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Burgdorf Schüler erleben Unterricht im DRK-Rettungswagen
Umland Burgdorf Schüler erleben Unterricht im DRK-Rettungswagen
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11:38 28.03.2019
Daria testet die Trage des Rettungswagens unter den prüfenden Blicken ihrer Mitschüler und von André Hagemann.
Daria testet die Trage des Rettungswagens unter den prüfenden Blicken ihrer Mitschüler und von André Hagemann. Quelle: Antje Bismark
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Burgdorf

Routiniert öffnet André Hagemann die Fächer im Rettungswagen: Dann zeigt der Rettungssanitäter den Jungen und Mädchen der Astrid-Lindgren-Schule erst ein Blutdruckmessgerät und anschließend ein Fieberthermometer. Beides kennen die Dritt- und Viertklässler – zum Teil aus dem eigenen Erleben, zum Teil vom Beobachten des Kinderarztes. Dass sie nun Rettungsmedizin aus erster Hand sehen, verdanken sie der neuen Arbeitsgemeinschaft „Erstes Hilfe“ an ihrer Schule.

„Eigentlich wollten wir schon im vergangenen Jahr starten“, sagt die pädagogische Mitarbeiterin Gundula Brügge, die die AG gemeinsam mit Lehrerin Daniela Heistermann leitet. Dann aber habe die Vorbereitung etwas länger gedauert, deshalb üben die Kinder seit Februar, wie sie ein Fingerkuppenpflaster richtig zuschneiden und kleben oder wie sie nach einem Unfall schnell Hilfe holen können. Dabei greifen die beiden Erwachsenen auf Schulungsmaterial des DRK zurück: „Das ist nicht immer zeitgemäß, weil sich auf den Abbildungen zum Beispiel noch eine Telefonzelle findet“, sagt Brügge. Diese aber kennen Kinder heute gar nicht mehr. Auch die analoge Arbeitsweise wirke etwas veraltet, aber: „Die Lerneinheiten entsprechen genau unserem Konzept.“

Grundschüler testen die Krankentrage

Und dazu gehört auch der Besuch eines Rettungswagens, den Brügge über den DRK-Ortsvereinsvorsitzenden Gero von Oettingen organisiert hat. Diesen erklärt André Hagemann, ein ausgebildeter Rettungssanitäter, den jungen Gästen ganz genau. Mehr noch: Kindgerecht erzählt er, wie das Blut im menschlichen Körper den Sauerstoff bindet und transportiert – eine überlebensnotwendige Strategie. „Wenn das Blut den Sauerstoff frisst, dann haben wir ja ein Monster im Körper“, wundert sich Daria. Die Viertklässlerin nutzt die Gelegenheit und schaut Hagemann genau auf die Finger. Als dieser den „Herz-Fernseher“, das EKG-Gerät platziert, fragt die Viertklässlerin: „Warum schaust Du den Kranken dann nicht mehr richtig an?“ „Wir behalten ihn im Blick“, erwidert der Rettungssanitäter und zeigt, wie er hinter dem Patienten stehend sowohl das EKG als auch den Kranken betreuen kann.

Danach dürfen Daria, Louisa und Anton ebenso wie ihre 13 Mitschüler sich auf die Trage legen: „Das ist eigentlich ganz bequem“, sagt Louisa. Sie kennt Ärzte und medizinische Notfälle aus eigener Erfahrung – wegen einer Gehirnerschütterung und eines Beinbruchs. Am meisten interessiere sie der „Herz-Fernseher“. Und besonders gefallen habe ihr, dass der Rettungswagen auch ein Kuscheltier für kranke Kinder an Bord hat. Anton hat sich die Arbeitsgemeinschaft ausgesucht, weil er wie seine Eltern einmal Arzt werden will. „Es war cool, die Sachen einmal zu sehen.“ Sein größtes Interesse: das MRT. Daria indes zeigt sich beeindruckt davon, dass es neben der Trage auch einen Stuhl gibt, auf dem sich Retter kurz ausruhen können.

André Hagemann erklärt den Dritt- und Viertklässlern die Ausstattung eines Rettungswagens. Quelle: Antje Bismark

Von Antje Bismark