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Burgdorf So trainieren Rettungshunde die Suche nach Vermissten
Umland Burgdorf So trainieren Rettungshunde die Suche nach Vermissten
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00:15 22.04.2019
Simon Schüler trainiert mit Elmo, einem Magyar Vizsla. Quelle: Antje Bismark
Burgdorf

 Ein dementer Senior verlässt sein Zuhause und findet nicht zurück. Ein Wanderer verirrt sich im Harz. Ein Kind verläuft sich beim Spielen. In Momenten wie diesen zählt jede Minute – und deshalb alarmiert die Rettungsleitstelle zumeist auch die Mitglieder der Rettungshundestaffel Hannover, Harz und Heide, die seit diesem Jahr ihren Sitz in Burgdorf hat. Elf Mitglieder zählt der Verein, der zwölf Hunde einsetzen kann. Angesichts des großen Gebietes, das die Freiwilligen zwischen Lüneburger Heide und Harz, Braunschweig und Steinhuder Meer abdecken, benötigen sie nun selbst Unterstützung.

„Etwa einmal im Monat erhalten wir einen Alarm“, sagt Sprecher Heiko Hoffmann. Dann gibt die Leitstelle die Meldung über die vermisste Person und über das Einsatzgebiet bekannt, die Hundeführer und Mitglieder ohne Hund setzen sich in ihre privaten Wagen und nehmen die Suche auf. „Unsere Tiere sind so ausgebildet, dass sie eine Person im Gelände finden sollen“, sagt Hoffmann. Mitunter könne deshalb auch ein Pilzsucher oder Geocacher vom Hund gestellt werden: „Im Unterschied zum Mantrailing suchen die Rettungshunde nicht ausschließlich nach dem Vermissten.“ Damit auch Unbeteiligte schnell den Rettungshund erkennen, tragen die speziell ausgebildeten Vierbeiner eine Decke mit der entsprechenden Aufschrift.

Staffel trainiert zweimal wöchentlich an anderen Orten

Elmo findet die „vermisste“ Person - in diesem Fall die Vorsitzende Anika Schwarze. Quelle: Antje Bismark

Für die Ausbildung eignen sich nach Aussage Hoffmanns die meisten Rassen, zweimal wöchentlich treffen sich die Vereinsmitglieder für intensive Trainingseinheiten – an wechselnden Plätzen. So gibt es unweit von Fuhrberg ein Waldstück für die Personensuche, in Lehrte stellt ein Gerüstbauer seine Materialien zur Verfügung. An diesem Trainingsabend soll Elmo, ein Magyar Vizsla, die vermisste Person finden. Als Simon Schüler das Tier loslässt, stürmt es los und sucht so lange, bis er die Tierärztin Anika Schwarze gefunden hat. Mit lautem Bellen signalisiert er den Erfolg, dafür gibt es die erwartete Belohnung in Form eines besonderen Spielzeugs oder Leckerbissens.

Weil sich vermisste Personen mitunter aber auch in psychischen Ausnahmesituationen befinden, könnte eben jenes Bellen sie zusätzlich unter Stress setzen. Deshalb tragen einige Hunde ein spezielles Teil am Halsband: Das nehmen sie ins Maul, sobald sie den Gesuchten entdeckt haben und laufen – ohne jeden Laut – zum Hundeführer zurück. Der erkennt dann, dass die Suche erfolgreich war und kann dem Hund zur entsprechenden Stelle im Gelände folgen.

Ausbildung zum Rettungshund dauert drei Jahre

Etwa drei Jahre dauert die Ausbildung, bei der die Entfernungen zwischen Hundeführer und Vermisstem immer größer werden. Dank ihrer guten Nase können Hunde eine Fläche von fünf dicht bewachsenen Fußballfeldern in 20 Minuten absuchen – das sei mit einem menschlichen Suchtrupp nicht zu schaffen, sagt Hoffmann. Seinen Angaben zufolge endet die Ausbildung mit einer Prüfung, die anschließend jährlich wiederholt werden muss. „Bei allem Spaß, den die Tiere und wir im Training haben: Am Ende geht es oft um Leben und Tod.“ Deshalb müssten auch die Vereinsmitglieder, die in der Staffel ohne Hund ehrenamtlich mitarbeiten, sich im Gelände orientieren, das Funkgerät bedienen und Erste Hilfe leisten können.

Deshalb sucht die Staffel nach Aussage Hoffmanns nicht nur Hundebesitzer, die ihre Tiere ausbilden und einsetzen möchten, sondern auch Interessierte, die als zweite Person den Hundeführer unterstützen. „Und wir würden uns über Spender und Förderer freuen“, sagt der Sprecher mit Verweis darauf, dass die Ehrenamtlichen alle Kosten – von Teilen der Kleidung bis zum Sprit ihrer Privatwagen – selbst tragen.

Wer sich für die Arbeit der Rettungshundestaffel interessiert, findet weitere Informationen unter www.rettungshunde-hannover.de im Internet.

Tierheim Burgdorf profitiert vom Bundestreffen

Mit einer Spende von 550 Euro unterstützt die Rettungshundestaffel das Tierheim Burgdorf – das Geld haben die Mitglieder jetzt beim Verbandstag gesammelt, dem höchsten Gremium des Bundesverbandes Rettungshunde. „Jede Staffel, die ein Bundestreffen ausrichtet, sucht ein Tierheim aus und übergibt dort das Geld“, sagt Sprecher Heiko Hoffmann. Die Wahl sei den elf Mitgliedern zwischen 24 und 54 Jahren nicht schwer gefallen, schließlich befindet sich der Sitz des Vereins jetzt in Burgdorf. bis

Von Antje Bismark

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