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Burgdorf Führung zu Orten einstigen jüdischen Lebens
Umland Burgdorf

Burgdorf: Führung zu Orten einstigen jüdischen Lebens

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11:14 18.08.2019
An der heutigen KulturWerkStadt erinnert eine Tafel daran, dass das Gebäude früher eine Synagoge war. Quelle: Thomas Böger
Burgdorf

Noch bis 1934 wurde die Synagoge an der Poststraße – heute befindet sich darin das Museum KulturWerkStadt – für das religiöse Leben der Juden in der Stadt genutzt. Doch schon seit der endgültigen Machtergreifung der Nationalsozialisten nach den Reichstagswahlen im März 1933 sahen sich jüdische Familien auch in Burgdorf starken Repressalien ausgesetzt. Etliche von ihnen wurden in ein Konzentrationslager deportiert. An diese erinnern seit 2006 sogenannte Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig. Die kleinen Messingplatten vor ehemaligen Wohnhäusern von Juden enthalten neben den Namen auch Angaben zum Schicksal der verfolgten, ermordeten oder in den Selbstmord getriebenen Menschen.

Vor der ehemaligen Synagoge sind zwei Stolpersteine in den Gehweg eingelassen, die auf das Schicksal von Emma Blumenthal und Gustav Italiener hinweisen. Quelle: Thomas Böger

Die Stolpersteine sind ebenso Ziel der von Brigitte Janssen geleiteten Stadtführung wie die ehemalige Synagoge, auf deren frühere Existenz eine Gedenktafel hinweist. Daraus geht hervor, dass das einstige Gotteshaus von 1941 bis 1944 als Geschäftsstelle der Hitler-Jugend und anschließend bis 1959 als Volksbücherei genutzt wurde. Vor ihr sind auch noch zwei Stolpersteine in den Gehweg eingelassen, die an Emma Blumenthal und Gustav Italiener erinnern, die 1942 deportiert und in Theresienstadt beziehungsweise Auschwitz ermordet wurden.

Wie ein jüdischer Junge seine Heimatstadt schildert

Janssen nimmt bei ihrer Führung auch noch in anderer Weise Bezug auf die Familie Blumenthal: Ernst Pinchas Blumenthal hat 1960 in seinem Buch „Die gläserne Wand“ seine Kindheitserlebnisse als jüdischer Junge „in der kleinen Stadt Burgdorf“ geschildert und dabei viele Personen und Örtlichkeiten beschrieben, zu denen die Stadtführerin die Teilnehmer bringen wird. Außerdem werden Themen aus dem Buch „Alles ganz normal“ von Julia Brandes aufgegriffen, das sich mit dem Schicksal der Burgdorfer Familie Cohn befasst. Der Ratssaal im Schloss ist eine weitere Station: Dort hängt seit 2008 ein Gedenkfries mit den Namen der Burgdorfer Opfer der Judenverfolgung.

Treffpunkt für die Stadtführung „Jüdisches Leben in Burgdorf“ am Sonntag, 8. September, ist um 14 Uhr am Wicken-Thies-Brunnen auf dem Spittaplatz. Karten zum Preis von 3 Euro für Erwachsenen und 2 Euro für Jugendliche gibt es im Vorverkauf bei der Geschäftsstelle des Stadtmarketing-Vereins in der Brausnschweiger Straße 2, Telefon (05136) 18 62.

Von Thomas Böger

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