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Burgdorf Stadt Burgdorf prüft Möglichkeiten für saubere Klärschlammentsorgung
Umland Burgdorf

Burgdorf: Stadt prüft saubere Klärschlammentsorgung 

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09:00 30.11.2019
Bürgermeister Armin Pollehn (Vierter von rechts) hat die Kläranlage besucht. Quelle: Stadt Burgdorf
Burgdorf

Um das Aufregerthema Klärschlamm-Entsorgung ist es nur vermeintlich ruhig geworden. Das Rathaus lässt zurzeit unter Hochdruck prüfen, welche technischen Optionen die Stadt langfristig hat, die giftigen Reste aus der Abwasserreinigung loszuwerden. Mit Ergebnissen rechnet Bürgermeister Armin Pollehn (CDU) Anfang Februar.

Die Stadt hat sich vorerst Luft verschafft und einen Entsorgungsvertrag für ein Jahr abgeschlossen. Damit ist sichergestellt, dass sie ihren Klärschlamm aus dem Faulturm im Klärwerk am Sorgenser Weg auch loswird. Der Schlamm landet wie vormals auf Feldern von Landwirten, die ihn als billigen Phosphordünger abnehmen.

Gesucht: Alternativen zum Ausbringen auf Feldern

In Österreich und in Baden-Würtemberg sei das Ausbringen auf dem Feld bereits verboten, sagt Bürgermeister Armin Pollehn (CDU). Das könnte bald schon auch in Niedersachsen der Fall sein. Deshalb brauche es Alternativen. „Wir arbeiten an technischen Lösungen, die sauber und zugleich zukunftsfähig sind.“

Vorschläge arbeite gegenwärtig ein von der Stadt beauftragtes Büro aus. Eine denkbare Option, so bestätigt der Verwaltungschef, sei die von Enercity geplante Klärschlammverbrennungsanlage in Hannover-Lahe. Diese werde voraussichtlich 2023 fertig. Auch andere technische Lösungen würden ernsthaft geprüft, sodass die Stadt womöglich auf den beschlossenen Bau des annähernd eine Million Euro teuren Zwischenlagers werde verzichten können: „Ich denke nicht mehr an ein Lager“, gibt sich Pollehn optimistisch. Die Prüfergebnisse wolle er spätestens Anfang Februar dem Rat präsentieren.

Erst 1000 Unterschriften für Bürgerbegehren

Derweil sammeln die Gegner des vom Verwaltungsausschuss beschlossenen und von Pollehns Vorgänger Alfred Baxmann ausgesetzten Zwischenlagerbaus weiter Unterschriften. Damit das Bürgerbegehren erfolgreich ist, brauchen sie bis Februar 2500 Stimmen. Erst etwas mehr als 1000 haben sie nach eigenem Bekunden beisammen. Ob es gelingen wird, in den verbliebenen drei Wintermonate den Rest der benötigten Stimmen einzusammeln, bleibt abzuwarten. Der Versuch, einen Sammelpunkt im Bürgerbüro der Stadt einzurichten, scheiterte am Veto der Stadt, die sich auf das Neutralitätsgebot der Verwaltung beruft.

Die von SPD, Grünen, WGS und Freien Burgdorfern gebildete Mehrheitsgruppe im Rat lädt für Montag, 2. Dezember, 19.30 Uhr zu einer Expertenanhörung ins Jürgen-Rodehorst-Haus an der Bahnhofstraße 7 ein. Dort sollen ein Vertreter der fürs Klärwerk zuständigen Tiefbauabteilung im Rathaus, der Agraringenieur Klaus Cording aus Hänigsen, Heidrun Lemke vom Umweltschutzverein Isernhagen sowie ein namentlich nicht genannter Experte aus Süddeutschland ihre jeweilige Haltung zur Klärschlammentsorgung äußern und anschließend mit dem Publikum diskutieren. Die Veranstaltung ist öffentlich.

Zukunftswerkstatt zum Thema ist für Januar geplant

Die CDU hat soeben erst eine Bürgersprechstunde zum Thema Klärschlamm abgehalten und nach Darstellung von Parteichef Oliver Sieke eine gute Resonanz erfahren. Am Mittwoch, 15. Januar, plant die Partei eine Zukunftswerkstatt dazu im StadtHaus, um Anregungen aus der Bürgerschaft für die politische Arbeit aufzugreifen. Sieke hält ein Klärschlamm-Zwischenlager für nicht zielführend, wie er sagt. Er glaube nicht mehr daran, dass der Beschluss zum Bau des Klärschlammlagers noch umgesetzt werde.

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