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Burgdorf Sanierung der Immenser Straße kostet 1,3 Millionen Euro
Umland Burgdorf

Burgdorf: Sanierung der Immenser Straße kostet 1,3 Millionen Euro

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19:27 20.05.2019
Karen Warnecke, die als Bauingenieurin für die Sanierung verantwortlich zeichnet, erörtert mit Tiefbauamtschef Rainer Herbst die anstehenden Arbeiten. Quelle: Antje Bismark
Burgdorf

Karen Warnecke kennt zwar nicht jeden Stein an der Immenser Straße – aber fast. Denn seit Monaten bereitet die Bauingenieurin aus dem Rathaus Burgdorf die Sanierung der wichtigen Nord-Süd-Verbindung vor, die ab diesem Montag gesperrt wird. Bis Jahresende können Auto- und Radfahrer die Straße nicht mehr nutzen, Fußgänger bekommen die Möglichkeit, sie jederzeit passieren zu können.

Bei einem Spaziergang an der viel befahrenen Strecke zeigen Warnecke und ihr Chef, Tiefbauamtsleiter Rainer Herbst, die sichtbaren Stellen, die eine grundlegende Erneuerung notwendig machen. Doch auch für die Passanten unsichtbare Arbeiten stehen an: „Der Kanal reicht in der jetzigen Dimension nicht mehr aus“, sagt Herbst. Deshalb hatten Firmen unter der Projektleitung von Rathausmitarbeiter Cord Behrens vor dem Schwarzen Herzog bereits ein großes Schachtbauwerk errichtet, an das die neuen, größeren Kanalrohre andocken können.

Erhalt der alten Linden hat Priorität für die Stadt

Redaktionsleiterin Antje Bismark (von rechts) lässt sich von Bauingenieurin Karen Warnecke und Tiefbauamtschef Rainer Herbst die Arbeiten erläutern Quelle: privat

Dort beginnt auch der Spaziergang über die Baustelle Richtung Berliner Allee. Schon nach wenigen Metern zeigt Warnecke auf gebrochene Gehwegplatten, deren Kanten ungezählte Stolperfallen darstellen. „Wir beseitigen diese Platten und ersetzen sie durch Verbundsteine“, sagt die Ingenieurin. Diese seien fast doppelt so dick, könnten also bei Bedarf auch befahren werden, ergänzt Herbst und fügt hinzu, dass auch der Untergrund erneuert wird. Außerdem verschwinden an dieser Stelle die schmalen Grünstreifen, stattdessen gibt es künftig Steine und Wurzelbrücken, die die alten Linden schützen sollen. „Deren Erhalt hat für uns Priorität“, sagt Herbst.

Bereits erneuerte Bereiche der Gehwege lässt die Stadt unverändert, dennoch müssen Anwohner sich auf Verkehrsbehinderungen einstellen. „Diese sollen zumutbar bleiben“, sagt Herbst, wobei Warnecke wie bei vorangegangenen Projekten als Mediatorin zwischen Baufirmen und Anliegern agieren wird – während sie parallel die Arbeiten betreut und bereits an den nächsten Projekten arbeitet. Von den Erneuerungen nicht betroffen ist auch der Bereich zwischen Ostlandring und Rückertstraße: Der Streifen zwischen Bäumen und Grundstücksgrenze ist zu schmal. Die Stadt kann dort keine Steine verlegen lassen, ohne die Wurzeln der Bäume zu beschädigen. Deshalb bleibt die Decke erhalten.

Land und Stadtwerke übernehmen Teil der Kosten

Von der Straßenseite aus schauen Warnecke und Herbst auf die Bushaltestelle am Rubensplatz, die schon saniert ist: „Aber an die Gosse müssen wir noch einmal ran“, sagt die Bauleiterin. Sie zeigt zudem auf die Fahrbahn, die Arbeiter abtragen und neu aufbringen. Die Sanierung umfasst die Deck- und die bituminöse Tragschicht ebenso wie für den Unterbau aus Schotter. „Bis zu 50 Zentimeter tief reicht das“, schätzt Herbst, nach dessen Angaben die Gesamtsanierung etwa 1,3 Millionen Euro kostet.

Davon trägt das Land gut 460.000 Euro, die Stadtwerke übernehmen 72.000 Euro und die Stadt mehr als 760.000 Euro. Die Kosten liegen über den Ansätzen, auch weil sich die Arbeiten wegen fehlender Zuarbeit eines Ingenieurbüros um ein Jahr verschoben haben. „Wir merken die Baukonjunktur an den Ergebnissen der Ausschreibung“, sagt Herbst. Zum einen stiegen die Kosten, zum anderen habe die Stadt nur drei Angebote erhalten. Um die Arbeiten zu finanzieren, verschiebt die Stadt unter anderem die für dieses Jahr geplante Erneuerung des Räumersystems und zwei Nachklärbecken ins Jahr 2021. Die Anwohner werden anteilig an der Sanierung der Gehwege beteiligt, nicht aber an jener der Fahrbahn.

Stadt schildert Umleitung für Radfahrer aus

Noch in dieser Woche rollen die ersten Baufahrzeuge an, wenn die beauftragte Firma die Umleitung für Radfahrer ausgeschildert hat. Bereits beim Aufstellen der Halteverbotschilder habe es Protest am Peiner Weg gegeben, sagt Herbst. Seinen Angaben zufolge schildert die Stadt die Umleitung in Richtung Süden über die Dammgartenstraße aus, Richtung Norden über den Peiner Weg. „Für auswärtige Autofahrer gilt eine weiträumige Umleitung über Röddensen und Steinwedel“, sagt er. Ortskundige, so vermutet er, nutzten hingegen die bekannten Strecken, unter anderem den Peiner oder den Depenauerweg.

Vor dem Penny-Markt und dem Reifenhändler Vergölst endet der Spaziergang unter alten Linden – wie alle anderen Unternehmen entlang der Immenser Straße können diese beiden für ihre Kunden eigene Umleitungen ausschildern. „Wir versuchen, so lange wie möglich eine Zufahrt frei zu halten“, sagt Warnecke und blickt auf ihr aktuelles Projekt. Dort ist sie am Dienstagmorgen wieder anzutreffen. Und bestimmt auch an den Folgetagen.

Mindestens 40 Jahre liegen die letzten Sanierungen der Immenser Straße zurück – nun erneuern Arbeiter neben maroden Bereichen am Gehweg auch die Fahrbahn und deren Untergrund, Gossen und Bordsteine.

Von Antje Bismark

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