Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Burgdorf Techniker drucken Hybridmotor als Schulmodell in 3D aus
Umland Burgdorf

Burgdorf: Techniker drucken Hybridmotor als Schulmodell in 3D aus

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:20 22.06.2019
Mehr als 800 Arbeitsstunden stecken in dem neuen Schulmodell, das Jan-Simon Graas, Yannik Larisch, Matthias Lehnert, Marco Stroka und Ahmet Yegen zu einem Hybridmotor entwickelt haben. Quelle: Antje Bismark
Burgdorf

Wie wirken die Komponenten bei einem Hybridmotor zusammen? Welche Teile umfassen solche stufenlose Getriebe? Und wie lässt sich deren Zusammenspiel an einem Modell bei unterschiedlichen Fahrsituationen erklären? Vor dieser Aufgabe standen seit August des vergangenen Jahres fünf Absolventen der BBS, die für künftige Berufsschüler ein solche Schulungsmodell entwickeln sollten. „E-Mobilität und Hybridtechnologie nehmen einen immer breiteren Raum ein“, sagt Lehrer Björn Sannwald, der das Projekt betreut hat. Gleichwohl fehlten entsprechende Modelle für den Unterricht. Deshalb übernahm das Quintett mit Jan-Simon Gras, Yannik Larisch, Matthias Lehnert, Marco Stroka und Ahmet Yegen die Entwicklung.

Mehr als 800 Stunden steckten die Fahrzeugtechniker in das Projekt. Als erste größere Aufgabe kauften sie das Getriebe eines Toyota Primus, der auf einem Schrottplatz gelandet war. In den folgenden Monaten bauten sie das stufenlose Getriebe des sogenannten leistungsverzweigten Hybridfahrzeugs auseinander, das neben einem Verbrennungs- auch zwei Elektromotoren besitzt. „Deren Zusammenspiel wollten wir zeigen, beispielsweise wie sich Kräfte verteilen“, sagt Lehnert, der das Modell nun vor Mitschülern, Lehrern und Vertretern von Automobilkonzernen und Entwicklungsbüros präsentiert hat.

Absolventen haben bereits ihre Arbeitsverträge in der Tasche

Das Modell steht künftigen Schülern im Unterricht zur Verfügung. Quelle: Antje Bismark

Routiniert schilderten die fünf jungen Männer vor großem Publikum, wie sie das Modell und seine Teile aus Kunststoff erst mit einem CAD-Programm konstruiert und dann die Teile mit einem 3-D-Drucker ausgedruckt hatten. Allein das Drucken habe mehr als 100 Stunden gedauert, sagt Lehnert – und räumt ein, dass das Team immer mal wieder die Hoffnung verlassen habe. „Erst vor wenigen Wochen hatten sie befürchtet, nie fertig zu werden“, ergänzt Projektbetreuer Sannwald und betont zugleich auch: „Die Fertigkeiten, die sie bei der Arbeit gewonnen haben, helfen ihnen im künftigen Beruf.“

Insgesamt 40 Schüler absolvieren den zweijährigen Kurs zum Staatlich geprüften Techniker in der Fahrzeugtechnik, sie alle haben zuvor die Ausbildung als Kfz-Mechatroniker abgeschlossen und anschließend ein Jahr gearbeitet. Auch Lehnert ließ sich von 2011 bis 2014 als Mechatroniker ausbilden. Parallel dazu erarbeitete er sich die Fachhochschulreife. „Eigentlich wollte ich Kampfpilot werden, aber dann habe ich den Gesundheitscheck nicht bestanden“, sagt er. Deshalb wich er zunächst auf ein Maschinenbaustudium aus, merkte dann aber, dass ihm die Praxis fehlte. Die gab es dann in der Fachschule, einem Teilbereich der BBS. „Es ist gut, dass das geklappt hat“, sagt Lehnert, zufrieden mit Abschluss und Projekt. Denn für ihn wie für seine Mitstreiter geht es beruflich weiter. Der Burgdorfer arbeitet künftig bei einem Ingenieurdienstleister in Wolfsburg.

Isobus und automatisiertes Handschuhfach

Ihre jährlichen Projektarbeiten präsentieren die Fachschüler stets vor interessiertem Fachpublikum – die Zuhörer kommen aus der Schule, der Automobilbranche und von Ingenieurbüros. Die mehrstündige Veranstaltung an der BBS gilt durchaus als Jobbörse für die Absolventen. Sie gehen mit zwei weiteren Projekten an den Start:

Automatisiertes Handschuhfach: Mit einer Geste vor dem Handschuhfach sollen die Insassen das Fach öffnen, ohne dass sie einen Knopf oder Schalter bedienen müssen. Damit sollen sich die Sicherheit und der Komfort verbessern. Marvin Discherl, Pascal Haben, Jonas Loges, Manuel Schulze und Kevin Voigt setzen dabei auf einen Sensor und Mikrocontroller, der einen Servomotor ansteuert und damit die Verriegelung öffnet. Ein Schrittmotor sorgt dann dafür, dass die Lade des Handschuhfachs sich öffnet oder schließt.

„Isobus“ – ein Lermodell zur praxisnahen Ausbildung im Bereich Landmaschinentechnik: In der Landmaschinentechnik kommen täglich unterschiedliche Maschinen und Anbaugeräte zu Einsatz, die ihre Daten abgleichen und neue Informationen aufnehmen müssen. Dafür benötigen die Nutzer einen hinsichtlich Steckverbindungen, elektrischen Eigenschaften und Datenformaten genormten Datenbus, den Isobus, den viele Hersteller nutzen. Dennis Bohne, Timon Dicke, Christian Köhler, Wladimir Lischewski und Adriano Wiederstein entwickelten und bauten für künftige Schüler ein Lernmodell, an dem Azubis für den Beruf Bau- und Landmaschinenmechatroniker die Fehlersuche am Datenbus vornehmen und Diagnosestrategien entwickeln können.

Von Antje Bismark

Am Amtsgericht Burgdorf spricht seit Anfang Juni eine neue Richterin Recht. Stephanie Lumm folgt auf Stephanie Rohe, die ans Landesjustizministerium abgeordnet worden ist.

19.06.2019

„Hinterlassene Spuren“ ist eine Skulpturenschau überschrieben. Tina Raub zeigt die Werke afrikanischer Künstler in ihrem Garten am Gümmekanal 6.

19.06.2019

Zwei Fußballer sind bei einer Schlägerei nach dem Hallenfußballturnier Uetze verletzt worden – nun sind zwei Männer vor dem Amtsgericht Burgdorf angeklagt. Gut 40 Zeugen listet die Anklage auf, um die Angreifer wegen Körperverletzung verurteilen zu können.

22.06.2019