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Burgdorf Rattenplage beunruhigt Ehlershäuser Ehepaar
Umland Burgdorf

Burgdorf: Rattenplage beunruhigt Ehlershäuser Ehepaar

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16:55 24.09.2019
Das Ehepaar Gerts vermutet, dass die Ratten, die regelmäßig ihren Garten heimsuchen, aus der Ehlershäuser Kanalisation kommen. Quelle: Symbolbild
Ehlershausen

Das Ehepaar Martina und Wolfgang Gerts fühlt sich mit dem Rattenproblem auf ihrem Grundstück an der Ramlinger Straße in Ehlershausen von der Stadt Burgdorf alleingelassen. Deshalb haben die Gerts einen offenen Brief an Bürgermeister Alfred Baxmann und Ortsbürgermeisterin Birgit Meinig geschrieben, in dem sie die Situation in ihrem kleinen Garten schildern und bitten, schnellstens etwas gegen die allgegenwärtigen Nager zu unternehmen.

Junge Gartenpflanzen sind komplett abgenagt

„Ich baue ein wenig Gemüse an. Im März-April wurden alle frisch gesprossten Radieschenpflanzen weggefressen. Es folgten die Rote Bete und komplett alle Rettichpflanzen“, schreibt Martina Gerts. „Höhepunkt war im August, dass eine große Zahl Pflanzlinge für eine Ligusterhecke bis auf den Boden abgefressen wurde.“

Das Ehepaar Gerts bekämpft die Ratten, die nicht nur Schaden anrichten, sondern auch Krankheiten übertragen können, auf seinem Grundstück nach eigenen Angaben intensiv mit Fallen und Giftködern. In diesem Jahr hätten sie etwa sechs Ratten mit Fallen getötet, dann seien sie zu Rattenködern übergegangen. Annähernd jeden Abend legten sie zwei Köder in ihrem Garten aus, am Morgen seien diese ratzekahl aufgefressen. Die Schlussfolgerung aus dieser Beobachtung ist für das Ehepaar: „Aus der Ehlershäuser Kanalisation kommen Heerscharen von Ratten auf unser Grundstück.“

Schutz vor Ratten kostet die Gerts Hunderte Euro

Dasselbe Problem gab es laut Gerts bereits 2017: In dem Jahr hätten sie 26 Ratten in ihrem Garten erlegt, ungezählt seien die Ratten, die durch die ausgelegten Köder getötet wurden. 2018 sei die Rattenplage vermutlich wegen der Trockenheit etwas geringer gewesen. „Wir haben für die Bekämpfung bereits einige Hundert Euro ausgegeben, was für Ruheständler ein großes Opfer ist“, schreiben die beiden. Sie wären dankbar, wenn sich Rat und Ortsrat ernsthaft mit der Situation auseinandersetzen und Abhilfe schaffen würden. „Die never-ending-Kanalisationsquelle muss rattenfrei werden. Darauf haben wir mit noch so vielen Ködern keinerlei Einfluss“, fordern sie.

Stadt: Mindestens eine Bekämpfungstour im Jahr

Die Stadt Burgdorf hat das aktuelle Rattenproblem in Ehlershausen nach Aussage von Stadtsprecher Sebastian Kattler bereits den Schädlingsbekämpfern der Firma Gruber aus Burgwedel gemeldet. Mit dieser Firma arbeitet die Stadt seit Jahren bei der Rattenbekämpfung zusammen. „Mindestens einmal im Jahr gibt es eine große Rattenbekämpfung. In diesem Jahr hatten wir schon eine Bekämpfungstour im Frühling“, sagt Kattler auf Anfrage der Redaktion.

Regelmäßig sind die Schädlingsbekämpfer in Burgdorf unterwegs, um den Ratten, die sich bevorzugt in der Kanalisation aufhalten, den Garaus zu machen. Quelle: Joachim Dege (Archiv)

Vogelfutter lockt die Ratten in den Gärten

Warum in Ehlershausen die Rattenpopulation offenbar besonders groß ist, kann die Stadtverwaltung nicht sagen. Allerdings habe man beobachtet, dass die milden Winter dazu führen, dass die Population steigt, berichtet Kattler. Hinzukomme das große Nahrungsangebot für die Nager. Dieses zu reduzieren hat jeder Bürger selbst in der Hand. „Wichtig ist es, auf keinen Fall Nahrungsabfälle im Garten oder via Kanalisation zu entsorgen“, sagt der Stadtsprecher. Eine grüne Tonne für Lebensmittelreste könne bei Aha beantragt werden“, sagt der Stadtsprecher. Nicht zu unterschätzen sei auch die Anziehungskraft von Vogelfutter auf Ratten. „Die Körner locken die Ratten an“, sagt Kattler.

Ratten sind gute Kletterer: Auch wenn Vogelfutter in luftiger Höhe aufgehängt wird, ist das kein Hindernis, wie diese junge Ratte zeigt. Quelle: Holger Hollemann (Archiv)

Fachfirma legt Giftköder ab Mitte Oktober aus

Die Firma Gruber aus Burgwedel wird Mitte/Ende Oktober in der Kanalisation und an den Gewässern in Burgdorfs Stadtgebiet wieder Köder auslegen. Das teilt Firmeninhaber Marc Gruber auf Anfrage mit. Von einer Rattenplage in Burgdorf könne allerdings nicht die Rede sein, sagt Gruber. „Die Kanalisation von Burgdorf ist in Ordnung. Generell gibt es kein Problem mit Ratten im Stadtgebiet.“ Wobei er aber nicht ausschließen will, dass sich die Situation in Ehlershausen anders darstellen kann.

2019 sei ein gutes Jahr für Nager. „Es gibt vor allem extrem viele Wühlmäuse. Diese sehen wie junge Ratten aus“, erklärt der Schädlingsbekämpfer. Deshalb will Gruber nicht ausschließen, dass in Ehlershausen möglicherweise Wühlmäuse und nicht Ratten im Garten der Familie Gerts herumlaufen und Schaden anrichten.

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Von Anette Wulf-Dettmer

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