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Burgdorf HAZ-Forum: Wer punktet vor der Bürgermeisterwahl?
Umland Burgdorf

Burgdorf: HAZ-Forum mit sieben Kandidaten zur Bürgermeisterwahl

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16:23 15.05.2019
Autoverkehr, Verschuldung, Wohnungsbau: Die sieben Bürgermeisterkandidaten stellen sich heute Abend den Fragen der Burgdorfer und der Redaktion. Quelle: HAZ
Burgdorf

Dem Thema Klimaschutz nähern sich die sieben Kandidaten mit unterschiedlichen Konzept, in einem Punkt aber stimmen sie überein: Sie fordern sichere und zum Teil bessere Radwege. Differenzen offenbarten sich beim HAZ-Forum bei den Themen sozialer Wohnungsbau, Schuldenabbau und Transparenz im Rathaus. Den Fragen von HAZ-Redakteur und Moderator Joachim Dege stellten sich am Dienstagabend Michael Fleischmann (Linke), Marc Müller (Die Partei), Sinja Münzberg (Grüne), Rüdiger Nijenhof (Freie Burgdorfer), Matthias Paul (SPD), Armin Pollehn (CDU) und Dirk Schwerdtfeger (FDP). Etwa 400 Zuhörer besuchten die Debatte im StadtHaus.

Verfolgen Sie die Debatte hier im Liveticker:

  • 14.05.19 19:26
    An dieser Stelle beenden wir den Liveticker - hier im StadtHaus nutzen die Zuhörer die Gelegenheit und setzen die Gespräche mit den Kandidaten fort. Wir bedanken uns für Ihre Aufmerksamkeit und wünschen einen schönen Abend!
  • 14.05.19 19:24
    "Gehen Sie wählen": Mit diesem Satz verabschiedet Joachim Dege die Zuhörer, er dankt allen sieben Kandidaten für ihre Teilnahme.
  • 14.05.19 19:21
    Was befähigt die Kandidaten als Bürgermeister?

    Dirk Schwerdtfeger: Ich bin ein Kümmerer, der nachhaltig an die Sachen in der Stadt rangehen wird.

    Armin Pollehn: Ich bin Burgdorfer, bringe fachliche Kompetenz mit. Meine Tür würde immer offen stehen, deshalb benötige ich keine Bürgersprechstunde Meine umfangreichen Erfahrungen will ich für die Stadt einbringen.

    Matthias Paul: Mich schmerzen die Aussagen über die Südstadt. Wir haben schon viel probiert. Das gehört zu meinen beruflichen Erfahrungen: Verwaltung kompetent führen, das soziale Zusammenleben stärken, Potenziale heben. Menschen zusammenbringen.

    Rüdiger Nijenhof: Mich befähigt, dass ich weiß, worum es geht. Kann eine Verwaltung leiten, bin im Zweifelsfall derjenige, der den rechtlichen Aspekt schnell klären kann. Außerdem engagiere ich mich bei der Tafel.

    Marc Müller: Ich möchte mit den Menschen die Stadt nach vorne bringen. Die Partei hat in Burgdorf noch keinen Blödsinn veranstaltet. Ich habe nicht vor, das zu tun. Und ich bin nicht Alfred Baxmann.

    Michael Fleischmann: Bürgerlichern Sachverstand in die Politik und Verwaltung bringen. Experten sollten endlich zum Zuge kommen. Ich werde mir einige Verwaltungsvorlagen genau anschauen und den Mitarbeitern auf den Zahn fühlen, wenn es sein muss.

    Sinja Münzberg: Ich bringe ganz viele Ideen für die Stadt mit und verstehe mich als Impulsgeberin. Dabei will ich meine politischen Erfahrungen im Beruf und im Ehrenamt nutzen. Zudem habe ich als Frau in Erziehungsverwantwortung einen anderen Blick auf die Stadt. "Burgdorf ist bereit für eine Bürgermeisterin."
  • 14.05.19 18:55
    Dem sozialen Wohnungsbau widmet sich Joachim Dege in der vierten und letzten Fragerunde.

    Wie sollen Baugebiete der Zukunft aussehen?, geht diese Frage an Dirk Schwerdtfeger.

    Es muss eine gesunde Durchmischung von Einfamilien- und Mehrfamilienhäusern mit sozialen Wohnungen sein. Als ein Beispiel nennt er das Helma-Projekt an der Rolandstraße, das leider gescheitert sei, bevor es starten konnte. Zudem fehlten in der Stadt viele Wohnungen für Senioren, die aus großen Häusern ausziehen wollen und damit große Immobilien für Familien bereitstellen. Aber: Wir brauchen dringend Baugebiete. "Dann besteht die Möglichkeit, wieder günstige Wohnungen zu mieten."

    In Ehlershausen gibt es Skepsis gegen geförderte Wohnungen und Mehrfamilienhäuser. Riecht das noch nach viel Überzeugungsarbeit, solches Wohnen auf den Dörfern zu ermöglichen?, fragt Dege nun Armin Pollehn.

    Das Baugebiet sei ein gutes Beispiel für Bürgerbeteiligung. Aber: Auf der einen Seite steigen die Mieten, auf der andere Seite sinkt die Zahl der geförderten Wohnungen. Deshalb braucht die Stadt auch Investoren, die Mehrfamilienhäuser errichten. Leider habe die Verwaltung in den letzten 20 Jahren versäumt, die Dörfer zu entwickeln. Wenn die Stadt das erreichen wolle, müsse die Verwaltung aufgestockt werden. Sein Vorschlag: die Wohnungsbaugenossenschaften einzubinden und in die Pflicht zu nehmen.

    An den Hecken, Zilleweg-Nord: Überall ist die Stadt unter ihrer Zielmarke beim sozialen Wohnungsbau geblieben? Wie lässt sich das ändern?, lautet die Frage an Matthias Paul.

    An der Gerickestraße entsteht bezahlbarer Wohnraum, An den Hecken engagiert sich die KSG - das spiegelt unsere Lernkurve wider. "Bis vor kurzem ließen sich Grundstücke für Geschosswohnungsbau kaum vermarkten", sagt er. Seit 2012 erst steigt die Einwohnerzahl wieder, davor sei sie gesunken. Die Region fördere den Bau mit einem eigenen Programm. Sozialer Wohnungsbau sei kein Grund, dass sich gut situierte Nachbarn fürchten müssten: Berechtigt einzuziehen seien beispielsweise Krankenschwester, kleine Angestellte, ganz normale Menschen eben. "Die Situation am Mietmarkt ist eskaliert."

    Wie sieht Rüdiger Nijenhof die Situation in der Stadt?

    Rein rechnerisch fehlten 1000 Wohnungen in der Stadt, aber die Zahl sei sicherlich höher. Seine Fraktion gehe davon aus, dass es 25 Prozent sozialen Wohnungsbau geben müsse und 25 Prozent bezahlbarer Wohnraum hinzu kämen. "Wir müssen da ran." Denkbar sei eine intensive Zusammenarbeit mit einer Wohnungsbaugenossenschaft, die ein Großprojekt angehe. "Sie sind nicht sehr mutig im Moment." Sein Wunsch sei deshalb ein kleines Dorf mit generationenübergreifendem Wohnen und Treffpunkten. Die Stadt sollte die Förderung der Region an Investoren weitergeben.

    Marc Müller lebt in Hannover und will auch nicht nach Burgdorf umziehen. Hat er eine Wahrnehmung der Stadt? Und ein Konzept gegen Wohnungsnot?

    "Auch ich musste lange suchen, überall das gleiche Thema." Ihm sei wichtig, dass Wohnraum für ältere Menschen in der Innenstadt entstehe. Burgdorf fehle eine Skyline, es sei alles sehr niedrig. Hochhäuser könnten ebenfalls gebaut werden. Nein, kein Ihmezentrum, das würde die Einwohnerzahl fast verdoppeln. Dann könnten die Burgdorfer bei schönem Wetter auch den Brocken sehen, wenn sie im zehnten Stock sitzen - sagt Müller unter dem Gelächter der Zuhörer.

    Aus Sicht von Michael Fleischmann reicht das Engagement der Stadt nicht. Warum nicht?

    Am Ostlandring werde ein Wohngebiet mit fünf sozialen Wohnungen geplant, An den Hecken seien es nur 13 Prozent und nicht 25 Prozent. Es könne nicht sein, dass städtische Mitarbeiter sich von Investoren treiben lassen. "Die wollten Kasse machen", zitiert er die Mitarbeiter und attestiert ihnen Unwillen oder Inkompetenz. "Wenn ich Bürgermeister werde, dann sorge ich für ein Umdenken, darauf können Sie Gift nehmen." Menschen würden aus den Wohnungen und der Stadt vertrieben, das dürfe nicht sein.

    Sinja Münzberg möchte mit Südstädtern ins Gespräch kommen über das Leben im Quartier. Wie will sie die Wohnsituation verbessern?

    "Es gibt große Einigkeit über den sozialen Wohnungsbau, alle sprechen sich für 25 Prozent aus", sagt sie. Investoren seien oft nicht bereit, solche Wohnungen zu bauen. Und wenn doch, dann würden die anderen teurer. Sie plädiere für einen klaren Fahrplan mit Akteuren wie Wohnungsbaugenossenschaften, Seniorenrat, Politik und Verwaltung.
    Quartierentwicklung sei ein wichtiger Baustein in dem Thema, die Südstadt sei seit 30 Jahren vernachlässigt worden. Viele Menschen seien arm, andere hätten einen Migrationshintergrund oder seien überaltet. "Dort sollten wir dringend Förderung beantragen." Das Konzept vom Nachbarschaftstreff wolle sie übertragen, gern auch jenes von der sozialen Stadt.
  • 14.05.19 18:31
    Die Finanzen der Stadt bestimmen das dritte Thema. Schulen, Kitas, Feuerwehrhäuser - wie soll die Stadt dies alles finanzieren? fragt Joachim Dege die Kandidaten.

    Für Sinja Münzberg ist eine Senkung der Gewerbesteuerhebesatz keine mögliche Lösung. Für Firmen seien andere Faktoren entscheidend für eine Ansiedlung: Rahmenbedingung für die Mitarbeiter, schnelles Internet, gute Infrastruktur. "Die Haushaltssituation ist etwas bedrohlich, aber das betrifft Burgdorf nicht exklusiv." Sie sehe die Spielräume für Ausgaben und Einnahmen sehr eng gesetzt, dafür seien Region, Land und Bund in der Pflicht, die Kommunen zu unterstützen - zum Beispiel beim Wohnungsbau. Daran müsste der Ministerpräsident mit Nachdruck erinnert werden.

    Michael Fleischmann will die Gewerbesteuer senken. Und das als Linker?

    Ich trete nicht als Linker an, mich interessieren Parteiprogramme überhaupt nicht. "Die Schulden sind dramatisch", sagt er. Im Jahr 2023 lägen Schulden und Tilgen bei acht Millionen Euro im Jahr, die Verschuldung betrage dann 164 Millionen Euro. Neidvoll schaut er auf Kommunen mit Autobahnanschluss wie Isernhagen. "Die können sich vor Anfragen nicht retten." Er wolle deshalb in Beinhorn an der Autobahn Gewerbe ansiedeln und die Gewerbesteuer auf Isernhagener Niveau senken. "Dann kriegen wir Burgdorf wieder auf die Überholspur." Was aber, fragt Dege, sagt Frau von der Leyen dazu? Dazu gibt es Gelächter und Applaus.

    Was schlägt Marc Müller zur Schuldensenkung vor?

    Als Bauleiter erlebe er seit sieben Jahren, wie Bauprojekte wie der BER immer länger dauern und deshalb teurer werden. Ihm sei eine sehr gute Planung wichtig, um eine spätere Kostenexplosion zu vermeiden. Wie aber verdient Burgdorf mehr? Das gehe mit dem Abbau von Bürokratie - "ich habe jetzt keine konkreten Punkte". Er plädiert für Starenkästen an der Marktstraße: "Dann sprudelt das Geld." Das sei eine echte Goldgrube. Außerdem sollte sich die Region mehr beteiligen und die Stadt entlasten.

    Rüdiger Nijenhof bezieht jetzt Stellung, wie er die Finanzen in den Griff bekommen möchte.

    Keiner von uns hier vorn verzichtet auf den Bau von Schulen und Kitas und Feuerwehrhäusern, das gilt auch für die IGS. Unstimmigkeiten gab es bei der Oberstufe.
    "Ich sage ehrlich, wir kommen in schwierige Fahrwasser - und sind eigentlich schon drin." Gleichwohl könne die Stadt nicht auf die Sanierung verzichten, weil die Zinsen so niedrig sind und gleichzeitig die Baukosten explodieren. "Wir müssen jetzt dafür sorgen, dass wir gute Gebäude für die nächsten 20 bis 30 Jahre haben." Erst investieren, dann sparen.

    Wann ist aus Sicht von Matthias Paul die Schmerzgrenze erreicht? Hat Burgdorf keine andere Chance als Schulden zu machen?

    Berg, Strudel - solche Worte machten Angst, aber ein nüchterner Blick auf die Fakten sei wichtig. Die Stadt macht Schulden für Investitionen, sie finanziert ihren Haushalt aus eigener Tasche, Dennoch: Die Einnahmesituation muss verbessert werden, ob die Gewerbesteuer der richtige Weg sei, wisse er nicht. Die Kommunalaufsicht stärke die Stadt und den Rat, dass alle Investitionen eine Pflichtaufgabe seien. Weil das Thema so wichtig sei, habe es eine interfraktionelle Arbeitsgruppe gegeben. Diese habe alles geprüft und keine Einsparungen gefunden. Hallen- und Freibad, Stadtbücherei dürften als freiwillige Leistungen nicht in Frage gestellt werden - dafür erhält er Applaus.

    Als Sprecher der CDU-/FDP-Ratsgruppe hat Armin Pollehn die Ausgabendisziplin der Ratsmehrheit gerügt. Wie will er den Haushalt sanieren?

    Er wolle keinerlei freiwillige Leistungen streichen, damit stoße er bürgerschaftliches Engagement vor den Kopf. Die Stadt müsse zugleich aufs Gaspedal bei Investitionen treten und auf die Bremse bei den Schulden. Sie brauche mehr Einnahmen - unter anderem durch die Ansiedlung von richtigen Firmen. Das habe die Stadt in den vergangenen 20 Jahren versäumt. "Wir sind Pferdeland und Dienstleister und Landwirtschaft, deshalb müssen wir über mehr Einnahmen nachdenken." Er fordert, dass die Stadt mehr Fördergeld beantragt, zum Beispiel für die Sanierung von Schulen und Sportplätzen. "Lasst uns beantragen, soziale Stadt zu werden." In dem Bereich müsse Burgdorf nachholen.

    Wie stellt sich Dirk Schwerdtfeger eine Reduzierung der Ausgaben vor und wie die Erhöhung der Einnahmen?

    Das Gewerbegebiet Nordwest sei in 12 Jahren nicht vollgelaufen.Das kann nicht sein. Die Wirtschaftsförderung reiche nicht aus, das Geld reiche nicht für positive Anstöße. Zudem müsse die Stadt werben mit ihren Grundstücken und mit ihrer guten Infrastruktur. Mit den Mehreinnahmen dank neuer Firmen könne die Stadt ihre Infrastruktur halten und neue Einwohner finden. "Die freiwilligen Leistungen würde niemand anfassen." Aber vielleicht sollte Burgdorf über eine Badgenossenschaft wie in Hänigsen nachdenken, dann könnten die Burgdorfer auch ihre Anteile erwerben.
  • 14.05.19 18:08
    Das zweite Thema beschäftigt sich mit dem Thema Umwelt- und Klimaschutz, kündigt Joachim Dege.

    Weshalb sind die Grünen im Burgdorfer Rat nicht so ökologisch wie in anderen Kommunen und Gremien?

    Sie sei nicht hier, um die Arbeit ihrer Ratsfraktion zu verteidigen, sagt Münzberg. Sie wolle den Klimawandel einleiten mit der Verkehrspolitik, zum Beispiel einem besseren Radwegnetz - dafür gibt es Applaus. Radwege seien in schlechtem Zustand - wieder Beifall. Burgdorf sei prädestiniert, dass die Einwohner die Wege mit dem Rad zurücklegen. Diese Infrastruktur müsse die Stadt schaffen. Dazu gehöre auch ein Carsharing-Angebot. Warum gibt es das nicht in Burgdorf?, fragt sie. Mit Blick auf das Artensterben sieht sie noch Handlungsbedarf in der Stadt.

    Michael Fleischmann wünscht sich Obstbäume an städtischen Feldwegen. Wie sieht seine Umweltpolitik aus?

    Er sei Gründungsmitglied des ADFC und wolle als solches ein Umdenken im Rathaus anschieben, wenn er Bürgermeister ist. Ständig kämen sich Radler mit Fußgängern und Autofahrern ins Gehege - Applaus gibt es beim Appell gegen Radfahrschutzstreifen. Seinen Dienstweg wolle er mit dem Rad zurücklegen und den Dienstwagen des Bürgermeisters verkaufen. Zudem etabliere er ein Carsharing-Angebot.
    Obstbäume seien ein simples Projekt und dienten dem Artenschutz, von Ameisen und Bienen bis zum Siebenschläfer. Das gehe aber nicht auf ehrenamtlichen Schultern, sondern dafür müssen Hauptamtliche sorgen.
    Die Stadt brauche Trinkwasserschutzzonen, der Wasserpreis müsse endlich wieder sinken. Fleischmann redet sich in Rage - vergisst aber, dass er sein Mikro nicht mehr nutzt. "Wenn ich Bürgermeister werde, werfe ich mein ganzes Gewicht in die Waagschale, dass wir wieder einen Badesee bekommen!"

    Wie schafft Marc Müller den Umweltschutz?

    Klimawandel lasse sich heute nicht mehr leugnen, sagt er zu Fleischmann. Sein Vorschlag: Die Wiesen im Stadtpark sollten nicht mehr so intensiv gepflegt werden. Die Menschen sollten nachdenken, ob sie das Auto stehen lassen können. Das tut auch der Gesundheit gut. Er lobt den Unverpackt-Laden unweit der viel genutzten Aue-Treppen, mit dem Einkauf könnten die Menschen den Plastikmüll reduzieren. Und letztlich komme eine Stadtbahnlinie mit Stationen an allen fünf Rathäusern für ihn in den Vordergrund, sagt er satirisch.

    Rüdiger Nijenhof lehnt ein Klärschlammlager ab. Welchen Weg der Entsorgung würde er wählen?

    Ich finde es nicht so toll, dass ich mit dem Klärschlamm in Verbindung gebracht werde, sagt er schmunzelnd. Er finde den Bau einer Lagerhalle nicht so toll, er könne er sich eher eine Trocknungsanlage vorstellen. Dann könnte der Klärschlamm in der Bauindustrie verwendet. Klärschlamm auf den Feldern aufzubringen, sei falsch. Wir haben die Verträge und sollten die Zeit jetzt nutzen, um eine gute Lösung zu finden.
    Ér kritisiert die Stadtverwaltung, dass sie das Carsharing-Modell der Region nicht eingeführt. hat. "Das ist eine kluge Variante, über die ich gern informiert worden wäre." Zudem ärgere er sich über die Radwege - sie fehlten zum Beispiel nach Immensen und Weferlingsen. Er fordere zudem eine Prüfung der Fahrradschutzstreifen.

    Die SPD will das Radwegenetz evaluieren lassen. Wie soll das aussehen?, lautet die Frage an Matthias Paul.

    Carsharing sei vor 15 Jahren gescheitert, weil es keine Nutzer gab. "Umweltschutz ist ein Thema auf vielen Ebenen", sagt er. Möglicherweise gebe es beim ÖPNV ein Umdenken, aber der Bau einer Stadtbahnlinie sei keine kommunale Aufgabe. Anhand der Fragen vom ADFC habe er das Radwegekonzept geprüft und wolle nun die Planungen abfragen. "Radfahren ist ein Schlüssel beim Umweltschutz", sagt er. Viele Maßnahmen beim Klimaschutz seien kostenintensiv. "Es reicht nicht den Dienstwagen des Bürgermeisters zu verkaufen, der uns noch nicht einmal gehört", sagt Paul in Richtung Fleischmanns.

    Weshalb wollte die CDU nicht den Einsatz des Klimaschutzmanagers verlängern? Wie stellen Sie sich den Klimaschutz in der Stadt vor?, geht die Frage an Armin Pollehn,

    Er habe sich durchaus für den Klimaschutzmanager eingesetzt, wollte dessen Aufgaben aber erweitern. "Wir sind nicht soweit gekommen mit regenerativen Energien wie beispielsweise Uetze." Tankstellen sollten auch in Burgdorf Strom und Gas geben, das habe Burgdorf nicht geschafft. Schon jetzt radelten sehr viele Burgdorfer, vor allem Schüler. Aber viele fühlten sich unsicher auf den Radwegen. "Die Sicherheit der Radler ist höher einzuschätzen, als manch einer denkt." Alle Nutzer - Autofahrer, Radfahrer, Fußgänger - seien gleichberechtigt zu behandeln.
    Seit Jahren setze er sich für mehr S-Bahn-Waggons ein, damit die Pendler besser die Stadt erreichen. Seine Forderung: ein ganzheitliches Konzept.

    Wie stellt sich Dirk Schwerdtfeger die Umweltpolitik für Burgdorf vor?

    "Bei der Beliebtheit hätte das Radverkehrskonzept viel eher angepackt werden müssen", schreibt Schwerdtfeger den Ratspolitikern ins Hausaufgabenheft. Zudem müssten Schüler besser ausgebildet werden fürs Radfahren.

    Sinja Münzberg möchte noch einmal Stellung nehmen: Sie wolle auch Gerechtigkeit für alle Verkehrsteilnehmer, aber dann müssten die Autofahrer erst einmal Fläche abgeben. Diese nutzten derzeit 90 Prozent. Sie fordere zudem zu prüfen, ob die Kreuzung vor der IGS sicher für Radler sei.
  • 14.05.19 17:33
    Jetzt ruft Joachim Dege das erste Thema auf: Bürgerbeteiligung und Transparenz.

    Sinja Münzberg plädiert für eine Fußgängerzone an der Marktstraße (dafür gibt es gleich Applaus im Publikum): Wie will sie diesen Prozess mit den Menschen klären?

    Sie möchte gern die offenen Fragen klären: Verkehrsführung, Buslinien und Gespräche mit den Händlern. Die Antworten darauf suchen die Politiker derzeit aber nicht. Sie wolle das Thema proaktiv angehen mit Info-Veranstaltungen und Bürgerdiskussionen. Schließlich gebe es keine Gegenargumenten. Zugleich fordert sie eine bessere Öffentlichkeitsarbeit und mehr Gesprächsangebote mit Anwohnern, beispielsweise in Hülptingsen. "Wir müssen Bedürfnisse ernst nehmen."

    Wie will Michael Fleischmann künftig die Öffentlichkeitsarbeit der Stadt aufstellen?

    Er bezieht sich erst einmal auf Münzberg: Die Ratsmehrheit unter Bürgermeister Baxmann habe eine von ihm vorgeschlagene Fußgängerzone auf Zeit abgelehnt. Statt Transparenz gab es eine Entscheidung hinter verschlossener Tür im Verwaltungsausschuss.
    Das gelte auch für das Baugebiet An den Hecken. "Die Menschen dort fühlen sich völlig verschaukelt." Er plädiere künftig für Bürgerworkshops, deren Ergebnisse umgesetzt werden sollen. Transparenz soll ihren Namen verdienen.

    Basisdemokratische Initiative - steht bei Die Partei im Wahlprogramm. Wie will Marc Müller das schaffen und wie will er die Demokratie einführen?

    Wo liegt bei vielen Entscheidungen der Stadt der Bürgerwille? fragt Müller zurück und sieht noch "Luft nach oben". Auf Nachfrage: Wollen Sie etwa Inhalte? Die liefere er gern. Wichtig sei eine große Bürgerbeteiligung, die ernst genommen werde, deren Ideen auch realisiert und gehört würden. Es sei nicht die Aufgabe des Bürgermeisters, sein "Ding durchzuziehen".

    Rüdiger Nijenhof gehört zu den aktiven Facebook-Nutzern in der Stadt. Gehört die Abfrage bei Social Media zu seiner Bürgerbeteiligung?

    Ja, er wolle ansprechbar sein und ansprechbar bleiben. Sein Vorschlag in Zusammenarbeit mit der Verwaltung: eine Beteiligungsapp, um jeden abzuholen, der mitreden wolle. Der Rat müsse letztlich die Entscheidung treffen. Zugleich wolle er offline arbeiten in einer regelmäßigen Bürgersprechstunde mit Ortsbürgermeistern und Ortsvorstehern: "Red mit mir", sei seine Aufforderung an die Burgdorfer.

    In diesem Jahr ist die Debatte um Bürgerbeteiligung nach der Kita in der Südstadt aufgeflammt - wie sieht der Lerneffekt bei Matthias Paul aus diesen Vorgängen aus?

    Mitunter kann der Rat eine Ja- oder Nein-Entscheidung treffen. Meist aber müssten Kompromisse gefunden werden. Er hoffe, dass sich viele Kandidaten zur nächsten Kommunalwahl stellen und daran mitarbeiten. Gleichwohl müssten Betroffene besser als bislang gehört werden, gut denkbar seien Beteiligungsprozesse. Es reiche keine Bürgerversammlung, bei der sich die lautesten durchsetzen. Er spreche sich für einen Dialog aus.
    Die Kita-Planung sei seinerzeit korrekt gelaufen, wie die Kommunalaufsicht bestätigt habe. Juristisch seien alle Vorwürfe ins Leere gelaufen. Er habe in der Zeit gelernt, dass Verschwörungstheorien attraktiv seien. "Man sitzt auf verlorenem Posten." Deshalb habe er gelernt, dass dagegen nur klare Aussagen helfen. Er habe deshalb ein reines Gewissen.

    Null Prozent Klüngel, 100 Prozent Transparenz lautet ein Wahlkampfslogan von Armin Pollehn. Das kritisieren einige Burgdorfer. Wie will er Transparenz schaffen?

    Die Thematik "Klüngel" kommt nicht von uns, sondern von einem Elternsprecher und von vielen Burgdorfern, mit denen er während des Wahlkampfs gesprochen habe. Gefragt sei inzwischen eine bessere Vorfeld-Information bei Projekten. "Wir können viele Fragen nicht mit Ja und Nein beantworten." Zu oft erhalte auch die Opposition zu spät die Information, das könne nicht sein.

    Dirk Schwerdtfeger plädiert für mehr Miteinander. Wie wollen Sie Bürgerbeteiligung organisieren?

    Ratsmitglieder sollten alle Möglichkeiten nutzen, wenn sie sich nicht ausreichend informiert fühlen, sagt Schwerdtfeger in Richtung Pollehn. Bürgerbeteiligung finde wenig bis gar nicht statt, er habe 20 Thesen dazu entwickelt. Die Bürger sollten künftig direkt zu Punkten, die der Rat behandelt, ein Rederecht erhalten. "Sie sollen dann etwas sagen dürfen, wenn das Thema diskutiert und nicht nach vierstündiger Sitzung wie bislang." Das sei nicht produktiv.
  • 14.05.19 17:30
    Dirk Schwerdtfeger beendet die Vorstellungsrunde: Seit 2011 arbeitet er als Ortsvorsteher in Sorgensen, er sieht seine jetzige und künftige Aufgabe als Kümmerer. Drei Punkte wolle er in den Mittelpunkt seiner Arbeit stellen: die Ansiedlung neuer Firmen und eine bessere Wirtschaftsförderung, die Sanierung aller Schulen sowie die Ausweisung neuer Baugebiete, auch in den Ortsteilen.
  • 14.05.19 17:26
    Armin Pollehn lebt seit 40 Jahren in der Stadt, weil seine Familie Burgdorf sehr lebens- und liebenswert finden. Sein politisches und ehrenamtliches Engagement sei in dieser Zeit gewachsen. Dank des Wahlkampfs habe er einen Einblick bekommen, welche Probleme die Menschen in der Stadt bewegen. Er stehe für eine andere Bürgerbeteiligung als bislang ein, für Förderung von Sport, Kunst und Kultur.
  • 14.05.19 17:22
    Matthias Paul bewirbt sich nicht um "den Posten des Königs von Burgdorf". Der Bürgermeister sei vielmehr Hauptverwaltungsbeamter, also Führungskraft für die Mitarbeiter und die Politiker. Die wichtigste Frage am Ende des Tages sei für die Wähler, wer dieses Handwerkszeug mitbringe. "Burgdorf gemeinsam gestalten", sei sein Anliegen in und für diese Stadt. Denn der Bürgermeister müsse mit dem Rat gemeinsam entscheiden.
  • 14.05.19 17:19
    Rüdiger Nijenhof engagiert sich seit 15 Jahren in der Kommunalpolitik. Er sehe das Amt des Bürgermeisters nicht als politische Funktion. Vielmehr müsse der Verwaltungschef viele Impulse im Interesse einer modernen Familienstadt setzen, das traue er sich zu. "Ich glaube daran, dass Menschen gern hier in einer attraktiven Stadt leben wollen und sollen."
  • 14.05.19 17:16
    Marc Müller arbeitet beruflich als Bauleiter, kennt Burgdorf vor allem bei seinen Fahrten durch die Stadt. Sein Ziel: "Ich möchte frischen Wind in die Stadt von außen bringen." Er stehe außerdem für Bürgerbeteiligung und Transparenz und Schuldenabbau und nicht zuletzt den Bau einer Stadtbahnlinie nach Hannover.
  • 14.05.19 17:14
    Michael Fleischmann gehört der Regionsversammlung für die Linke an, er ist zudem Mitglied seiner Partei im Burgdorfer Rat. Seine politischen Ziele: der soziale Wohnungsbau mit 25 Prozent Sozialwohnungen in Neubaugebieten und weniger Bauten von Investoren, das Ende des finanziellen Desasters, mehr Umweltschutz unter anderem durch Obstbaumwiesen und kein Klärschlamm auf Äckern.
  • 14.05.19 17:11
    Sinja Münzberg möchte ihre landes- und umweltpolitischen Erfahrungen einbringen, die Klimawende in Burgdorf einleiten und sich dem sozialen Wohnungsbau widmen. Die 34-Jährige arbeitet im niedersächsischen Landtag, vertritt die Grünen in der Regionsversammlung.
  • 14.05.19 17:07
    Die sieben Kandidaten stellen sich jetzt den Fragen - diese haben zuvor die Burgdorfer an die Redaktion geschickt. Es geht dabei um die vier Themenkomplexe: Umwelt- und Klimaschutz, sozialer Wohnungsbau, Stadtfinanzen und Schulden, Bürgerbeteiligung und Transparenz. Doch die Kandidaten bekommen am Anfang zunächst die Gelegenheit, sich den etwa 400 Besuchern vorzustellen.
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Weitere Berichte zur Bürgermeisterwahl lesen Sie auf unserer Wahlseite.

Von Antje Bismark

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