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Burgdorf Stadtspaziergang mit Bürgermeisterkandidat Rüdiger Nijenhof
Umland Burgdorf

Burgdorf: Stadtspaziergang mit Bürgermeisterkandidat Rüdiger Nijenhof

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00:19 09.05.2019
Rüdiger Nijenhof vor dem Kindergarten an der Lippoldstraße, der für ihn ein Symbol ist, die Interessen der Kinder und ihrer Eltern ernst zu nehmen. Quelle: Anette Wulf-Dettmer
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Burgdorf

Als Ausgangspunkt für den Spaziergang zur größten Baustelle in der Stadt – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn – hat Bürgermeisterkandidat Rüdiger Nijenhof das Rathaus IV gewählt. „Die Rathäuser IV und V stehen für mich für eine moderne Verwaltung, die anderen Rathäuser für eine eher traditionelle Verwaltungsarbeit“, sagt Nijenhof, der als Einzelbewerber für die Nachfolge Alfred Baxmanns antritt. Eine wichtige Zukunftsaufgabe ist für den 41-Jährigen die Digitalisierung in der Stadtverwaltung voranzubringen.

„Es sollte das Ziel sein, dass jeder Antrag online gestellt und erledigt werden kann, aber nicht muss“, sagt der diplomierte Verwaltungswirt. Für Nijenhof ist die Digitalisierung eine Möglichkeit, die Stadtverwaltung kundenfreundlicher zu machen und gleichzeitig die Mitarbeiter der Stadt zu entlasten. Der Personaletat habe aktuell ein Volumen von fast 30 Millionen Euro, das seien annähernd 50 Prozent der Haushaltsausgaben. „Das werden wir uns auf Dauer nicht leisten können“, betont der Burgdorfer Ratsherr, der die Fraktion der Freien Burgdorfer gegründet hat. „Es geht darum, wie wir effektiv und menschenfreundlich – das gilt für Mitarbeiter und Kunden gleichermaßen – die Verwaltung Schritt für Schritt entwickeln können“, sagt Nijenhof.

Rüdiger Nijenhof im Gespräch mit Redakteurin Anette Wulf-Dettmer vor dem Modell, das die Stadt im Jahr 1977 zeigt, seinem Geburtsjahr. „Damals hat keiner eine Idee davon gehabt, wie Burgdorf sich entwickelt. Hätte man dies gehabt, dann hätte man anders geplant.“ Quelle: privat

„Auf kommunaler Ebene darf es keine Parteipolitik geben“

Nächste Station des Spaziergangs ist die Hochbrücke. „Sie wird ein großes Problem werden“, erklärt Nijenhof. Es gehe um die Frage, wann muss sie erneuert und wie soll sie erneuert werden. Für ihn ist die Brücke über die Eisenbahnlinie auch ein Symbol für die vielen Distanzen in der Stadt. Dabei denke er sowohl an die in Metern zu messenden Entfernungen als auch die in der politischen Arbeit. „Auf kommunaler Ebene darf es keine Parteipolitik geben, sondern nur sachbezogene Entscheidungen“, stellt er seine Überzeugung klar heraus. „Deshalb ist es auch eine Aufgabe eines Bürgermeisters zu moderieren, einzubinden und zusammenzuführen.“

Die Bahntrasse, die Burgdorf durchschneidet, sieht der 41-Jährige mit zwiespältigen Gefühlen. „Die Bahn ist die Lebensader der Stadt, denn Burgdorf ist eine Pendlerstadt – das ist die positive Seite“, erklärt Nijenhof. Negativ sei hingegen die steigende Lärmbelastung. „Die Frage ist, wie kriegen wir das hin, dass die Lärmbelästigung trotz Zunahme nicht nur des Bahnverkehrs, sondern des gesamten Verkehrs weniger wird?“ Eine Möglichkeit, zumindest die Belastung durch den Individualverkehr zu reduzieren, sieht Nijenhof darin, das Radwegenetz in der Stadt so auszubauen, sodass es sicherer und mit dem Rad jeder Ort zu erreichen ist.

Für gute Bildung sind Unterrichtsangebote entscheidend

Ziel des Spaziergangs ist die Astrid-Lindgren-Grundschule mit der benachbarten Kindertagesstätte in der Weststadt. Sie stehen für Nijenhof für die Themen Kinder, Bildung und Familie. „Wir sollten alles danach ausrichten, dass die Interessen der Kinder und Senioren ernst genommen werden.“ Das ist für ihn kein Widerspruch, denn „Alt und Jung haben oft die gleichen Interessen, zum Beispiel den Abbau von Barrieren.“

Eine gute Bildung bedeute für ihn nicht, dass „wir die größte Schule bauen, sondern den Menschen die Chance eröffnen, das Beste aus ihrem Leben zu machen“, betont er. „Dazu brauchen wir die besten Schulen, die wir uns vorstellen können.“ Mit ihren Angeboten für die Schüler sollten sie Vorzeigeobjekte sein.

Die Engpässe bei der Versorgung mit Kitaplätzen sind nach Ansicht Nijenhofs nicht länger hinnehmbar. Die Freien Burgdorfer hätten deshalb jetzt den Antrag gestellt, die Kinder vorübergehend in Containern zu betreuen, bis die begonnenen und geplanten An- und Neubauten abgeschlossen sind. Nachholbedarf sieht der Bürgermeisterkandidat auch bei Angeboten für betreutes Wohnen.

„Ich will in Burgdorf leben und alt werden“

„Die größte Baustelle ist für mich nicht eine, an die man mit dem Bagger ranfährt, sondern die, allen Menschen Möglichkeiten zu eröffnen, damit sie bis ins hohe Alter so leben können, wie sie wollen“, sagt Nijenhof. Das sei auch sein Antrieb, für das Bürgermeisteramt zu kandidieren. „Denn ich will in Burgdorf leben und alt werden.“

Verwaltungsexperte mit viel politischem Engagement

Rüdiger Nijenhof ist 2011 nach Burgdorf gezogen und lebt dort heute mit seiner Frau und den beiden zwei und drei Jahre alten Söhnen. Auch er ist Pendler, denn sein Arbeitsplatz befindet sich in Hannover – bei der Evangelischen Landeskirche, wo er für die Ausbildung von Verwaltungsfachangestellten sowie Verwaltungsinspektoren zuständig ist. Nijenhof, der 1977 in Walsrode geboren ist, ist Diplom-Verwaltungswirt. Sein politisches Engagement begann er vor 25 Jahren in seiner Heimatstadt Walsrode bei der SPD. 2001 verließ er die Partei, gründete mit anderen Mitstreitern die Junge Union, führte das Jugendparlament und übernahm in der Zeit viel Netzwerkarbeit. Seit 2016 ist er Ratsherr in Burgdorf.

Von Anette Wulf-Dettmer

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