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Burgdorf Festival-Veranstalter übt scharfe Kritik an der Stadt
Umland Burgdorf

Burgdorf: Festival-Veranstalter übt scharfe Kritik an der Stadt

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16:33 10.05.2019
Olaf Schulz (Zweiter von rechts) und seine Frau Ulrike (links) mit Ausstellern vor einem bereits aufgebauten Festivalstand. Quelle: Anette Wulf-Dettmer
Burgdorf

An diesem Wochenende wird im Schlosspark Burgdorf vermutlich zum letzten Mal das Fantasy-Festival steigen. Olaf Schulz, Geschäftsführer der Firma US-Veranstaltungen, ist so verärgert über die Stadtverwaltung, dass er nicht wiederkommen will. „Im Vorfeld hätte die Stadt uns informieren müssen, dass in nur 50 Meter Entfernung eine weitere Großveranstaltung stattfindet“, sagt er. Dabei geht es ihm nicht um die mögliche Konkurrenz, vielmehr sieht er ein Sicherheitsproblem für das Gelände des Fantasy-Festivals.

Denn das kulinarische Fest „Wild auf Bock“ auf dem Spittaplatz beginnt bereits am Freitag, 10. Mai. Während das Fantasy-Festival erst am Sonnabend, 11. Mai, startet. Für die Nacht zum Sonnabend hat Schulz aber keinen Sicherheitsdienst angeheuert. Denn die Stadt habe ihn nicht über die Parallelveranstaltung informiert. Schulz befürchtet, dass angetrunkene Gruppen Randale auf seinem Festplatz machen könnten, wo bereits viele Aussteller ihre Zelte und Stände aufgebaut haben.

„Im Vorfeld hätte die Stadt sich mit beiden Veranstaltern zusammensetzen müssen, um über die Sicherheit der Besucher und der Mitwirkenden zu sprechen“, sagt Schulz. „Uns gibt man Auflagen über Auflagen, aber das Ordnungsamt erfüllt nicht seine Pflicht“, kritisiert er. „Der Mitarbeiter verlangt von uns Sicherheit, aber er hält sich nicht daran.“ So dürfe das Fantasy-Festival-Gelände aus Sicherheitsgründen nicht eingezäunt werden, erklärt Schulz. Deshalb sei er auch so beunruhigt wegen der Nähe des anderen, feuchtfröhlichen Events.

Verschärfen könnte das Problem zudem, dass für das Fest auf dem Spittaplatz kein Eintritt zu zahlen ist, für das Fantasy-Festival hingegen schon. „Wir refinanzieren uns über den Eintritt“, erklärt Schulz. Denn die Veranstaltungsfirma müsse allein für die Vorbereitung des Festivals mehr als 20.000 Euro in die Hand nehmen. „Wir bekommen nicht einen Cent von der Stadt und dem Stadtmarketing“, stellt er klar. Zum Festival, bei dem auch alte Handwerkskünste vorgestellt werden – „Wir stellen erlebte Geschichte dar“ – reisen laut Schulz sowohl Aussteller als auch Besucher aus ganz Europa an. „All diese Menschen bringen auch Geld in die Stadt.“

Kritik an schleppender Genehmigung

Verärgert ist Schulz auch über die Genehmigungspraxis des Ordnungsamts. Obwohl vor Monaten beantragt, hätten er und seine Frau die Genehmigung für das Festival nach mehreren ergebnislosen Anrufen im Rathaus erst vor zwei Tagen direkt in der Verwaltung abgeholt. Es sei so schade, dass ein Veranstalter so behandelt werde, sagt Schulz. Denn große Events wie das Festival hätten einen langen Planungsvorlauf.

Stellungnahme der Stadt

Die Stadt bezieht zu den Vorwürfen wie folgt Stellung: „Die Plätze für das Fantasy-Festival und das Wild auf Bock-Fest werden von der Ordnungsabteilung einzeln vergeben. Bei der Beantragung einer entsprechenden Nutzung werden alle Veranstalter gleich behandelt. Beide Veranstalter der Festivitäten haben lange im Voraus die Nutzung der Plätze beantragt. Als Stadt freuen wir uns natürlich darüber, den Bürgerinnen und Bürgern ein vielfältiges Veranstaltungsangebot anbieten zu können.“

Das Fantasy-Festival wird im nächsten Jahr nicht mehr zum Veranstaltungsangebot gehören. „Wir werden nie wiederkommen“, betont Schulz. „Bei der Burgdorfer Bevölkerung möchten wir uns deshalb für die schönen Stunden, die wir zusammen hatten, bedanken.“

Von Anette Wulf-Dettmer

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