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Burgdorf Fantasy Festival lockt Besucher zum letzten Mal
Umland Burgdorf

Burgdorf: Fantasy Festival lockt Besucher zum letzten Mal

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00:18 16.05.2019
Fantastische Wesen bevölkern den Stadtpark. Quelle: Antje Bismark
Burgdorf

Händler und Gaukler, Musiker und Freunde alter Handwerkskunst, fantastische Wesen und vor allem Familien mit Kindern haben am Wochenende den Stadtpark erobert und sich beim Fantasy-Festival unterhalten lassen. Viele bedauerten, dass das zweitägige Spektakel ab sofort an anderer Stelle steigt: Weil die Stadt Burgdorf das Wild-auf-Bock-Festival auf dem Spittaplatz als Parallelveranstaltung genehmigt hatte, kündigt Olaf Schulz als Veranstalter das Ende für Burgdorf an.

„Es war definitiv das letzte Mal hier“, sagt Schulz am späten Sonntagnachmittag – zu dem Zeitpunkt verließen die letzten Familien mit Kindern den Stadtpark. „Wir hätten uns eine Fortsetzung gewünscht“, sagt Cornelia Schüler, die sich mit ihrem Mann Olaf mittelalterlich angezogen hatte und sich am Stand von Andreas Wunderlich einen Stempel im Zeitreise-Pass abholte. Es sei schade, dass eine Veranstaltung in diesem Umfeld ende, die im Vergleich zum Vorjahr noch einmal gewachsen sei. Vor allem Familien nutzten die beiden Tage, um sich unterhalten zu lassen.

So stellte die sechsjährige Lina aus Dedenhausen bei Janet Pfeiffer eine Salbe gegen Mückenstiche her, während Liv, Nike, Leo, Timon und Marlon ein fantastisches Wesen aus Gipskarton genau untersuchten. Die dreijährige Susanne indes suchte in alten Kästen nach einem Schatz – zur Auswahl standen aber auch noch Töpfern, das Herstellen einer Vogelpfeife oder das Binden eines Blumenkranzes.

Gaukler, Musiker und vor allem viele fantastische Wesen haben den Stadtpark am Wochenende mit Leben gefüllt – wohl zum letzten Mal.

Doch nicht nur die Besucher kritisieren das Aus: „Es ist mehr als bescheiden, dass die Stadt es nicht schafft, die Veranstaltung zu halten“, sagte Falkner Hiljo Ulbrich, der mit seiner Frau Kerstin den Besuchern die Besonderheiten der Greifvögel erklärte. Zwei Festivals gleichzeitig zu genehmigen, sei aus seiner Sicht nicht sinnvoll, sagte er und zog für sich zugleich eine positive Bilanz: „Vor allem am Sonntag kamen viele in den Park, da lockte auch das schöne Wetter.“

Die Grafik zeigt, wo Radfahrer, die aus der Südstadt kamen, Kontrollstationen des Festivalveranstalters im Stadtpark passieren mussten. Quelle: Llorens

Kritik am Absperrungskonzept für Festival

Kritik am städtischen Ordnungsamt kommt auch von einem Burgdorfer, der regelmäßig mit dem Fahrrad von der Südstadt in die Innenstadt fährt. Am Sonnabend sei er jedoch durch mehrere Absperrungen, an denen Personal die Passanten stoppte, ausgebremst worden – und das bereits um 10 Uhr, als das Fantasy-Festival noch gar nicht eröffnet war. Seine Beschreibung der Situation:

„Mein Versuch die Absperrungen über die Verbindung Beim Amtshof, die Marktstraße und die Straße Vor dem Hannoverschen Tor zu umfahren, endete dann beim nördlichen Ausgang des Weges Beim Amtshof. Die Rückfahrt über den Lönsweg führte zu Diskussionen mit Personal des Veranstalters und meinen Versuch über den dortigen Trampelpfad die Absperrungen zu umfahren. Auch dieser Trampelpfad war durch ein nicht auffällig gekennzeichnetes Seil abgesperrt. Zumindest in der Dunkelheit lebensgefährlich!“

Der Burgdorfer hat daraufhin die Polizei gebeten, diese Unfallgefahr zu entschärfen. Woraufhin die Beamten seinen Angaben zufolge sofort für die Kennzeichnung dieses Seil sorgten.

Wie die Stadt dazu mitteilt, sei die Regelung des Verkehrs bei Veranstaltungen seit einigen Wochen Aufgabe der Region Hannover als Untere Straßenverkehrsbehörde und nicht des Burgdorfer Ordnungsamtes. Vonseiten des Veranstalters sei zugesagt worden, die Fuß- und Radwege während der Veranstaltung passierbar zu halten, teilt Ratshaussprecher Sebastian Kattler mit. „Dies wurde von der Region auch kontrolliert und die Veranstalter auf das Einhalten dieser Regelung hingewiesen.“

Der Burgdorfer bestätigt, dass er zwar nach umfangreichen Begründungen die Kontrollpunkte passieren durfte. Er stellt aber die Frage: „Warum muss ich mich überhaupt mit Personal einer kommerziellen Veranstaltung herumschlagen, wenn ich als Bürger umweltfreundlich meine Besorgungen in der Stadt erledigen will?“ Seiner Ansicht nach hätte wenigstens eine von Absperrungen nicht betroffene Verbindung von der Südstadt zur Marktstraße für Radfahrer und Fußgänger offen gehalten werden müssen.

Von Antje Bismark und Anette Wulf-Dettmer

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