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Burgdorf FDP sucht einen Bürgermeister-Kandidaten
Umland Burgdorf FDP sucht einen Bürgermeister-Kandidaten
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17:54 07.08.2018
Bürgermeisterwahl: Die FDP ist auf der Suche nach einem geeigneten Bewerber um den Chefposten im Rathaus. Quelle: Dege
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Burgdorf

Drei Bewerber haben ihren Hut schon in den Ring geworfen. Nun steht fest: Auch die FDP hat die erklärte Absicht, einen Kandidaten für die Bürgermeisterwahl am 26. Mai nächsten Jahres aufzustellen. Die Liberalen suchen ihre Frau oder ihren Mann mit einer Stellenanzeige.

Mario Gawlik ist es als Unternehmer gewohnt, die Dinge in die Hand zu nehmen. So fackelte er im Dezember vergangenen Jahres nicht lange und gab die Stellenanzeige auf. Den Auftrag dazu hatte er sich vom Vorstand seines 50 Parteigänger zählenden Ortsverbandes Burgdorf-Uetze geben lassen, den er selber anführt. Danach habe er eine Findungskommission ins Leben rufen sollen mit dem Ziel, einen visionären Gestalter als Bürgermeisterkandidaten ausfindig zu machen.

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Bemerkenswert daran ist: Die CDU, mit der die Liberalen im Rat in einer Gruppe eng zusammenarbeiten und ihre politischen Initiativen abstimmen, hat mit Armin Pollehn schon einen Kandidaten aufgestellt. Obendrein war Pollehn, bevor er der FDP den Rücken kehrte und sich der CDU anschloss, deren Stadtverbandsvorsitzender er heute ist, Gawliks Vorvorgänger als Parteichef der Liberalen.

Verwerfungen in der CDU-FDP-Ratsgruppe wegen der Kandidatensuche der Liberalen gebe es keine, beteuert Gawlik. Nach der jüngsten Kommunalwahl, als der Gruppenvertrag festgezurrt worden sei, habe es noch gar keinen Kandidaten Pollehn gegeben. Außerdem habe die FDP schon damals ihrem Gruppenpartner zu erkennen gegeben, dass sie bei der Bürgermeisterwahl autark agieren werde. Es handle sich also um einen Wettbewerb innerhalb der Gruppe, sagt Gawlik, der nicht ausschließen will, dass die FDP Pollehn am Ende doch noch unterstützen könnte, sollte die Kandidatensuche nicht das erhoffte Ergebnis zeitigen.

Die Hoffnung, die seine Partei mit der Kandidatensuche verbindet, formuliert Gawlik so: Es gehe nicht darum, bei der Bürgermeisterwahl das Fähnchen der FDP hochzuhalten, sondern vielmehr darum, einen geeigneten Kandidaten ins Rennen zu schicken, der die Herausforderungen, vor welche die Stadt gestellt sei, anzugehen verstehe: Innenstadtentwicklung und Steigerung der Aufenthaltsqualität, Gewerbeansiedlung und Wohnungsbau. Außer der fachlichen Qualifikation, eine Verwaltung zu führen, brauche es dafür Empathie, Überzeugungskraft und Kommunikationsstärke – „jemand, der mit einer Vision für Burgdorf im Jahr 2030 die Leute begeistern und mitnehmen kann“.

25 Bewerber hätten sich bei der FDP gemeldet auf die Anzeige, die flankiert gewesen sei von einem parteiinternen Suchverfahren, sagt Gawlik. Mit mehr als zehn Bewerbern habe die Findungskomission Gespräche geführt. „Zwei, drei“ dieser Interessenten seien in der engeren Auswahl. „Wir sind jetzt parteiintern in der Abstimmung“, beschreibt der FDP-Chef das weitere Vorgehen: „Dabei kann alles herauskommen“ – auch dass die FDP am Ende doch keinen Kandidaten aufstellt.

Ende August will der Vorstand laut Gawlik klar sehen und seine Vorentscheidung getroffen haben. Die für September geplante Mitgliederversammlung werde gegebenenfalls über die Nominierung eines FDP-Kandidaten zu entscheiden haben.

Von Joachim Dege