Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Burgdorf Beim CDU-Neujahrsempfang singt Ursula von der Leyen „Wind of Change“
Umland Burgdorf

Burgdorf: Ursula von der Leyen singt beim CDU-Neujahrsempfang "Wind of Change"

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:00 26.01.2020
Gemeinsam mit dem Interkulturellen Chor singt EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen die Scorpions-Hymne "Wind of Change". Quelle: Joachim Dege
Ramlingen

Für den CDU-Stadtverband ist es am Freitagabend ein Neujahrsempfang der Superlative gewesen: Als Hauptrednerin war EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zu Gast. Das machte CDU-Chef Oliver Sieke zum „stolzesten Stadtverbandsvorsitzenden in der Bundesrepublik“, wie er gestand. Schließlich wehte gleich zweimal die Scorpions-Hymne „Wind of Change“ durch den rustikal möblierten Saal des Landgasthofs Voltmer: vorgetragen zunächst vom Interkulturellen Chor der IGS und des Gymnasiums. Zum krönenden Abschluss des Abends stimmte von der Leyen ihr Lieblingslied auch noch einmal selbst an – begleitet vom Chor. Und der Saal sang mit.

Damit dürfte der Neujahrsempfang der Christdemokraten, von dem das NDR-Dritte per Live-Schalte im Fernsehen berichtete, ins Parteigeschichtsbuch eingehen. Sieke bedankte sich deshalb nicht nur überschwänglich bei Europas mächtigster Frau, die noch vor wenigen Tagen beim Weltwirtschaftsgipfel in Davos US-Präsident Donald Trump die Stirn bot und am Morgen erst aus Israel vom Auschwitz-Gedenken zurückgekehrt war, sondern auch bei seinem Organisationsteam.

„Wie schön, wieder hier zu Hause zu sein“

Zu dem gehörte auch der Vorsitzende der CDU-Ratsfraktion, Klaus Köneke. Von der Leyen bezeichnete ihn als einen „supernetten Nachbarn“, dem sie ihr Kommen nicht habe abschlagen können – und wollen. Köneke ist Ortsvorsteher in Beinhorn, dem Wohnort von der Leyens. Er war es, der auf Bitten von Parteichef Sieke die prominente Kommissionspräsidentin nach Burgdorf lotste und sich auf diese Weise selbst beschenkte. Köneke hatte Geburtstag.

Ursula von der Leyen hält ein flammendes Plädoyer für Europa. Quelle: Joachim Dege

Rund 180 Christdemokraten und Sympathisanten waren gekommen – so viele wie nie zuvor zu einem Neujahrsempfang des CDU-Stadtverbands, dessen Vorsitzender die gewonnene Bürgermeisterwahl im vergangenen Jahr als Gemeinschaftswerk in Erinnerung rief. Alle wollten hören, was die frühere Verteidigungsministerin und heutige EU-Kommissionspräsidentin zu sagen hatte, wie sie aktuell die Lage in Europa und in der Welt einschätzt. Von der Leyen aber wurde erst einmal persönlich und traf damit den Nerv ihrer CDU-Familie: „Wir schön, wieder hier zu Hause zu sein“. Die Vorlage hatte ihr in seinem Grußwort Bürgermeister Armin Pollehn geliefert mit seiner Aussage: „Die CDU weiß, was Heimat bedeutet.“

Von der Leyens Heimat ist nach ihrer eigener Darstellung Niedersachsen, wohin sie im Alter von 13 Jahren aus Brüssel zog – zuerst nach Ilten, später nach Beinhorn. Weil sie aber 1958 in Belgiens Hauptstadt geboren sei und dort acht Jahre lang die Schule besucht habe, fühle sie sich auch daheim in Europa, dessen Geschicke sie die Ehre habe, lenken zu dürfen. Und zwar in Richtung eines von ihr propagierten Green Deals, um den Klimaschutz entscheidend voranzubringen. Und mit einer Digitalisierung, die anders als in den USA nicht vom Markt diktiert oder wie in China vom Staat kontrolliert werden dürfe, sondern in guter europäischer Tradition „vom Menschen her gedacht“ sein müsse.

EU-Kommisionspräsidentin Ursula von der Leyen bringt die Christdemokraten und deren Sympathisanten zusammen.

Von der Leyen wünscht: „Lang lebe Europa

Von der Leyen hielt ein flammendes Plädoyer für die Europäische Union mit ihren nach dem Brexit immerhin noch 27 Staaten, deren 440 Millionen Einwohner in Freundschaft freiwillig zusammenstünden auf einem Fundament gemeinsamer Werte. Die Austrittsverhandlungen mit Großbritannien in den vergangenen dreieinhalb Jahren hätten Europa zusammenrücken lassen und gestärkt. „Lang lebe Europa“, schloss die Kommissionspräsidentin ihren umjubelten Vortrag, den der IKU Chor mit der Europahymne „Ode an die Freude“ quittierte.

Danach musste von der Leyen viele Hände schütteln, bevor es schließlich heimging nach Beinhorn. Nicht jedoch ohne dass eine Abordnung von Landwirten die Gelegenheit beim Schopfe packte und von der Leyen ein Luftbild der mit Treckern nachgestellen Europaflagge überreichte. Arne Klages aus der Wedemark, Andreas Thieleking aus Heeßel und Philipp Hattendorf aus Immensen von der Initiative „Land schafft Verbindung“ warben dafür anzuerkennen, dass Landwirte für Europa und den Green Deal seien, sich in ihrer Existenz aber bedroht sehen durch immer schärfer gefasste Düngemittelverordnungen.

Lesen sie auch

Von Joachim Dege

Die Gudrun-Pausewang-Grundschule will ihrer Namensgeberin, die am Donnerstag gestorben ist, mit einem besonderen Unterrichtstag gedenken. „Wir werden das wohl an ihrem Geburtstag am 3. März machen“, kündigt Schulleiterin Dorit Steenken an.

24.01.2020

Sprengstoffspürhunde, Sicherheitsleute, Liveübertragung: Heute Abend spricht EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auf Einladung der CDU in einem Landgasthof in Burgdorf – und das Dorf steht Kopf.

24.01.2020

Der An- und Umbau der Kindertagesstätte in Burgdorf-Otze wird wegen der Insolvenz einer Baufirma sechs Wochen später fertig als geplant. Das bedeutet für die Eltern: Auch ihre Kinder können erst entsprechend später betreut werden.

24.01.2020