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Burgdorf Frauen wollen Unverpackt-Laden eröffnen
Umland Burgdorf Frauen wollen Unverpackt-Laden eröffnen
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16:43 20.08.2018
Jessika Kolumbus (Mitte), Ivonne Hofmann (links) und ihre Tochter Lara wollen an der Poststraße einen Bioladen eröffnen, der seine Waren unverpackt feilbietet. Quelle: Joachim Dege
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Burgdorf

Sie haben den Markt gründlich sondiert und sich am Ende für Burgdorf entschieden. Drei Frauen aus Sehnde und Uetze wollen im Oktober an der Poststraße einen Bioladen eröffnen. Der Clou dabei: Alle Waren gehen unverpackt über den Ladentisch. Entweder in Behältnissen, die der Laden zum Kauf anbietet, oder in mitgebrachten Dosen der Kunden.

Ivonne Hofmann (46), ihre Tochter Lara (20) und Jessika Kolumbus (32) haben gemeinsam ein Unternehmen gegründet – nach einer Beratung im Gründerzentrum von hannover impuls. Ihr Ladengeschäft im Erdgeschoss der neuen Volksbank-Immobilie an der Poststraße soll „unverpackt bio“ heißen. „Bio gibt es auch in Supermärkten und in Drogerien, aber eben nur mit viel Plastik drumherum“, gibt sich Yvonne Hofmann zuversichtlich, dass das Konzept trägt. Wie ihre Mitstreiterinnen zeigt sie fest davon überzeugt, dass immer mehr Menschen – wie sie selbst – nicht nur Wert legten auf gesunde Lebensmittel und Kosmetika, sondern beim Einkauf auch die eigene Verantwortung für die Umwelt im Blick hätten: „Die Nachfrage ist auf jeden Fall da“, sagt Yvonne Hofmann. „Mich nervt einfach der viele Plastikmüll und was er auslöst, weil er die Leute krank macht“, sagt Kolumbus, die in der Nachbargemeinde Uetze zu Hause ist.

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Auf einer Verkaufsfläche von 78 Quadratmetern wollen die drei Frauen ab Oktober ihre Waren feilbieten: unter anderem Obst und Gemüse. Dazu wollen die drei Jungunternehmerinnen mit Erzeugern wie Ökolandwirtschaftsbetrieben in der Region oder der Hannoverschen Kaffeemanufaktur in Heeßel kooperieren. Auch Aufstrich, Tee, Wein und Öle sollen in den Regalen stehen. Dazuhin Süßigkeiten und Gewürze in Bioqualität.

Mehr noch: Anbieten wollen die Frauen obendrein Drogerieartikel wie Shampoos, Körperöle und Bodylotions sowie Geschenkartikel wie Seifen und Kerzen. „Produziert aus natürlichen Inhaltsstoffen und von verschiedenen Herstellern“, versichert Lara Hofmann, die soeben ihre Ausbildung bei einem großen Drogerieunternehmen abgeschlossen hat und somit Einzelhandelserfahrung mitbringt. Eben weil sie diese besitzt, werde sie es sein, die hauptsächlich im Laden steht. Ihre Mutter und deren Kollegin Jessica Kolumbus hingegen stießen nach Bedarf dazu. Beide gehen noch einem Brotjob in einer Zahnarztpraxis in Sehnde nach.

Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts, namentlich die Hofmann Hofmann Kolumbus GbR, sei bereits gegründet. Die Ladeneinrichtung sei bestellt und für Ende September zugesagt. Vorgespräche mit André Scholz, dem Wirtschaftsförderer der Stadt, seien vielversprechend und ermutigend gewesen, sagt das Trio. Scholz riet den Frauen zu, weil „an uns als Stadt immer wieder der Wunsch nach einem Bioladen in Burgdorf herangetragen wird“, sagt der Wirtschaftsförderer. Er glaube, dass es in Burgdorf ausreichend Kundschaft gibt, die ein solches Angebot in zentraler Innenstadtlage annehmen werden. Erst recht, nachdem sich bereits weit fortgeschrittene Pläne des bundesweit agierenden Biomarkt-Unternehmens Denns, in der ehemaligen Aldi-Immobilie an der Marktstraße eine Filiale zu eröffnen, im Frühjahr überraschend zerschlagen hätten.

Von Joachim Dege

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