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Burgdorf Schülervertreter will Barrieren zur Politik einreißen
Umland Burgdorf Schülervertreter will Barrieren zur Politik einreißen
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17:15 11.04.2019
Schülervertreter Mikhail Kasiyanov wünscht sich, dass Barrieren zur Politik für junge Menschen fallen. Quelle: Joachim Dege
Burgdorf

Mikhail Kasiyanow besucht den zwölften Jahrgang des allgemeinbildenden Gymnasiums und ist Mitglied der Schülervertretung seiner Schule. Für den Stadtschülerrat sitzt er im Ratsausschuss für Schulangelegenheiten. Dort hat er jetzt einen ungewöhnlichen Vorstoß unternommen: Kasiyanov forderte die Kommunalpolitiker auf, jungen Menschen den Zugang zu politischen Entscheidungsprozessen zu erleichtern und vorhandene Barrieren abzubauen. Das Planspiel „Pimp Your Town“ des Vereins Politik zum Anfassen könne dies leisten. Die Stadt solle die Kosten dafür übernehmen.

Doch darauf wollten sich die Schulpolitiker aller Fraktionen vorerst nicht einlassen. Sie lobten zwar das Engagement Kasiyanovs als nachgerade vorbildlich, leiteten dann aber dessen Antrag einfach weiter an den Ratsausschuss für Jugend und Familie. Dort hat Kasiyanov keinen Sitz und somit auch kein Mitspracherecht. Ob die Ratsmitglieder dort seinem Anliegen Rechnung tragen, ist völlig offen.

Kasiyanovs Argument ist schlicht: Demokratie lebe davon, sich einbringen zu können. Genau das aber falle Schülern schwer. Sie seien in der Schule, im Verein, in der Kirche und in der Familie gefordert, sodass wenig Zeit bliebe für ein politisches Engagement. In Ermangelung der Kenntnis über das Funktionieren politischer Entscheidungsprozesse fänden viele seiner Altersgenossen kaum einen Zugang zur Politik. Schon eine Kontaktaufnahme koste Überwindung.

Um daran etwas zu ändern, könne eine Beteiligung der Stadt an dem 2011 zur besten Bildungsidee Deutschlands gekürten Planspiel Pimp Your Town eine gute Grundlage bieten, meint Kasiyanov. „Es ermöglicht Schülern den politischen Prozess in Burgdorf zu begleiten und sich an diesem zu beteiligen“, warb der Schülervertreter dafür, das Geld für das Projekt aus dem Stadtsäckel bereitzustellen: 6900 Euro berechnet der Verein zum Anfassen mit Sitz in Isernhagen für vier beteiligte Schulklassen. 20.000 Euro wären laut Stadtjugendpfleger Horst Gohla fällig, wenn ein ganzer Jahrgang bei Pimp Your Town mitmachte.

Sprecher von SPD, CDU, Grünen und Freien Burgdorfern sagten Kasiyanov zwar Unterstützung zu, sprachen aber keine Empfehlung an den Rat aus. Die WGS zeigte sich skeptisch. Bürgermeister Alfred Baxmann (SPD) empfahl, das Projekt zu dem einer Schule zu machen und das Geld dann über Sponsorenläufe zu organisieren.

Von Joachim Dege

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