Burgdorf: Radverkehr: Schulwegplan braucht zwei Jahre Zeit
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Burgdorf Radverkehr: Plan für sicheren Schulweg braucht zwei Jahre Zeit
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Burgdorf: Radverkehr: Schulwegplan braucht zwei Jahre Zeit

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06:48 25.11.2019
Die Stadt hat einen Runden Tisch zum Radverkehr einberufen. Vertreter des Allgemeinen Fahrrad Clubs Deutschland reden dort genauso mit, wie Eltern, Lehrer, die Polizei und Kommunalpolitiker. Quelle: Joachim Dege
Burgdorf

Fahrradfahrer bekommen in der auf das Auto ausgelegten Stadt Burgdorf alles andere als den roten Mobilitätsteppich ausgerollt. Weil das alle wissen, ist die Unzufriedenheit darüber groß und Handlungsbedarf wurde erkannt. Nun hat die Stadtverwaltung zu einem Runden Tisch Radverkehr eingeladen. Dessen Ziel ist es, Verbesserungen für Radfahrer im Straßenverkehr zu erreichen.

Vom ersten Treffen im Schloss am Donnerstagabend hatte niemand greifbare Ergebnisse erwartet. Elternvertreter aus den Schulen, Lehrer, Polizei und Lobbyisten vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club (ADFC) waren ebenso gekommen, wie Kommunalpolitiker und Fachleute aus dem Rathaus und aus der Regionsverwaltung in Hannover. Beschlüsse gab es dann tatsächlich auch nicht. Es war vielmehr ein gegenseitiges Abtasten und Ausloten von Möglichkeiten, die sich auftun können, wenn die an Radverkehrsverbesserungen interessierten Menschen in der Stadt die Köpfe zusammenstecken.

Mitarbeiter aus dem Tiefbauamt der Stadt, wo der Radwegebau angesiedelt ist, bemühten sich darum, eine Gesprächsbasis zu schaffen. Claudia Vollmert zeigte beispielsweise die Vorgehensweise beim gemeinsamen Erarbeiten eines geplanten Schulwegeplans auf. Den brauche es, weil Fahrradfahrer an Unfällen auf Schulwegen besonders häufig beteiligt seien. Häufiger als alle anderen Verkehrsteilnehmer.

Arbeit am Schulwegplan dauert zwei Jahre

Als Ziel gab Vollmert daher aus, die Schulwege für Radler sicherer zu machen und Unarten wie das sogenannte Elterntaxi wieder zurückzudrängen. Der Schulwegeplan, der später als Broschüre gedruckt vorliegen soll, könne die Mobilitätserziehung in den Schulen unterstützen. Die Stadt will ihn bei einem Verkehrsplanungsbüro in Auftrag geben und dafür sorgen, dass die Erfahrungen von Schülern, Eltern und Schulen einfließen. Das alles brauche Zeit. „Es dauert sicherlich zwei Jahre, bis wir mit allen Schulen durch sind“, sagte Vollmert.

Christian Adams, Geschäftsführer des Ingenieurbüros SHP aus Hannover, warb dafür, dass die Stadt Burgdorf ein Mobilitätskonzept auflegt und den Radverkehr nicht losgelöst von anderen Möglichkeiten der Fortbewegung betrachtet. Der Verkehrsausschuss des Rates hatte der Stadtverwaltung unlängst aufgetragen, von SHP ein Angebot einzuholen. Ob die Ingenieure den Auftrag auch erhalten werden, ist zurzeit noch nicht entschieden.

Adams skizzierte die drei Eckpfeiler eines Mobilitätskonzepts, bei dem es um Verkehrsvermeidung, Verkehrsverlagerungen und eine verträgliche Gestaltung der Verkehrswege gehen müsse. Rainer Herbst, Chef des Tiefbauamts warnte vor hohen Erwartungen. Wenn ein solches Konzept erst einmal vorliege, dauere es womöglich noch Jahre, bis einzelne Verbesserungen auch umgesetzt seien. Das sei ein Projekt, das leicht drei Jahrzehnte in Anspruch nehmen könne.

Lehren ziehen aus Experiment der Stadt Seelze

Heiko Söhnholz vom Fachbereich Verkehr bei der Region Hannover berichtet von einem Experiment, das die Stadt Seelze gewagt hat. Dort war eine Innenstadtstraße drei Wochen lang für den Autoverkehr gesperrt und mit zahlreichen Aktionen bespielt worden. Gegner des Versuchs hätten für einen Shitstorm gesorgt. Das lasse den Schluss zu, dass einer Verkehrswende ein Bewusstseinswandel in den Köpfen vorausgehen müsse.

Söhnholz Ratschlag lautete: Wenn Burgdorf etwa eine Fußgängerzone auf Probe – Vorschlag der Grünen – ausprobieren wolle, sollte das tunlichst von langer Hand vorbereitet werden. Laut Herbst ist die Stadt an einer Zusammenarbeit mit Söhnholz interessiert, allerdings mit Blick auf die Verkehrssituation an der Straße Im Langen Mühlenfeld. Dort müssen IGS-Schüler ständig die Straße queren, um die Schulgebäuden auf beiden Straßenseiten zu erreichen. Gefährliche Verkehrssituationen sind die Folge.

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Von Joachim Dege

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