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Burgdorf Hunderte Trecker rollen vom Osten aus nach Hannover
Umland Burgdorf

Burgdorf, Uetze, Lehrte, Sehnde: In Heeßel und Köthenwald sammeln sich die Landwirte zum Protestzug

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10:49 22.10.2019
Vor allem um die junge Generation auf den landwirtschaftlichen Betrieben geht es bei der Demo: Hanna Schierloh, Auszubildende auf dem Hof Schweer, zeigt die Protesttransparente, die an den Traktoren angebracht werden. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
Burgdorf/Lehrte/Sehnde/Uetze

Die Landwirte aus Burgdorf, Uetze, Lehrte und Sehnde schließen sich dem bundesweiten Protest gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung an. Für den morgigen Dienstag, 22. Oktober, sind mehrere Kundgebungen überall in Deutschland geplant, eine davon in Hannover. Allein bis zu 700 Trecker werden von Osten aus auf die Landeshauptstadt zu rollen.

Die Landwirte sammeln sich ab 8 Uhr im Burgdorfer Ortsteil Heeßel sowie in Sehnde-Köthenwald. Am Treffpunkt in Heeßel am Hof von Andreas Thieleking werden Traktoren nicht nur aus Burgdorf und Uetze, sondern auch aus Celle, Gifhorn und Salzgitter erwartet. An der Biogasanlage in Köthenwald treffen sich die Landwirte aus Sehnde, Lehrte, den Landkreisen Peine, Wolfenbüttel sowie der Stadt Braunschweig.

Polizei leitet die Trecker in die Stadt

„Die Trecker werden von der Polizei geleitet“, sagt Landwirt Cord-Heinrich Schweer aus Hülptingsen am Montag, „wir werden die Route fahren, die uns die Polizei vorgibt.“ Auf welchen Straßen die Demo-Sternfahrt entlangführt, konnte der Hülptingser Landwirt deshalb noch nicht sagen. Nur das Ziel stehe fest: der Maschsee mitten in Hannover. Am Ostufer wollen die Bauern ihrem Unmut über die ihren Augen verfehlte Agrarpolitik Luft machen. Es ist ihre größte Protestaktion seit Jahren. Parallel dazu gibt es den stillen Protest der Bauern mit den grünen Kreuzen auf den Feldern – als Mahnmal für das Höfesterben.

Kritik an widersprüchlichen Auflagen für die Bauern

„Es geht uns im Wesentlichen um vier Punkte“, sagt Schweer:

„Das gemeinsame Agrarpaket von Bundeslandwirtschafts- und Umweltministerium mit seinen verschärften und widersprüchlichen Auflagen und Reglementierungen wird die Landwirte noch weiter einschränken.“

„Die geplante Düngeverordnung für Gebiete mit hoher Nitratbelastung im Grundwasser sieht vor, dass die Pflanzen auf Acker und Grünland künftig 20 Prozent weniger Dünger erhalten, als sie für ein gutes Wachstum benötigen.“

„Durch das Bashing der Landwirte vonseiten der Nichtregierungsorganisationen, der NGO, findet eine sachliche Diskussion nicht mehr statt.“

„Und wir lehnen das jüngste Handelsabkommen mit Südamerika ab. Was für einen Nutzen für den Klimaschutz haben Rindfleischimporte über eine Entfernung von 10.000 Kilometern?“

Lautstarker Protest der Jugend

Organisiert hat die Demonstrationen überall in der Bundesrepublik die Initiative „Land schafft Verbindung“. Das sei ein bundesweiter Zusammenschluss von ganz jungen Leuten, die in erster Linie die sozialen Netzwerke für ihre Kommunikation nutzten, sagt Schweer. „Das Niedersächsische Landvolk unterstützt die Aktion allerdings.“ Denn es gehe um nichts Geringeres als den Erhalt der bäuerlichen Familienbetriebe. Angesichts der geplanten Reglementierungen würden junge Leuten keinen Sinn mehr darin sehen, einen Hof zu übernehmen und weiter zu bewirtschaften. Er selbst und seine Auszubildende werden am Dienstag an der Sternfahrt nach Burgdorf und der Kundgebung in Hannover teilnehmen.

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