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Burgdorf Friedhelm Neumann berät Schwangere in Notsituationen
Umland Burgdorf

Burgdorf: Friedhelm Neumann berät Schwangere in Notsituationen

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17:54 31.08.2019
Friedhelm Neumann berät Frauen, die ungewollt schwanger geworden sind und über einen Abbruch entscheiden müssen. Quelle: Antje Bismark
Burgdorf

Tendenz steigend: Mit diesen knappen Worten fasst Friedhelm Neumann, bei der Diakonie im Kirchenkreis Burgdorf für die Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung verantwortlich, die Entwicklung in dem Bereich zusammen. Seit Oktober 2017 übernimmt der 63-Jährige die Gespräche mit Frauen, die entweder finanzielle Unterstützung benötigen oder die über einen Abbruch der ungewollten Schwangerschaft nachdenken. 

Schon jetzt mehr Beratungen als 2018

Allein im vergangenen Jahr kamen 78 Ratsuchende in seine Sprechstunde, für die es keine Wartezeit gibt. „Wer sich in dieser Ausnahmesituation befindet, benötigt schnell einen Termin“, sagt Neumann. Denn die Frauen müssten, wenn sie das ungeborene Kind abtreiben, bestimmte Fristen berücksichtigen. In diesem Jahr werde die Zahl der Frauen deutlich steigen, prognostiziert der Sozialarbeiter. „Schon jetzt liegen wir über den Beratungen des Vorjahres“, sagt er und fügt hinzu, dass die Klientinnen aus den vier Kirchenkreis-Kommunen Burgdorf, Lehrte, Sehnde und Uetze aus allen gesellschaftlichen Schichten und aus allen Altersgruppen kämen.

Gleichwohl geht Neumann nicht davon aus, dass sich die Zahl der Abbrüche erhöht hat, weil diese bundesweit stagnieren. „Zu uns kommen Frauen, die vorher nach Hannover oder in andere Kommunen gefahren sind“, sagt er vielmehr. Neben der Diakonie bieten auch das Jugendamt Lehrte und das Gesundheitsamt an der Schillerslager Straße in Burgdorf die Konfliktberatung an. Betroffene kämen zumeist zu einem Gespräch, mitunter in Begleitung von Schwester, Mutter oder Freundin – eher selten mit dem Partner.

Wissenslücken bei der Verhütung von Schwangerschaft

„Wer einen zweiten Termin wünscht, bekommt diesen selbstverständlich“, sagt Neumann und betont, dass er dabei Impulse zur Entscheidungsfindung gebe. Ob sich die Frau dann letztlich für oder gegen das Kind entscheide, erfahre er nicht mehr. „Aber klar ist auch: Ein Abbruch erfordert das Abschiednehmen vom Kind“, sagt er, denn: „Ein bisschen Abbruch gibt es ebenso wenig wie ein bisschen schwanger.“ Deshalb sei es wichtig, dass Frauen die Entscheidung gut psychisch verarbeiten würden.

In einem anderen Punkt indes fällt Neumanns Bilanz ernüchternd aus. „Ich stelle eine große Wissenslücke bei der Verhütung fest“, sagt er und fügt hinzu, das gelte unabhängig vom Alter oder vom sozialen Status. Vielen Frauen sei beispielsweise nicht bewusst, dass die Einnahme von Johanniskraut die Wirkung der Pille reduziere oder sogar aufhebe. Hartz-IV-Empfängerinnen würden zudem von ihren Frauenärzten unzureichend informiert, dass die Region die Kosten für eine Spirale übernehme.

Neumann wie auch Diakoniepastor Harald Gerke wünschen sich deshalb mehr Personal, um die Prävention auszubauen. „Vor allem in den Schulen“, sagen beide unisono.

Zur Woche der Diakonie gibt es drei Veranstaltungen

Hilfe unter einem Dach – mit diesen Schlagworten fasst die Diakonie im Kirchenkreis Burgdorf die kurzen Wegen zwischen den einzelnen Beratungsstellen zusammen, die sich an der Schillerslager Straße 9 befinden. Sie stellen sich am Donnerstag, 5. September, von 15 bis 18 Uhr mit einem Fest der Begegnung vor. Die Besucher erfahren unter anderem, wer dort eigentlich arbeitet, welche Unterstützung sie dort finden und was Diakonie letztlich bedeutet. Mit dem Tag der offenen Tür beteiligt sich der Kirchenkreis an der Woche der Diakonie, die unter dem Thema „#zuhören und ... dranbleiben“ steht.

Die zweite Veranstaltung in der Diakonie-Woche lädt Interessierte in die Jugendwerkstatt Go-4-Job ein, die am Freitag, 6. September, ab 11 Uhr an der Straße Drei Eichen 5 öffnet. „Die Einrichtung besteht seit mittlerweile 20 Jahren, das ist eine gute Gelegenheit für einen Rückblick“, sagt Superintendentin Sabine Preuschoff. Ihren Angaben zufolge dienen sowohl das Haus der Diakonie als auch der Jugendwerkstatt als Anlaufstelle für Menschen aus Burgdorf, Lehrte, Sehnde und Uetze.

In der Gemeinde Uetze endet die Woche der Diakonie am Sonntag, 8. September, mit einem Gottesdienst, den Pastor Steffen Lahmann mit den Gläubigen ab 10 Uhr in der St.-Petri-Kirche in Hänigsen feiert. Das Motto: „Unerhört – diese Kinder“. Die Jüngsten sollen an diesem Tag eine besondere Rolle einnehmen.

Von Antje Bismark

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