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Burgdorf Kirche traut jetzt gleichgeschlechtliche Paare
Umland Burgdorf

Burgdorf: Kirche traut jetzt gleichgeschlechtliche Paare

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00:15 18.06.2019
Im Kirchenkreis Burgdorf sind ab sofort Trauungen gleichgeschlechtlicher Paare möglich. Quelle: Sebastian Kahnert (dpa)
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Burgdorf

Gleichgeschlechtliche Paare könnten sich im Kirchenkreis Burgdorf ab sofort kirchlich trauen lassen. Das verheißt der vom Kirchenkreis Burgdorf herausgegebene Newsletter „Kreuz & Quer“. Möglich sei das, nachdem die Synode der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers dafür in ihrer jüngsten Sitzung den Weg frei gemacht und die formale Trennung zu einer Trauung zwischen Frau und Mann abgeschafft habe.

Gleichgeschlechtliche Trauungen hießen nur anders

Was scheinbar als Neuigkeit daherkommt, ist in Wirklichkeit gar nicht neu. Das Kind hatte bis dato bloß einen anderen Namen und durfte aus kirchenrechtlichen Gründen nur nicht Trauung genannt werden. Gleichgeschlechtliche Trauungen habe es längst gegeben, und zwar unter dem Begriff Segnungsgottesdienst. Darauf macht Superintendentin Sabine Preuschoff aufmerksam. Sie begrüßt es, dass die Synode die begriffliche Unterscheidung nunmehr aufhob und damit das Kirchenrecht der Lebenswirklichkeit der Menschen anpasst: „Wir sprechen ausschließlich von Trauung. Ich freue mich über die Entscheidung der Synode. Es war längst an der Zeit.“

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Kreisjugendwartin heiratet ihre Lebensgefährtin

Nach Einschätzung von Preuschoff, Vorgesetzte aller Pastoren in den 18 Gemeinden des Kirchenkreises, hätten ihre Kollegen den Beschluss der Synode dankbar aufgenommen und begrüßt – „als Selbstverständlichkeit, die es längst sein sollte“. Ob es bereits Anfragen gleichgeschlechtlicher Paare nach Trauungen gebe, wisse sie selbst gar nicht zu sagen. Denn solche würden ihr als Superintendentin ebenso wenig mitgeteilt wie Trauungen zwischen Mann und Frau. Nur in einem einzigen Fall ist die Theologin nach eigenem Bekunden im Bilde: Im September ließen sich die Kreisjugendwartin und deren Lebenspartnerin in der Iltener Barockkirche von Pastorin Heidi Kück trauen.

Kirchenrecht räumt Pastoren Gewissensvorbehalt ein

Hätte Kück Gewissensbisse, müsste sie das nicht tun und dürfte auch von niemandem dazu gezwungen werden. Denn die Synode ließ den Seelsorgern eine Hintertür offen. Der sogenannte Gewissensvorbehalt erlaubt es Pastoren, gleichgeschlechtliche Trauungen abzulehnen. „Persönlich habe ich wenig Verständnis dafür, da es dafür keine zwingenden theologischen Gründe gibt“, sagt Preuschoff. Käme ein solcher Vorbehalt dennoch einmal zum Tragen, müsste sich der Pastor an sie als Vorgesetzte wenden. Dann würde sie dafür Sorge tragen, dass ein anderer Pastor die Trauung mit dem Paar feiert.

Von Joachim Dege

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