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Burgdorf JohnnyB. hat einen Dachschaden
Umland Burgdorf JohnnyB. hat einen Dachschaden
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17:51 07.11.2018
Das Jugend- und Kulturhaus JohnnyB. kann zurzeit das Obergeschoss nicht nutzen, weil das Flachdach nicht mehr trägt. Quelle: Joachim Dege
Burgdorf

Das städtische Jugend- und Kulturhaus JohnnyB. an der Sorgenser Straße ist wegen eines Dachschadens teilweise gesperrt. Die Statik der Dachkonstruktion trägt nicht mehr. Betroffen ist das gesamte Obergeschoss, dessen Nutzer einstweilen ausweichen müssen.

Am Dienstag kamen Hausleiter Horst Gohla, Rainer Warnecke von der Abteilung Gebäudewirtschaft, Architekt Andreas Schmotz und ein Statiker aus Hannover, um die Lage zu beratschlagen. Das vorläufige Ergebnis ist nach Auskunft der Stadt, dass das Dach im Obergeschoss der längst nicht nur von Jugendlichen genutzten Einrichtung nächste Woche provisorisch eingezogene Stützen erhält, damit danach wenigstens noch ein Büroraum, die WCs und der nur schwer zu verlegende Computerraum wieder genutzt werden können. Nicht einmal das ist gegenwärtig möglich, weil für das am 26. Oktober verhängte Betretungsverbot fürs gesamte Obergeschoss gilt.

Das Obergeschoss des JohnnyB. ist zurzeit gesperrt. Quelle: Joachim Dege

„Das hat uns alle geschockt“, sagt JohnnyB.-Leiter Horst Gohla über die Teilsperrung des Hauses. Von einem Tag auf den anderen hätten der große Bewegungsraum, der Computerraum, das große Büro mitsamt dem Besprechungsraum und der Musikraum nicht mehr zur Verfügung gestanden. Im Bewegungsraum trainierten Yoga- und Tanzgruppen. Den Computerraum, wo nachmittags Bewerbertrainig und Mitarbeiterfortbildungen stattfänden, nutzten auch die Ü-50-Sparte der Verkehrs- und Verschönerungs-Vereins. Gitarrenkurse, der Volkschor und das Akkordeonorchester Hohner Ring seien im Musikraum zu Hause. Der werde, wie zuletzt anlässlich des Gesundheitstages des Stadtmarketingvereins, auch schon mal vermietet.

Bis zu 300 Menschen bewegen sich laut Gohla jede Woche in den jetzt gesperrt Räumen. „Wir sind alle enger zusammengerückt“, lobt der Hausleiter, wie kreativ seine Mitarbeiter das Raumproblem in den vergangenen Tagen gemanagt hätten. So sei unter anderem Kontakt aufgenommen worden mit der Jugend- und der Kulturabteilung im Rathaus, um Ausweichräume zu finden. Die Stadtbücherei habe Hilfe angeboten und auch die KulturWerkStadt stehe zur Verfügung, um die Not zu lindern. Die Projektwoche Achtungstage der Realschule, die eigentlich im JohnnyB. hätte stattfinden sollen, müsse nun doch in den Räumen der Realschule über die Bühne gehen.

Mit dem Provisorium der Teilnutzung des Obergeschosses wird das JohnnyB. bis Sommer nächsten Jahres leben müssen, sagt Gebäudemanager Warnecke. Realistisch sei, dass die fällige Sanierung, deren Aufwand und Umfang erst noch untersucht werden müsse, einen sechsstelligen Betrag verschlingen werde. Deshalb habe die Stadt das Architekturbüro Höhlich + Schmotz sowie einen Statiker als Sachverständigen hinzugezogen.

Laut Warnecke war nach einem Wasserschaden Mitte Juli entdeckt worden, dass die Dachabdeckung nicht mehr dicht ist. Beim Öffnen des Flachdachs habe sich dann herausgestellt, dass die in der 1960-er Jahren eingebauten Wellstegträger den Dienst versagen, sich das Dach deshalb drei Zentimeter durchbiegt und das Wasser bei Regen nicht mehr abläuft. „Da gingen bei uns alle Alarmglocken an.“ Bei Dauerregen müsse das Wasser vom Dach abgesaugt werden, was ein Dachdecker bereits einmal habe tun müssen. Seitdem stehe jetzt eine Pumpe auf dem Dach.

Die Wellstegträger sind das Problem

Das Problem im Dach des JohnnyB. ist inzwischen erkannt: die Wellstegträger aus Holz. Solche waren in den 1950rer und 1960-er Jahren für den Bau von Dachgeschossen zulässig. Sie haben die Form eines Doppel-T-Trägers mit einem dünnen Sperrholzsteg. Dieser verleimte Sperrholzsteg kann im Lauf der Jahrzehnte Schaden nehmen, wenn ungünstige Bedingungen zusammenkommen. Insbesondere Feuchtigkeit und mangelnde Durchlüftung machen dem Sperrholz massiv zu schaffen. Im Laufe der Jahre schwindet der Kleber. Baufachleute raten deshalb dazu Dächer, die mit Wellstegträgern konstruiert worden sind, zu überprüfen. Weil es über den Bau des Jugend- und Kulturhauses JohnnyB. im Archiv der Stadt keine Unterlagen mehr gibt, habe die Gebäudewirtschaftsabteilung nicht gewusst, dass dort Wellstegträger verbaut worden sind, sagt Gebäudemanager Reiner Warnecke. Deren Entdeckung ist infolge des Wasserschadens Mitte Juli also eher dem Zufall geschuldet.

Ein Wasserschaden im Juli hat weitreichende Baumängel zutage gefördert.

Von Joachim Dege

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