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Burgdorf Giftiger Klärschlamm landet weiter auf dem Feld
Umland Burgdorf

Burgdorf: Giftiger Klärschlamm landet weiter auf dem Feld

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15:46 26.06.2019
Im Gruppenklärwerk in Nordgoltern bei Barsinghausen wird Klärschlamm unter einem großen Dach bis zur Abfuhr gelagert. Ein solches Lager plant nun auch die Stadt Burgdorf. Quelle: Andreas Kannegießer (Archiv)
Burgdorf

Die Würfel beim Thema Klärschlammentsorgung sind gefallen. Der Verwaltungsausschuss der Stadt hat am Dienstag in einer nicht öffentlichen Sitzung mit den Stimmen von SPD, Grünen, WGS und Bürgermeister Alfred Baxmann (SPD) entschieden, dass giftiger Klärschlamm aus dem Klärwerk am Dachtmisser Weg weiter auf Feldern landen darf. Zugleich gab das zweithöchste Beschlussorgan der Stadt grünes Licht für den Bau eines Klärschlammzwischenlagers für 750.000 Euro.

Wie der vom Bundesumweltamt als höchst problematisch eingestufte Klärschlamm – er enthält Schwermetalle, Arzneimittelrückstände und Kunststoffreste – entsorgt werden soll, war bis zuletzt strittig. Die Stadtverwaltung riet den Kommunalpolitikern, „die landwirtschaftliche Klärschlammverwertung auch langfristig in Betracht zu ziehen“. Das schwächte der Verwaltungsausschuss mit seinem Beschluss nun ab. Die Entsorgung auf den Feldern, die laut SPD-Fraktionschef Gerald Hinz das Entsorgungsunternehmen Remondis außerhalb von Burgdorf erledigt, darf die Stadt beibehalten. Sie soll sie aber zurückfahren. Wann das geschieht, ist jedoch völlig offen. Nach Darstellung von Sitzungsteilnehmern sei darüber kein Wort verloren worden.

Sinneswandel innerhalb weniger Tage

Die Mehrheitsgruppe im Rat der Stadt vollzog damit in letzter Minute einen Sinneswandel. Vergangene Woche noch bezeichnete Gruppensprecher Hinz das Thema als „nicht entscheidungsreif“ und kündigte an, sich erst mit Experten beraten zu wollen. Letzteres sei noch immer geplant, allerdings erst nach der Sommerpause, sagte Hinz nach der Entscheidung im Verwaltungsausschuss, der ein Treffen von SPD, Grünen, WGS und Freien Burgdorfern mit Cord Behrens am Montagabend vorausging. Behrens ist im Rathaus zuständig für das Klärwerk. Er habe deutlich gemacht, dass die Kläranlage nicht gesetzeskonform zu betreiben sei, wenn es zum Störfall und in der Folge dem Überschreiten der Grenzwerte käme.

Mit dem Risiko lebt die Stadt seit der Neufassung der Klärschlammverordnung seit Herbst 2017 und wohl noch ein weiteres Jahr. Dieses Jahr soll das Zwischenlager, in dem Klärschlamm nach einem Störfall aufgefangen werden kann, geplant werden. Der Bau soll nächstes Jahr erfolgen.

Klärschlammlager rechnet sich nach fünf Jahren

Der Beteiligung an einer Klärschlammverbrennungsanlage in Hildesheim erteilte der Verwaltungsausschuss eine Absage. Als Indiz dafür, dass die Stadt an der landwirtschaftlichen Klärschlammverwertung länger als politisch bekundet festhalten könnte, gilt die Einschätzung des Tiefbauamts, wonach sich die Investition in das Zwischenlager im Vergleich zur Verbrennung frühestens nach fünf Jahren rechne. Diese Aussage soll Behrens gegenüber der Mehrheitsgruppe gemacht haben. Die Verwaltung muss nun prüfen, ob es ökologische Alternativen zur Ausbringung aufs Feld gibt: Trocknung, Vererdung und Filterung mithilfe der Membrantechnik.

Von Joachim Dege

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