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Burgdorf Mehr Menschen ziehen in die Stadt – Wohnraum ist Mangelware
Umland Burgdorf

Burgdorf: Mehr Menschen ziehen in die Stadt – Wohnraum ist Mangelware

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14:20 09.06.2019
Burgdorf benötigt mehr Wohnungen, gefragt sind vor allem kleine, bezahlbare und barrierearme Einheiten. Quelle: Symbolbild
Burgdorf

Seit dem Jahr 2012 steigt die Zahl der Menschen, die in Burgdorf leben, stetig an – dies ergibt sich aus dem Wohnraumversorgungskonzept, über das derzeit die Ratspolitiker beraten. Den sogenannten Kommunalsteckbrief hat die empirica ag aus Berlin im Auftrag der Region Hannover erstellt, er dient als Leitfaden für die künftige Wohnraumentwicklung in der Landeshauptstadt und den Umlandkommunen.

Nach der jetzt vorgelegten Statistik wächst die Bevölkerung stetig, allein von 2012 bis 2016 um fast 1500 Frauen, Männer und Kinder. Zu Beginn dieses Jahres lebten nach Angaben der Verwaltung insgesamt 31.386 Menschen in der Stadt – Tendenz steigend. Mit dieser Entwicklung liegt die Stadt auf dem Niveau anderer Umlandkommunen, heißt es in dem Bericht.

Burgdorf dient vielen als Schlafstadt

Das wiederum gilt aber nicht für Zahl der Beschäftigten. Sie stieg in den vergangenen Jahren zwar um 10 Prozent auf nun 5700 Arbeitnehmer – gleichwohl bleibt Burgdorf mit dieser Tendenz „hinter der regionalen Entwicklung zurück“. Und das, obwohl die Arbeitslosenquote von 15,2 Prozent im Jahr 2006 auf nun 6 Prozent gesunken ist. Auch wenn die Forscher dabei den Begriff einer Schlafstadt vermeiden, so klingt er in dem Bericht doch an: Denn immer mehr Menschen pendeln zur Arbeit in eine andere Kommune. Ihre Zahl liegt bei mehr als 8400 Beschäftigten. Im Gegenzug kommen lediglich gut 3300 Pendler jeden Tag nach Burgdorf, um hier zu arbeiten. Dieser negative Saldo verstärke sich seit Jahren, heißt es in dem Bericht: „Er ist Ausdruck der Attraktivität als Wohnstandort, aber auch der schlechteren Beschäftigtenentwicklung im Vergleich zur Region Hannover.“ Mit der Erweiterung des Gewerbegebietes Nordwest in Richtung Osten will die Verwaltung gegensteuern, dies hatte Wirtschaftsförderer André Scholz bei der Eröffnung der BMW-Niederlassung angekündigt.

Die meisten Menschen leben in Ein- bis Zwei-Personen-Haushalten

Neben der Ausweisung neuer Gewerbeflächen muss sich die Stadt dem vorliegenden Konzept zufolge auch um den Bau von Wohnungen kümmern – und dort wiederum vor allem die Gruppe der Menschen über 65 Jahre berücksichtigen, die in Burgdorf im Regionsvergleich überproportional stark mit 23 Prozent vertreten ist. Das spiegelt sich auch in einer anderen Zahl wider: So leben in mehr als 70 Prozent aller Haushalte nur eine oder zwei Personen, gefragt seien deshalb kleinere Wohneinheiten. Davon gibt es derzeit 14.600 im gesamten Stadtgebiet, die sich in 7900 Gebäude befinden – vorwiegend in Ein- und Zweifamilienhäusern und vorwiegend in den Jahren zwischen 1949 und 1978 gebaut.

Immerhin bescheinigt das Konzept der Stadt, dass sie seit etwa acht Jahren verstärkt Wohnraum entwickelt: Jährlich werden zwischen 80 und 130 Baugenehmigungen erteilt, deutlich mehr als in den Jahren zuvor und deutlich über dem Durchschnitt der Region Hannover. Verändert hat sich auch der genehmigte Gebäudetyp: Wurden zwischen 2007 und 2011 nur sieben Prozent Mehrfamilienhäuser genehmigt, waren es von 2012 bis 2016 fast 35 Prozent. Aber noch immer hinkt Burgdorf in diesem Segment dem Regionsdurchschnitt hinterher.

Dank der umfangreichen Bauanträge und -genehmigungen entstehen jährlich zwischen 70 und 140 Wohneinheiten neu – damit liegt Burgdorf wiederum über den regionalen Durchschnittswerten.

Um auf die steigende Bevölkerungszahl und die geänderten Nachfragen zu reagieren, schlagen die Forscher mehr kleinräumige, altersgerechte Wohnquartiere vor. Dabei sollte die Stadt die Kooperation mit lokalen Investoren und Bauträgern ausbauen. Zudem müssen Rat und Verwaltung zunehmend den Fokus auf preisgünstigen Wohnraum legen, derzeit diskutieren die Politiker darüber, ein Viertel aller neu gebauten Wohnungen für Menschen mit niedrigem Einkommen zur Verfügung zu stellen.

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Von Antje Bismark

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