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Burgdorf Die ersten Sportler protestieren: Stadt erwägt Stilllegung des Trimm-dich-Pfads
Umland Burgdorf

Burgdorf: Stadt erwägt Rückbau des Trimmpfads

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12:17 18.02.2020
Udo Wilkening besucht regelmäßig den Trimm-dich-Pfad, um Fitnessübungen zu machen. Quelle: Joachim Dege
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Burgdorf

Die hoch verschuldete Stadt Burgdorf muss dringend sparen. Jetzt könnte es auch den mehr als 30 Jahre alten und vielen Bewegungshungrigen lieb gewordenen Trimm-dich-Pfad im Burgdorfer Holz treffen. Der Rat der Stadt muss im Frühjahr über die Zukunft der Sportanlage entscheiden.

Unter den regelmäßigen Nutzern des Trimm-dich-Pfads „Vita Parcours“ unweit der Bundesstraße 188 Richtung Uetze herrscht seit einigen Tagen helle Aufregung. Anlass dazu gibt die Auskunft, die einer der Nutzer auf Nachfrage von der Stadt erhalten haben will. Danach erwäge die zuständige Tiefbauabteilung im Rathaus, den Pfad aus Kostengründen stillzulegen und die Sportgeräte zu demontieren.

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Die Sportstätte im Wald lädt dazu ein, sich fit zu halten.

Umgehend prangte ein laminiertes Protestschreiben an Bäumen neben den Sportgeräten. „Wir wollen die Schließung mit allen uns zur Verfügung stehen Mitteln verhindern“, ist darauf zu lesen. Und obendrein die Aufforderung: „Lasst Eure Beziehungen zur Politik, Krankenkasse, Medien und auch Bürgermeister Pollehn nicht ungenutzt.“ Laut Peter Bella, der den Trimm-dich-Pfad täglich aufsucht, hing der Aufruf noch am Montagmorgen. Am Mittag war er weg. Inzwischen hatten Mitarbeiter des Bauhofs den Pfad inspiziert und unter anderem Schlaglöcher auf dem Parkplatz zugeschüttet.

Bella und seine Mitstreiter Hilde Kielhorn und Bernd Boldt wollen für den Erhalt des aus ihrer Sicht auch von Familien stark frequentierten Pfads kämpfen. Auch andere, die regelmäßig dort Sport treiben, sprechen sich für den Fortbestand aus. Alle berichten von zahlreichen Nutzern. Rentnerin Barbara Krohn formuliert drastisch: „Das ganze Geschwafel, dass wir die Rechten bekämpfen müssen, nutzt nur, wenn wir etwas für die Bevölkerung tun. Nicht gegen sie.“

Stadtverwaltung arbeitet an einer Sparliste

Ratsherr Hartmut Braun, Fraktionsvorsitzender der Grünen und Vorsitzender des zuständigen Ratsausschusses für Sportangelegenheiten, hat nach eigenem Bekunden noch nichts gehört von der Absicht, den Trimm-dich-Pfad aus Kostengründen stillzulegen. Er bestätigt allerdings, dass die von Rat und Stadtverwaltung gebildete Arbeitsgruppe zur Haushaltskonsolidierung beschlossen habe, eine Sparliste anzufertigen. Sie soll alle freiwilligen Leistungen der Stadt enthalten, die 5000 Euro überschreiten. Sobald die Liste vorliegt, werde darüber zu sprechen sein, was sich die Stadt noch leisten könne und wolle, sagt Braun.

An 20 Stationen können Bewegungshungrige im Burgdorfer Holz Übungen machen, um sich fit zu halten. Quelle: Joachim Dege

Für die Unterhaltung der Sportanlage im zu den Landesforsten gehörenden Burgdorfer Holz ist laut einer Vereinbarung mit dem Land die Stadt zuständig. Die Unterhaltungskosten liegen nach Darstellung von Tiefbauamtsleiter Rainer Herbst mittlerweile bei annähernd 6000 Euro. Früher seien es lediglich einige Hundert Euro im Jahr gewesen.

„Politik muss sagen, was es kosten darf“

Die Rechtssprechung stelle mittlerweile hohe Anforderungen an die Sicherheit, für die die Stadt gerade zu stehen hat. Zwei Baumpfleger müssten die Bäume – bisweilen mit dem Steiger – regelmäßig kontrollieren, Totholz entfernen und nicht mehr standsichere Bäume fällen. Inzwischen seien auch die installierten Sportgeräte teilweise sanierungsbedürftig.

„Die Politik muss uns sagen, was das kosten darf“, sagt Herbst, der zurzeit eine Ratsvorlage erarbeiten lässt. Im März, spätestens im April, solle diese für die Beratungen in den Ratsgremien vorliegen. Dann entscheidet sich, ob der Trimm-dich-Pfad noch eine Zukunft hat.

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Von Joachim Dege

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