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Burgdorf Mitten in Otze entsteht Wohnpark für Jung und Alt
Umland Burgdorf

Burgdorf: Mitten in Otze entsteht Wohnpark für Jung und Alt

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00:18 22.05.2019
Vorbereitung für die Bauarbeiten auf der Hofstelle Raupers: Dort, wo jetzt der große Kiesberg liegt, befanden sich die Garagen für die Landmaschinen. Im Hintergrund ist das ehemalige Herrenhaus zu sehen. Quelle: Anette Wulf-Dettmer
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Otze

Auf der ehemalige Hofstelle Raupers mitten im Burgdorfer Ortsteil Otze ist das erste Gebäude – die große Garage für Landmaschinen – abgerissen. Jens Saatmann und Dominik Semrau von der S&S Projektentwicklung UG wollen auf dem Areal einen Wohnpark entwickeln, in dem sich Senioren, Familien mit Kindern und Singles gleichermaßen wohlfühlen können. Sie wollen nicht nur entsprechenden Wohnraum schaffen, sondern auch den Service bereitstellen: Kinderbetreuung und Pflegedienst.

Investoren entscheiden sich für Bebauungsplan

Geplant ist der Bau von drei Mehrfamilienhäusern mit Mietwohnungen im nördlichen Teil sowie von zehn bis 14 Ein- und Zweifamilienhäusern zum Verkauf im Süden des Areals. „Damit kehren wir zu unserer Ursprungsplanung zurück“, erklärt Saatmann. Er und Semrau hatten zwischenzeitlich überlegt, auf einen Bebauungsplan (B-Plan) für den Südteil zu verzichten, um schneller mit den Bauarbeiten beginnen zu können. „Doch dann hätten wir nur straßenbegleitend bauen können, und es wären zu wenige Häuser geworden“, sagt Saatmann.

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So soll die Hofstelle nach den Wünschen der Investoren bebaut werden: An der Burgdorfer Straße (oben) entstehen drei Mehrfamlienhäuser gruppiert um ein Rondell. Im Süden des Grundstück sollen Ein- und Zweifamilienhäuser gebaut werden. Die Grünfläche mit den alten Bäumen soll direkt am Kapellenweg liegen. Eines der beiden direkt angrenzenden Häuser soll für die Kinderbetreuung genutzt werden. Quelle: Riesenberg & Tiarks Bauplanung GmbH

Der neue alte Entwurf sieht vor, die Grünfläche im Süden des Wohnparks direkt am Kapellenweg anzulegen. Dort stünden auch die alten Bäume, die erhalten bleiben sollen, sagt Semrau. Die Grünfläche kann nach seinen Vorstellungen auch als Spielgarten genutzt werden. „Denn in einem der angrenzenden Häuser sollen die Räume für die Kinderbetreuung eingerichtet werden.“

In einem der drei Mehrfamilienhäuser werden seniorengerechte kleine Appartements entstehen. Um den Bedürfnissen der Senioren gerecht zu werden, würden die Investoren gern mit einem Pflegedienst kooperieren. „Wir sind im Gespräch“, sagt Saatmann.

Ortsbürgermeisterin lobt ganzheitliches Konzept

Ortsbürgermeisterin Ulla Träger lobt die Pläne. „Mit diesem ganzheitlichen Konzept können wir alles bedienen, von Jung bis Alt“. Sie begrüßt vor allem auch die Idee mit der Kinderbetreuung. Denn auch wenn die Kita in Kürze um eine Krippengruppe erweitert werde, würden weiterhin Betreuungsplätze fehlen. In der öffentlichen Ortsratssitzung am Donnerstag, 23. Mai, im Altenteilerhaus werden die Investoren ihr weiter entwickeltes Konzept vorstellen.

„Wenn alles gut läuft, werden trotz des jetzt notwendigen B-Plan, kaum Verzögerungen entstehen“, sagt Saatmann. Die Stadtverwaltung habe ihnen gesagt, dass Mitte/Ende 2020 der B-Plan beschlossen sein könnte. „Deshalb reichen wir jetzt den Bauantrag für die Mehrfamilienhäuser ein“, kündigt er an. Geplant hatten sie, mit dem Bau der Ein- und Zweifamilienhäuser zu beginnen.

Blick auf den Südteil der ehemaligen Hofstelle. Hier wollen die Investoren Ein- und Zweifamilienhäuser bauen. Im Hintergrund sind die alten Bäume zu sehen, die auf jeden Fall stehen bleiben. Quelle: Anette Wulf-Dettmer

„Wir wollen den dörflichen Charakter erhalten“

Zum Konzept der Investoren gehört auch der Erhalt alter Bausubstanz: das Niedersachsenhaus mit der Diele und dem angrenzenden bäuerlichen Wohnhaus, ein Stallgebäude und das zweistöckige ehemalige Herrenhaus werden nicht abgerissen, sondern umgebaut und saniert. Das Herrenhaus wird zurzeit als Baustellenbüro genutzt. Später soll es saniert werden, und zwar so, dass es ein Blickfang im Wohnpark ist. Für die Autos der Bewohner wird eine Tiefgarage gebaut. „Wichtig ist uns, den dörflichen Charakter auf der Hofstelle zu erhalten.“

Ortsrat spricht über Tretminen-Zählaktion

Der Ortsrat Otze kommt am Donnerstag, 23. Mai, zu einer öffentlichen Sitzung zusammen. Diese beginnt um 19 Uhr im Altenteilerhaus Am Speicher. Für die alte Raupersche Hofstelle wird der Ortsrat laut Ortsbürgermeisterin Ulla Träger den Antrag stellen, einen Bebauungsplan aufzustellen und darum bitten, dass eine der nächsten Sitzung des Ratsausschusses für Umwelt, Stadtentwicklung und Bau in Otze stattfindet.

Die Ortsbürgermeisterin wird zudem über eine Aktion von zwei Grundschülerinnen berichten. Den beiden Mädchen ist aufgefallen, dass die Grünstreifen an der Worthstraße, die sie täglich auf dem Weg zur Schule entlanggehen, als Hundetoilette herhalten müssen. Sie haben deshalb gemeinsam mit ihren Eltern die Kothaufen auf der Strecke vom Lehmkuhlenweg bis zur Straße Freien Gericht gezählt: Es waren 57 Tretminen. Mit diesem unappetlichen Ergebnis sind sie zu Träger gekommen.

Des Weiteren wird die Stadt über die Sanierungsarbeiten im Jugendtreff Fun-Haus berichten, ebenso wie über den ersten Runden Tisch zur Alpha-E-Trasse, den Fußgängertunnel Maschdamm und den Ausbau von Bushaltestellen. Darüber hinaus wird der Ortsrat über mehrere Anträge aus seinen Reihen diskutieren.

Von Anette Wulf-Dettmer