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Burgdorf Ins neue Rathaus zieht das Jugendamt ein
Umland Burgdorf Ins neue Rathaus zieht das Jugendamt ein
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16:13 20.09.2018
Läuft alles nach Plan, soll das neue Rathaus an der Rolandstraße im Schatten der Hochbrücke (im Hintergrund) Ende Februar bezogen werden. Quelle: Anette Wulf-Dettmer
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Burgdorf

Die Mitarbeiter des Jugendamts, der Jugendverwaltung und der Jugendpflege sowie der Abteilung Schule, Kultur und Sport sowie die Gleichstellungsbeauftragte können sich freuen: Sie dürfen in das neue, moderne Rathaus im Schatten der Hochbrücke einziehen. 50 Büros entstehen in dem dreigeschossigen Gebäude, das die Investorin Wiltrud Niebuhr derzeit baut und an die Stadt vermieten wird. Die Entscheidung, den Jugendbereich mit seinem Publikumsverkehr in dem Neubau unterzubringen, hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass alle Etagen barrierefrei mit einem Fahrstuhl zu erreichen sind.

Der Umzug der Mitarbeiter – der Jugendbereich ist derzeit im historischen Rathaus I und die Schulabteilung in angemieteten Geschäftsräumen an der Marktstraße untergebracht – ist laut Hauptabteilungsleiterin Silke Vierke für Ende Februar 2019 geplant. Wenn das Rathaus I leergeräumt ist, soll es zunächst umfassend saniert werden – investiert werden soll in die Verbesserung des Brandschutzes sowie die Modernisierung der Elektrik und der Sanitäranlagen. Wann die Stadt dafür Geld bereitstellt, ist bislang ebenso wenig entschieden wie die künftige Nutzung des dann sanierten denkmalgeschützten Gebäudes.

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Der Rathausneubau lindert die Raumnot der Burgdorfer Stadtverwaltung. Allerdings werden die einzelne Abteilungen auch weiterhin auf dann sieben Standorte im Stadtgebiet verteilt sein. Kürzlich ist das Ordnungsamt aus dem Rathaus III am Spittaplatz in ehemalige Praxisräume an die Schloßstraße gezogen. Der Umzug sei dringend nötig gewesen, weil das Rathaus III aus allen Nähten platze, sagt Vierke. Die Gebäudewirtschafts- und die Sozialabteilung, die wie das Bürgeramt dort ebenfalls ihren Platz haben, seien infolge des zunehmenden Arbeitsanfalls – Schulneubauten und Flüchtlingsarbeit – personell stark gewachsen.

Insgesamt ist die Zahl der städtischen Mitarbeiter in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen – allen Sparbemühungen zum Trotz. „Die Politik will beim Personal zehn Prozent einsparen. Doch gleichzeitig kommt ein Antrag und eine Anfrage nach der anderen, das bindet viel Arbeitszeit“, sagt Bürgermeister Alfred Baxmann mit einem Seitenhieb auf den Rat und die Ortsräte. Die Möglichkeiten, Arbeitsplätze abzubauen seien angesichts der enormen Aufgaben, die auf die Stadt in den nächsten Jahren zukommen, gering. „Wir haben schon Aufgaben wie die Personalabrechnung, die Überwachung des Waffenrechts und jetzt auch die Geschwindigkeitskontrollen abgegeben“, sagt der Rathauschef. Im Arbeitskreis Haushaltskonsoldierung des Rates sei deshalb eine ziemliche Ernüchterung eingetreten.

Die Stadt beschäftigt aktuell 478 Mitarbeiter, davon 130 in den Kindertagesstätten, 36 im sogenannten Sozial- und Erziehungsdienst, 154 in der Verwaltung, 65 in den Bauhöfen und auf der Kläranlage sowie 93 Schulsekretärinnen, Schulhausmeister und Küchenkräfte. Die Personalausgaben werden sich laut Haushaltsplan in diesem Jahr auf 24,28 Millionen Euro summieren. „Sie sind der größte Block im Etat“, sagt Carsten Korn, Leiter der Personalabteilung.

Parallel zur Zahl der Mitarbeiter – Ende 2015 waren es 439 – sind auch die Personalkosten von 18,97 in 2015 auf 22,15 Millionen Euro Ende 2017 gestiegen. Und der Trend hält an: Der Rat hat für 2018 19,5 neue Stellen bewilligt, die bislang jedoch noch nicht alle besetzt werden konnten. Das Hauptkontingent bekommen mit 16 neuen Erzieherinnen die Kitas. Zudem wird unter anderem die Gebäudewirtschaft um einen Ingenieur und die Personalabteilung um einen Verwaltungsfachwirt verstärkt werden.

Von Anette Wulf-Dettmer

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