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Burgdorf Nach dem Brand: Gastwirtfamilie bangt um ihre Existenz
Umland Burgdorf

Burgdorf: Nach dem Brand: Gastwirt-Familie bangt um ihre Existenz

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00:18 21.06.2019
Mit Decken und Tüchern fangen die Inhaber des Restaurants das Löschwasser auf, das durch die Decke in die Gaststube gelaufen ist. Quelle: Antje Bismark
Burgdorf

Gut 50 Reservierungen hat Christos Driantis für diesen Dienstag abgesagt, weitere Telefonate stehen an: „Bis mindestens 29. Juni müssen wir unser Restaurant schließen“, sagt der Parthenon-Geschäftsführer. Ein Feuer hatte am Montagnachmittag die Wohnung im Obergeschoss des Hauses an der Straße Vor dem Celler Tor beschädigt. Am Dienstag untersuchten Brandermittler der Polizei die ausgebrannten Räume. Sie gehen nach Aussage eines Sprechers davon aus, dass ein Siebenjähriger versehentlich eine brennende Kerze umgestoßen und damit das Feuer verursacht hat. Den Schaden geben die Ermittler mit 50.000 Euro an. Die Wohnung ist derzeit nicht mehr bewohnbar.

Wohnung ist nach Brand nicht mehr bewohnbar

Für Christos Driantis und seine Familie stehe mit dem griechischen Restaurant die Existenz auf dem Spiel: „Wir sind ein Familienbetrieb und alle auf die Einnahmen angewiesen“, sagt Driantis, dessen Vater Sotirios die Gaststätte gehört. Er wohnt auch über dem Restaurant. Nach dem Feuer ist an eine schnelle Rückkehr in die Wohnung nicht zu denken. Zwar müssen alle fünf Verletzten nach dem Brand nicht mehr medizinisch versorgt werden, die Schäden am Haus aber seien groß, sagt Christos Driantis. „Oben ist alles verrußt und schwarz“, fügt er hinzu. In den Gasträumen im Erdgeschoss weisen Brandgeruch und Decken auf dem Boden auf den verhängnisvollen Montag hin. „Das Löschwasser ist durch die Decke und die Wand gelaufen, zum Glück gibt es hier aber keine weiteren Schäden“, sagt der Geschäftsführer.

Er hatte unmittelbar nach dem Ausbruch des Feuers, das Rauchmelder ausgelöst hatte und auf das Passanten aufmerksam geworden waren, mit seinem Bruder die Flammen von außen bekämpft: „Wir haben uns Stühle auf einen Tisch gestapelt und mit Feuerlöschern und Wasserschlauch gearbeitet“, sagt er. Erst als die Feuerwehr eingetroffen sei, hätten sie aufgehört. „Sonst wäre das ganze Haus abgebrannt“, sagt Christos Driantis, sichtlich erschöpft von den Geschehnissen. Die beiden Brüder verletzten sich ebenso wie ein 71 und 62 Jahre alter Mann sowie eine 58-Jährige, die den Brand in der Wohnung anfangs löschen wollten.

Schaulustige filmen den Brand

Und erst danach hätten die Beteiligten realisiert, wie viele Schaulustige sich in Sichtweite des Restaurants aufhielten: „Manche filmten den Brand, andere hoben ihre Kinder hoch, damit sie besser sehen konnten“, erinnern sich Christos Driantis und sein Bruder. „Auch Autofahrer haben extra gestoppt, um besser fotografieren zu können. Die mussten wir richtig weiterschicken.“ Selbst als die Polizei die Durchfahrt gesperrt habe, seien immer noch Gaffer gekommen, um ja nichts zu verpassen.

Zwischen den Aufräumarbeiten und Gesprächen mit Gästen oder Versicherung denkt der Geschäftsführer schon an die nächsten Tage. „Wir hoffen auf gutes Wetter, dass viele Kunden ins Freibad gehen, wo wir das Bistro betreiben“, sagt er. Und dann überlege die Gastwirtfamilie, die das Parthenon seit Oktober 2011 betreibt, von dort aus einen Lieferservice einzurichten, bis das Restaurant wieder öffnen kann. „Irgendwie“, sagt Christos Driantis, „muss es ja weitergehen für uns.“

Mehr lesen Sie hier: Wohnungsbrand in der Burgdorfer Innenstadt fordert fünf Verletzte.

Ein Blick ins Parthenon zeigt: Die Schäden halten sich im Restaurant in Grenzen, dennoch müssen die Inhaber für mindestens zehn Tage schließen.

Weitere Meldungen von Polizei und Feuerwehr aus dem Stadtgebiet Burgdorf lesen Sie im Polizeiticker.

Von Antje Bismark

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