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Burgdorf Grüner Vorwurf im Rat: CDU paktiert mit der AfD
Umland Burgdorf

Burgdorf: Grüner Vorwurf im Rat: CDU paktiert mit der AfD

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15:28 13.09.2019
Der Start für Armin Pollehn im Burgdorfer Rathaus wird nicht einfach – schon jetzt gibt es heftige Debatten im Rat. Unter anderem über den Umgang mit der AfD. Quelle: Archiv
Burgdorf

Eine zunächst harmlos anmutende Personalie hat im Rat am Donnerstagabend zu der Grundsatzdebatte geführt, ob und in welchem Umfang die CDU-Fraktion mit der AfD paktiert, wie es Grünen-Ratsherr Detlef Knauer formulierte. Bislang hatte die AfD den Burgdorfer Gunther Wichmann in den Verwaltungsrat der Stadtsparkasse Burgdorf als Vertreter entsandt. Er zieht nun mit seiner Frau Christiane, bislang AfD-Ratsfrau, nach Ungarnweil er sich in Deutschland nicht mehr sicher fühlt. 

Als Nachfolger benannte AfD-Fraktionschef Jens Braun nun Friedrich Voltmer, der in Burgdorf lebt und bis zur Ratssitzung kaum öffentlich bekannt war. Das änderte sich im Laufe des Abends, als Lukas Kirstein (Freie Burgdorfer) bei einer Internet-Recherche herausfand, dass Voltmer sich offenbar im Jahr 2017 als Beisitzer der CDU-nahen Mittelstandsvereinigung ehrenamtlich engagiert hatte. Knauer sprach von einem Pakt zwischen CDU und der AfD: „Sie müssen doch gewusst haben, um wen es sich handelt“, warf er dem künftigen Bürgermeister Armin Pollehn (CDU) vor.

Voltmer: Ich gehöre keiner Partei an

Dieser konterte: „Herr Voltmer war nie Mitglied der CDU, und er gehört auch nicht mehr der Mittelstandsvereinigung an.“ Von einem Pakt könne keine Rede sein. Robert Apel (CDU) hielt Knauer und Kirstein am Rande der Sitzung lautstark vor, sie würden „mit Dreck auf die Fraktion werfen, in der Hoffnung, dass etwas hängen bleibt“. Braun ergänzte, es interessiere ihn nicht, welcher Partei jemand angehöre, der in den Verwaltungsrat gehe: „Für mich ist wichtig, dass der Mann, der dort sitzt, auch Ahnung hat.“ Am Freitag bestätigte Voltmer, der bei der Sitzung nicht dabei war, telefonisch, dass er keiner Partei angehöre und bezog diese Aussage auch auf die Mittelstandsvereinigung.

„Mir ist wichtig, dass wir Rechten im Rat keine Chance geben und keine wie auch immer geartete Zusammenarbeit eingehen“, sagte Knauer. Sein Credo sei: „Wehret den Anfängen.“ Nicht alle Mitglieder der Mehrheitsgruppe teilten diese strikte Haltung: Der SPD-Ratsherr Hans-Dieter Morich übergab Braun ein Präsent für die ausgeschiedene Wichmann: „Es ist schade, dass sie nicht mehr dabei ist, denn damit gibt es nur noch neun Frauen im Rat“, sagte er. Pollehn versuchte zu beruhigen: „Für mich rückt eine Frau in der CDU-Fraktion nach“, sagte er.

Von Antje Bismark

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