattform vor. Dafür macht die Politik aber kein Geld locker. Schon weil Betrachter von dort nur frei Sicht auf eine Hausfassade hätten. Die Auetreppe bleibt von Anfang an verwaist – das RTL-Magazin „Explosiv“ spricht in einem TV-Beitrag von einer „sinnfreien Treppe“. Nur einmal im Jahr rückt die Sitztreppe, die die Stadt 42.000 Euro kostet, in den Fokus: Beim Entenrennen zum Pferdemarkt werden die gelben Tierchen aus Kunststoff dort in die Aue gesetzt. Vor und nach diesem Ereignis findet dort kein Leben statt.

Burgdorf wächst um das Gewerbegebiet Nordwest

Aus der Vogelperspektive ist zu erkennen, dass das Gewerbegebiet Nordwest schon gut ausgebucht ist. Quelle: Archiv

Der Gewerbepark Nordwest bietet Firmen, die sich ansiedeln wollen oder als Ortsansässige eine Erweiterungsoption suchen, kaum noch Flächen. Während der Amtszeit von Alfred Baxmann entwickelt die Verwaltung das Areal zwischen der Schillerslager Straße und der Umgehungsstraße – als ehrenamtlicher Bürgermeister erteilt Baxmann dem Projekt zur Jahrtausendwende noch eine Absage. Vor seinem Amtsantritt als Rathauschef 2004 legt die Verwaltung den Flächennutzungsplan neu aus. 2005 sagt der Sozialdemokrat, nun als Rathausschef: „An Nordwest führt kein Weg vorbei.“ Erst 2008 fasst der Rat den Beschluss zum Flächenkauf und zur Erschließung auf Pump. Das Konzept geht auf. Heute sucht die Verwaltung nach weiteren Gewerbeflächen.

Rathauschef zeigt Haltung in der Flüchtlingskrise

Bürgermeister Alfred Baxmann sucht während der Ankunft vieler Flüchtlinge immer wieder das Gespräch mit den Bürgern. Quelle: Archiv

„Wir wollen eine liberale, offene Stadt sein und erreichen, dass die Menschen, die zu uns kommen, unsere Nachbarn sind“: Mit diesem Satz eröffnet der Rathauschef im April 2016 die Flüchtlingskonferenz. Hinter ihm und seinem Team sowie ungezählten Ehrenamtliche liegt mehr als ein Jahr, in dem die Stadt Hunderte Geflüchtete aufnimmt. Schon im Mai 2015 greift Alfred Baxmann eine Anregung von Gero von Oettingen auf, und so verabschiedet der Rat nach einer Aktuellen Stunde eine „Resolution für ein buntes Burgdorf“. Parallel dazu sucht die Verwaltung frühzeitig nach Fachkräften für die Flüchtlingsarbeit, und während die CDU im Herbst 2015 eine Resolution für eine schärfere Abschiebepraxis – ohne Erfolg – beschließen lassen möchte, würdigt der Verwaltungschef sieben Ehrenamtliche aus der Flüchtlingsarbeit mit Ehrenamtskarte. Immer wieder nimmt er Stellung im Jahr 2016, unter anderem bei vier Einwohnerfragestunden, bei denen es vor allem um die Verteilungsgerechtigkeit geht, und in einer offenen Frage-Antwort-Runde im StadtHaus. Damit wahrt er den sozialen Frieden in der Stadtgesellschaft.

Die Bürgermedaille kommt

Mit der Bürgermedaille ehrt die Stadt besonders verdiente Einwohner. Quelle: Archiv

Auf Vorschlag des damals ehrenamtlichen Bürgermeisters Alfred Baxmann – eng angelehnt an das Sehnder Modell – ehrt die Stadt seit der Jahrtausendwende Einwohner, die sich im Ehrenamt „beispielhaft verdient gemacht haben“ mit der Bürgermedaille. Der Bürgermeister findet es wichtig, vorbildhaftes Verhalten zu würdigen und Anerkennung seitens der Stadt zu zollen. Die Vorgaben: Pro Jahr dürfen nicht mehr als drei Burgdorfer geehrt werden, und die Zahl der lebenden Geehrten darf 30 nicht übersteigen. Die erste Medaille erhält vor 19 Jahren Margret Hoppe aus Dachtmissen, im vergangenen Jahr geht die Ehrung an Elisabeth Wöhler aus Ehlershausen und Regina Ethner aus Schillerslage. Für dieses Jahr gibt es keine Nominierung.

Von Antje Bismark

Auch im nächsten Jahr kommt Klärschlamm aus Burgdorf noch einmal auf die Äcker – einen entsprechenden Beschluss haben die Politiker im Verwaltungsausschuss jetzt in nichtöffentlicher Sitzung gefasst. Der Auftrag ist auf ein Jahr befristet, weil die Stadt derzeit weitere Entsorgungswege prüft – und das Bürgerbegehren läuft.

24.10.2019

Die Senioren in Burgdorf hatten am Mittwoch die Wahl: Elf Kandidaten ließen sich für den Seniorenrat aufstellen. Gewählt wurden Monika Lass, Eberhard Rumpf, Wolf Büttner, Marie-Luise Brandes, Stefan Auerbach, Ursula Meyer und Manfred Kuchenbecker.

24.10.2019

Gesundheitsminister Jens Spahn plant mit einer Reform, den ärztlichen Notdienst und den Rettungsdienst zusammenzulegen. Dagegen protestieren Kommunen und Landkreis in Niedersachsen – auch die Stadt Burgdorf beteiligt sich nun an dem Protest.

24.10.2019