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Burgdorf Elektrogeräte gestohlen und verkauft? Ermittlungen gegen zwölf Mitarbeiter von Aha
Umland Burgdorf

Burgdorf: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen zwölf Mitarbeiter von Aha

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19:27 09.07.2019
Die Ermittlungen waren nach einer Strafanzeige der Leitung des Müllentsorgungsunternehmens in Rollen gekommen. Quelle: Joachim Dege
Hannover

Die Staatsanwaltschaft Hildesheim ermittelt derzeit gegen zwölf Mitarbeiter des Abfallentsorgers Aha. Sie sollen seit mindestens Anfang 2018 regelmäßig alte Elektrogeräte vom Wertstoffhof in Burgdorf gestohlen haben, um sie anschließend wieder zu verkaufen. „Wir ermitteln wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Diebstahls“, sagt Oberstaatsanwalt Christian Gottfriedsen auf Anfrage der HAZ. Der Abfallentsorger will sich derzeit wegen der laufenden Ermittlungen nicht zu den Vorwürfen äußern. Erst nach dem Abschluss eines möglichen Gerichtsverfahrens sollen personalrechtliche Konsequenzen gezogen werden. „Bei uns gilt eine klare Null-Toleranz-Politik, was Straftaten betrifft“, sagt Aha-Chef Thomas Schwarz dieser Zeitung.

Täter sollen Handys, Küchengeräte und Werkzeug gestohlen haben

Die Ermittlungen der Strafverfolger waren durch eine Anzeige der Leitung des Abfallentsorgers in Rollen gekommen. Der Verdacht: Aha-Mitarbeiter sollen regelmäßig alte Handys, elektrische Küchengeräte oder Werkzeuge, die auf dem Gelände an der Steinwedeler Straße zur Entsorgung abgegeben worden waren, aus den Abfallcontainern wieder heraus genommen haben um sie zu verkaufen.

Im Mai durchsuchte die Polizei im Auftrag der Staatsanwaltschaft die Wohnungen der zwölf Verdächtigen. „Dabei wurde neben Datenträgern auch Unmengen an gestohlenen Geräten sichergestellt“, sagt Oberstaatsanwalt Gottfriedsen. Die Menge der entdeckten Geräte ist so groß, dass sich die Ermittler bislang keinen Gesamtüberblick über das Diebesgut machen konnten. Auch die Höhe des Gesamtschadens steht noch nicht fest. „Es wird noch eine Weile dauern, bis das ermittelt werden kann, weil es sich ja um alte Geräte handelt, deren Werte erst bestimmt werden müssen“, sagt der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Durch die Auswertung der sichergestellten Datenträger erhoffen sich die Ermittler Erkenntnisse darüber, auf welchem Weg die Verdächtigen ihr Diebesgut weiter verkauft haben. Die Auswertung ist noch nicht abgeschlossen. Ein Hauptverdächtiger sei, nach Angaben der Staatsanwaltschaft, bislang nicht unter den Verdächtigen auszumachen. Es habe bislang vielmehr den Anschein, dass es auf der Deponie so üblich gewesen sei, ausrangierte Elektrogeräte mit nach Hause zu nehmen. Bislang sitzt keiner der Verdächtigen in Untersuchungshaft. Einzelne haben bereits erste Aussagen gemacht und lassen sich anwaltlich vertreten. Gewerbsmäßiger Diebstahl gilt laut Strafgesetzbuch als besonders schwerer Diebstahl und kann mit einer Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren geahndet werden.

Auch Kunden dürfen bei Aha abgelieferte Geräte nicht mitnehmen

Nicht nur den Mitarbeitern von Aha ist es untersagt, Elektrogeräte, die auf den Wertstoffhöfen abgeliefert werden, mit nach Hause zu nehmen. Auch Kunden dürfen das nicht. Ein Ehepaar aus Ronnenberg hat diese Erfahrung machen müssen. Als sie ihren alten Fernseher auf einem Wertstoffhof abgeliefert hatten, entdeckten sie zufällig auf dem Gelände einen funktionstüchtigen Flachbildschirm. Die Mitnahme des Elektrogerätes verhinderte ein Aha-Mitarbeiter im letzten Moment durch lautstarkes Rufen.

Nach Angaben des Abfallentsorgungsunternehmens gehen alle Wertstoffe unverzüglich in den Besitz von Aha über, sobald sie in ein Müllfahrzeug verladen oder auf einer Deponie abgegeben worden sind. Auch aus Sicherheitsgründen ist es nach Angaben von Aha nicht gestattet, Schrottcontainer zu durchwühlen. Wem seine ausrangierten Sachen zu Schaden sind für den Wertstoffhof, kann sie bei der Gebrauchtbörse des Unternehmens anbieten. Die Internetplattform ist zu erreichen unter www.hannoverteilt.de

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