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Burgdorf Kino zeigt Sozialdrama "Capernaum" als AboPlus-Aktion
Umland Burgdorf

Burgdorf: Kino zeigt Sozialdrama "Capernaum" als AboPlus-Aktion

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07:00 05.11.2019
Laiendarsteller Zain ist zwölf Jahre alt. Das Flüchtlingskind erzählt in dem Film "Capernaum, - Stadt der Hoffnung", wie elend er lebt. Quelle: Alamode
Burgdorf

Das Sozialdrama, das Abonnenten von HAZ und NP zum AboPlus-Vorzugspreis am Sonntag, 10. November, in er 20-Uhr-Vorstellung im Kino Neue Schauburg an der Feldstraße in Burgdorf zu sehen bekommen, ist sicherlich kein leicht verdaulicher Stoff. Aber: „Capernaum – Stadt der Hoffnung“ ist eine überaus sehenswerter Film. Nicht von ungefähr erhielt das gefeierte Werk der libanesischen Filmemacherin Nadine Labaki bei den Filmfestspielen in Cannes vergangenes Jahr den Preis der Jury. Bei der Oscar-Verleihung setzte es obendrein den Preis für den besten fremdsprachigen Film.

Der Film erzählt vom Elend der Flüchtlingskinder

Worum geht es? Labaki erzählt in ihrem Spielfilm schonungslos das Elend der Kinder in Flüchtlingsfamilien in Beirut. Der Filmtitel ist dem Namen eines Dorfs aus er Bibel entlehnt, durch das schon Jesus gekommen sein soll. Capernaum steht sinnbildlich für Unordnung, Chaos, Hölle.

Zain ist ein syrisches Flüchtlingskind. Er lebt auf der Straße. Mit zwölf Jahren steht er erstmals vor Gericht. Er hat einen Mann – er nennt ihn einen Hurensohn – niedergestochen. Als er das zweite Mal vor Gericht erscheint, klagt der Junge an. Und zwar seine Eltern. Sein Vorwurf lautet, dass sie ihn in die Welt gesetzt haben und diesen Schicksal ausgesetzt haben, obwohl sie sich nicht um ihn kümmern können. Dem Richter schildert das Kind, wie es ihm ergangen ist, seitdem er von Zuhause weggelaufen ist.

Sozialporträt hält Kriegstreibern den Spiegel vor

Der hochgelobte Film Labakis schildert Zains Leben aus der Perspektive des Kindes. Entstanden ist dabei nicht nur ein Porträt des unendliche Qualen leidenden Jungen, seiner Geschwister und seiner Familie, sondern ein ungeschöntes Sozialporträt, das den Kriegstreibern im Nahen Osten wie im Westen ebenso den Spiegel vorhält wie allen, die nichts gegen die Folgen von Krieg und Vertreibung unternehmen und das Elend geschehen lassen. „Ich habe versucht, so viel wie möglich von der sozialen Wirklichkeit in die geschriebene Spielhandlung aufzunehmen. Diese Kinder sind eigentlich keine Kinder mehr. Sie haben so viel Leiden gesehen, dass sie erwachsen geworden sind, so klein sie auch noch sind. Sie sind so erwachsen, dass sie manchmal schon weise wirken“, sagt Labaki über Ihre Vorgehensweise.

Wer den Film sieht, kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass es sich bei der hierzulande problematisierten Integration von Flüchtlingen nachgerade um ein Luxusproblem handelt im Vergleich zu den brutalen Zuständen an den Originaldrehorten von „Capernaum“. Der Libanon hat offiziell zwei Millionen Flüchtlinge aufgenommen, die Dunkelziffer ist wesentlich höher.

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