Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Burgdorf Gerichtsprozess: Autounfall im Nebel kommt Frau teuer zu stehen
Umland Burgdorf

Burgdorf: Kuriose Nebelfahrt kommt Autofahrerin teuer zu stehen

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:43 12.08.2019
Das Amtsgericht Burgdorf beschäftigte sich am Montag mit einem vermeintlichen Überholmannöver auf der Umgehungsstraße. Quelle: Joachim Dege
Burgdorf

Das Amtsgericht konnte in der Verhandlung am Montag der Frau nicht nachweisen, dass sie trotz unzureichender Sichtverhältnisse und Überholverbots auf der Umgehungsstraße zwischen der Sorgenser Mühle und der A37 hatte überholen wollen. Deshalb stellte Strafrichterin Stephanie Lumm das Verfahren ein –unter der Auflage, dass die 61 Jahre alte Angeklagte 1500 Euro an die Verkehrswacht zahlt.

Die Staatsanwaltschaft hatte die Frau wegen grob fahrlässiger Straßenverkehrsgefährdung angeklagt, nachdem sie gegen einen Strafbefehl Einspruch eingelegt hatte. „Rücksichtslos“ nannte es die Staatsanwältin, bei dichtem Nebel trotz Verbots überholen zu wollen. Im Juni hatte sie den Führerschein der Frau, die an jenem frühen Morgen im März auf dem Weg zur Arbeit nach Hannover war, einziehen lassen.

Angeklagte bestreitet, dass sie überholen wollte

Der Unfall passierte am 22. März. Nebel waberte über Burgdorf. Zeugen sprachen von Sichtweiten zwischen 20 und 50 Metern. Alles sei wie immer gewesen, sagte die Angeklagte. Sie habe kurz nach 6 Uhr zur Arbeit fahren wollen, kenne die Strecke aus dem Effeff, habe sich gut gefühlt. Trotz erlaubter 100 Stundenkilometer sei sie 70 gefahren in einer Kolonne Richtung A37, als sie sich plötzlich auf der Gegenfahrbahn wiederfand und es zum Zusammenstoß kam mit einem entgegenkommenden Mercedes. Warum, das wisse sie nicht. Überholen habe sie nicht wollen. So viel sei sicher. Sie sei nicht in Eile gewesen, beteuerte die Frau, die sich bis zu diesem Tag nichts hatte zuschulden kommen lassen. Punkte in Flensburg? Fehlanzeige!

Das entgegenkommende Auto traf sie mit der Front ihres Fahrzeugs auf dessen Fahrerseite. Es schleuderte gegen die Leitplanke rechts, dann gegen die auf er anderen Fahrbahnseite, um auch noch mit einem Opel, der hinter der Frau herfuhr, zusammenzustoßen. Ernsthaft verletzt wurde niemand. Aber das neue Auto des Unfallgegners war Schrott – 40.0000 Euro Schaden. Am Opel entstanden 4500 Euro Schaden. Beides regulierte die Versicherung der Frau. Auf dem Schaden am eigenen Fahrzeug blieb sie allerdings sitzen: 30.000 Euro.

Geldauflage ist höher als der nicht akzeptierte Strafbefehl

Die Staatsanwaltschaft schickte einen Strafbefehl über 1050 Euro, den die 61-Jährige nicht akzeptierte. Die jetzt vom Gericht erlassene Geldauflage ist höher. Im Prozess fand sich nur ein Zeuge, der gesehen haben wollte, dass die Frau geblinkt habe – Indiz für eine Überholabsicht. Niemand sonst hatte das gesehen. Nur dass die Frau wie aus dem Nichts auf die Gegenfahrbahn gefahren sei. Das reichte dem Gericht nicht für eine Verurteilung. Die Frau bekam noch im Gerichtssaal ihren Führerschein zurück von Richterin Lumm.

Von Joachim Dege

Pferde- und Hobbytiermarkt einmal anders: Statt einer Pferdeschau bekommen die Zuschauer am nächsten Sonnabend gezeigt, wie Rettungskräfte ein Unfallgeschehen abwickeln. Verkehrsteilnehmer im Publikum erhalten dabei wertvolle Tipps.

12.08.2019

Sie schreibt über starke Frauen und doch keine klassischen Frauenromane. Daniela Krien, Bestsellerautorin, kommt für eine Lesung nach Burgdorf. Eingeladen hat sie Wegeners Buchhandlung.

12.08.2019

Die Polizei sucht einen Unfallfahrer, der am zurückliegenden Wochenende in der Weststadt den Spiegel eines anderen Fahrzeugs beschädigt hat und dann das Weite suchte.

12.08.2019