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Burgdorf Gewalt bei C-Jugend: TSV meldet Team ab und schließt Spieler aus
Umland Burgdorf

Burgdorf: TSV meldet C-Junioren vom Spielbetrieb ab

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09:35 24.09.2019
Die TSV-Fußballer erteilen den an den Schlägereien beteiligten Jugendlichen ein Platzverbot. Quelle: Antje Bismark
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Burgdorf

Die TSV Burgdorf meldet ihre C-Junioren vom Spielbetrieb ab und leitet gegen die Spieler, die am Sonnabend einen 13-Jährigen vom FC Lehrte mit Schlägen und Tritten schwer verletzt haben, einen Vereinsausschluss ein. Das gelte auch für jene Mitglieder, die bereits am 10. September einige Spieler und Angehörige des SV Fuhrberg beleidigt und angegriffen hatten, teilte Dirk Bierkamp, Leiter der TSV-Fußballsparte am Montagabend mit.

Zudem erhalten die betroffenen Jugendlichen ein Platzverbot für den Bereich rund um den Sportplatz an der Sorgenser Straße, zu dem auch der Soccercourt gehört. Bierkamp kündigte an, sich bei den Vertretern der beiden anderen Sportvereine zu entschuldigen. Außerdem will der Verein mit der Polizei, dem Sportgericht des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV) und dem Jugendamt kooperieren.

Vorstand beruft Sondersitzung ein: „Erschüttert über das Ausmaß an Gewalt“

„Der Vorstand der Fußballabteilung hat mit großer Bestürzung die Vorfälle rund um das C-Jugend-Spiel gegen den FC Lehrte und den Spielabbruch gegen den Fuhrberger SV zur Kenntnis genommen“, erklärte Bierkamp. Bereits nach dieser Auseinandersetzung habe der Vorstand eine Sondersitzung für den heutigen Montag anberaumt gehabt und für Donnerstag, 26. September, einen Runden Tisch mit mobilen Jugendpflegern, Mitarbeitern des Jugendzentrums JohnnyB. und der Stadt einberufen. „Leider wurden wir von den Vorfällen am Sonnabend überrollt“, teilte Bierkamp mit. Die TSV-Fußballer lehnten Gewalt, Diskriminierung und Intoleranz ab: „Wir sind erschüttert über das Ausmaß der Gewalt“, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme.

TSV setzt auf professionelle Hilfe bei der Integration

Gleichwohl sehe sich die TSV, auch die Fußballer, als Verein in der Innenstadt Burgdorfs in der Verantwortung, die Jugendlichen zu integrieren – wenn sie sich denn an die Regeln hielten, Fairplay berücksichtigten und sich gegenseitig respektierten. Das sei in diesem Fall nicht gegeben.

Dabei sei es besonders tragisch, dass ein Team diese Spielabbrüche zu verantworten habe, das ausschließlich aus Geflüchteten und Jugendlichen mit Migrationshintergrund bestehe. Sie hatten nach Aussage von Trainer Peter Kehl zunächst auf dem Soccercourt trainiert und seien dann, auch auf eigenen Wunsch, für die TSV angetreten.

Haben Jugendliche am Stadion randaliert?

Nach Aussage Bierkamps gerieten die C-Junioren bereits mehrfach in den Verdacht, an Vandalismus und Diebstahl auf dem Stadiongelände beteiligt gewesen zu sein. Sie sollen zudem mit Beleidigungen und Schlägereien aufgefallen sein. „Dieses Problem rund um das Stadion kann die TSV nicht allein lösen“, teilte der Spartenleiter mit. Dazu bedürfe es vielmehr der dringenden Mitwirkung von Stadt, JohnnyB., IGS und Polizei.

Bierkamp entschuldigte sich bei den Spielern, Trainern und Eltern für die Vorfälle bei den beiden Spielen. „Der Vorstand wünscht dem verletzten Jugendlichen alles erdenklich Gute.“

NFV stärkt Entscheidung des Schiedsgerichts

Keine Toleranz gegen Spieler und Mannschaften, die Gewalt ausüben – diese Forderung unterstreicht am Montag unterdessen noch einmal der Niedersächsische Fußballverband (NFV) in einer Stellungnahme. Damit stellt sich der Verband hinter die Entscheidung des Schiedsgerichts aus dem NFV-Kreis Hannover vom Sonntag, die C-Junioren der TSV Burgdorf vorläufig zu sperren.

„Der Verband versteht es als seine Pflicht, am geregelten Spielbetrieb beteiligte Mannschaften zu schützen, wenn ihre Sicherheit im Einzelfall nicht mehr gewährleistet werden kann“, heißt es in dem Schreiben. Zugleich kritisiert ein Sprecher, dass die TSV Burgdorf und auch der SV Fuhrberg nach einem Spielabbruch am 10. September bislang keine professionelle Hilfe in Anspruch genommen hätten – obwohl der Vorstand ein Präventionstreffen mit dem Verein Die Waage vermittelt hatte. „Die Einladung behält weiterhin ihre Gültigkeit“, teilt er mit. Zudem biete der NFV den beteiligten Vereinen seine Hilfe an, um solche Vorfälle in Zukunft zu vermeiden.

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Von Antje Bismark

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