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Burgdorf Ohne Katrin Thies gäbe es den Nikolausmarkt in Ehlershausen nicht
Umland Burgdorf

Burgdorf: Ohne Katrin Thies gäbe es den Nikolausmarkt nicht

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12:03 27.11.2019
Katrin Thies hat vor 30 Jahren den ersten Nikolausmarkt organisiert - in diesem Jahr packt sie mit Helfern 600 Pakete für die Tombola. Quelle: Antje Bismark
Ehlershausen/Ramlingen

Am Sonnabend, 30. November, öffnet der Nikolausmarkt an der Martin-Luther-Kirche in Ehlershausen – dann treffen sich die Menschen seit genau 30 Jahren zum gemeinsamen Einstimmen auf die Adventszeit. Dass sie die Gelegenheit dazu bekommen, daran trägt Katrin Thies maßgeblichen Anteil. Denn sie organisierte 1989 den ersten Markt im Doppeldorf. „Damals gab es solch einen Treff noch nicht, bei dem die Leute klönen konnten“, begründet sie ihr Engagement.

Eigentlich hatte sie schon einige Jahre eher starten wollen, aber die Unternehmerin fand keine Mitstreiter. „In jenem Jahr sprach mich Werner Hartmann an, weil er einen Stand mit geräucherten Forellen anbieten konnte“, erinnert sich die damalige Inhaberin einer Bäckerei. Sie habe das Team vom Gasthaus Bähre noch überzeugen können. „Und mit drei Aktiven ging es dann ganz schnell, sodass sich auch andere Händler und Unternehmer beteiligten“, sagt Thies. Zur Premiere bauten die Teilnehmer bunt gemixte Buden auf dem Parkplatz hinter der Kirche auf, sie rührten die Werbetrommel und schmückten den Weihnachtsbaum mit roten Kugeln und Schleifen.

Unternehmer organisieren ersten Nikolausmarkt

Damals, sagt Thies, hätten sich weder die Kirchengemeinde noch die Vereine engagiert – ganz im Gegensatz zum heutigen Markt, der weitgehend von Ehrenamtlichen aus beiden Orten gestaltet werde. Dennoch: Die Besucher nahmen das Angebot im Dezember 1989 gern an. Und auch wenn die Organisatorin der ersten Stunde nicht die Zahl der Gäste zu schätzen vermag, so erinnert sie sich doch an das gute Gefühl, weil so viele zusammenkamen. Sie erstanden an den Buden unter anderem Mutzenmandeln, Bratwurst sowie selbst gemachte Kerzen und schickten die Kinder in die Bastelstube. Sie öffnet seit 30 Jahren und steht, bei allen Neuerungen, für die Kontinuität in den drei Jahrzehnten.

Dazu gehört auch, dass der Erlös des Nikolausmarkts immer für einen guten Zweck bestimmt ist. Im ersten Jahr kamen rund 2000 Euro zusammen, die Thies an den Verein einer Burgdorferin überwies, deren Kind an Aids gestorben war. Nachdem sich der Verein aufgelöst hatte, wählten Thies und ihre Mitstreiter die ortsansässigen Vereine und Verbände aus – sie konnten sich im vergangenen Jahr über 9000 Euro freuen. „Wenn ich auf die ganze Zeit schaue, dann haben wir sicherlich 100.000 Euro spenden können“, sagt sie, und Freude klingt mit über diese Entwicklung.

Lesen Sie dazu auch: So schön war der Nikolausmarkt 2018.

Budendorf steht jetzt zwischen Kirche und Gemeindehaus

Thies fand immer neue Unterstützer – sei es Jacqueline Bahlsen im Kirchenvorstand, die den Umzug der Buden auf die Fläche zwischen Kirche und Gemeindehaus ermöglichte, oder Freiwillige, die wie in diesem Jahr insgesamt 600 Pakete liebevoll und einzeln für die Tombola verpacken. Ihre Entscheidung, nach dem ersten Markt weiterzumachen, habe sie deshalb nie bereut. Und noch immer wirke sie aktiv mit, auch wenn sie mit Beate Biedenstein eine Nachfolgerin gefunden habe. Diese hat den Termin für den Markt auf den ersten Advent gelegt und erreicht, dass das Budendorf innerhalb weniger Stunden in gemeinsamer Arbeit entsteht.

„Wir fangen um 10 Uhr mit dem Aufbau an, um 12 Uhr sind wir fertig“, sagt Thies und spricht von eingespielter Routine der etwa 30 Helfer. Fünf Stunden später sei Jahr für Jahr und unabhängig vom Wetter der Platz rappelvoll, sodass es kaum noch ein Durchkommen gebe. „Natürlich haben wir überlegt, den Markt auszudehnen, aber dann zerfasert möglicherweise alles“, sagt sie. Den ganzen Tag über betreut sie mit Freunden einen Stand, an dem sie Selbstgefertigtes verkaufen – von Socken bis Marmelade. „Darauf arbeiten wir das ganze Jahr hin“, sagt Thies, die sich mit dicken Moonboots gegen Kälte schützt. Gegen 22 Uhr gingen dann auch die letzten Besucher nach Hause.

Zum Geburtstag singt der Chor des Herrn K.

Am Sonntagmorgen treffen sich dann die Helfer zum Aufräumen. „Wenn der Gottesdienst beginnt, dann ist alles weg“, sagt Thies. Einzige Ausnahme: der geschmückte Baum, der bis Weihnachten die Ehlershausener und Ramlinger erfreuen soll.

Für dieses Jahr haben sich Biedenstein, Thies und ihre Unterstützer eine Besonderheit zum Geburtstag ausgedacht: Um 20 Uhr tritt der Chor des Herrn K. in der Kirche auf. „Das ist etwas Neues, und wir wissen nicht, ob und wie viele Burgdorfer zu dem Konzert kommen“, sagt sie und hofft auf viele Besucher.

In seinen ersten Jahren öffnete der Ehlershausener Nikolausmarkt auf dem Parkplatz hinter der Kirche – mit einem Sammelsurium von Buden. Fotos aus dem Fundus von Katrin Thies geben einen Eindruck von der damaligen Zeit.

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