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Burgdorf Stadt nimmt Katzenbesitzer an die Kandarre
Umland Burgdorf Stadt nimmt Katzenbesitzer an die Kandarre
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17:08 20.02.2019
Freilaufende Katzen müssen in Zukunft in Burgdorf gechipt sein.
Freilaufende Katzen müssen in Zukunft in Burgdorf gechipt sein. Quelle: Symbolbild
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Burgdorf

Die Idee stammt von der Fraktion der Freien Burgdorfern, die gemeinsam mit SPD, Grünen und WGS die Mehrheitsgruppe im Rat der Stadt bilden. Wie in Celle und Barsinghausen bereits praktiziert soll auch die Stadt Burgdorf künftig freilaufende Katzen auf rechtlich sicherer Basis mithilfe einer Verordnung kastrieren und mit einem Chip registrieren lassen können, wenn freilaufenden Tiere aufgegriffen und ins Tierheim gebracht werden. Die Verordnung soll sicherstellen, dass die Stadt die Kosten den Tierhaltern in Rechnung stellen darf.

Im Ausschuss für Finanzen und Verwaltungsangelegenheiten herrschte Einigkeit. Das Gremium empfahl einstimmig die von den Freien Burgdorfern angeregte Verordnung. Am Dienstagabend folgte der Verwaltungsausschuss der Stadt diesem Votum. „Wir werden diesen Beschluss jetzt umsetzen. Wie wird das tun, werden wir prüfen“, sagte Bürgermeister Alfred Baxmann (SPD) knapp auf die Frage, ob die Stadt nun eine eigene Verordnung entwirft oder sich an denen von Barsinghausen und Celle orientiert.

Dort legt die Verordnung fest, dass Katzenhalter ihre Tiere kastrieren und registrieren lassen müssen, wenn sie sich außerhalb der Wohnung aufhalten dürfen. Zuwiderhandlungen dagegen können als Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße von bis zu 5000 Euro geahndet werden. Den Freien Burgdorfern schwebt vor, dass das Tierheim fortan aufgegriffene Katzen, die häufig krank oder verletzt seien, von einem Tierarzt medizinisch behandelt, kastriert und mit einem Mikrochip gekennzeichnet werden. Lasse sich dann ein Halter ermitteln, soll der die Kosten dafür tragen. Bislang sei die Halterermittlung eher schwierig, weil die meisten Freigängertiere nicht registriert seien.

Nach Darstellung der Freien Burgdorfer habe die Stadt bis dato kein großes Katzenproblem. Das könne sich aber leicht einmal ändern. Zumal ein Paar streunender Katzen innerhalb von sieben Jahren „eine große sechsstellige Zahl von Nachkommen“ haben könne, argumentiert Fraktionschef Rüdiger Nijenhof. Das könne dann dazu führen, dass die Katzen die Population von Singvögeln bedrohen. Aus solchen Gründen hätten bereits mehr als 100 Städte und Gemeinden in Niedersachsen Katzenverordnungen.

Von Joachim Dege